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Einzigartiges Konzept

MdVS: Die Gralshüter der Schweizer Spitzenweine

2002 wurde das Mémoire des Vins Suisses ins Leben gerufen. Heute gehören 59 Winzerbetriebe der Vereinigung an, die mit Retrospektiven und Arrivagen jedes Jahr aufs Neue begeistert.

Ursula Geiger

Aktuelles Gruppenbild Mémoire des Vins Suisses. Eine Organisation, die weltweit einzigartig ist.
Aktuelles Gruppenbild Mémoire des Vins Suisses. Eine Organisation, die weltweit einzigartig ist.zVg / Joakim Löb Swisscork

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Die Vielfalt der Weine im kleinen Weinland Schweiz ist gewaltig. Regionen, Rebsorten, Terroirs und Jahrgänge sind die Faktoren für maximale Abwechslung im Weinglas. Welche Qualitätsfortschritte Schweizer Spitzenwinzer seit über zwanzig Jahren machen ist glücklicherweise sorgfältig dokumentiert und zwar nicht auf dem Papier sondern in der Weinflasche.
Doch der Reihe nach. Eine Weinjournalistin (Susanne Scholl), drei Weinjournalisten (Andreas Keller, Stefan Keller und Martin Kilchmann) sowie Winzer Christian Zündel aus dem Tessin gründeten das Mémoire des Vins Suisses vor fast einem Vierteljahrhundert. Von den besten Schweizer Gewächsen sollte mit jedem Jahrgang sechzig Flaschen zurückgelegt werden, um die Entwicklung der Weine über den Lauf der Jahre zu verfolgen und ihr Reifepotenzial zu beweisen.
Vier der fünf Gründungsmitglieder (v.l.n.r.) im Jahr 2004: Andreas Keller, Susanne Scholl, Martin Kilchmann und Stefan Keller. Auf dem Bild fehlt Winzer Christian Zündel.
Vier der fünf Gründungsmitglieder (v.l.n.r.) im Jahr 2004: Andreas Keller, Susanne Scholl, Martin Kilchmann und Stefan Keller. Auf dem Bild fehlt Winzer Christian Zündel.©Siffert/weinweltfoto.ch
Vier der fünf Gründungsmitglieder (v.l.n.r.) im Jahr 2004: Andreas Keller, Susanne Scholl, Martin Kilchmann und Stefan Keller. Auf dem Bild fehlt Winzer Christian Zündel.
Vier der fünf Gründungsmitglieder (v.l.n.r.) im Jahr 2004: Andreas Keller, Susanne Scholl, Martin Kilchmann und Stefan Keller. Auf dem Bild fehlt Winzer Christian Zündel.©Siffert/weinweltfoto.ch
Welcher Wein zu einem «Mémoire»-Wein wird, prüft eine mit aktuell 33 Mitgliedern gut besetzte Experten-Kommission. Mittlerweile sind 59 Weingüter mit einem oder mehreren Weinen dabei. Sie steuern aktuell jedes Jahr 3'540 Flaschen ihrer aktuellen Jahrgänge bei.
Das ist einzigartig auf der Welt und nach all' den Jahren ist die «Schatzkammer» mit 29'000 Flaschen gut gefüllt. Übrigens herrscht Stillschweigen darüber, in welchem Keller die Flaschen unter optimalen Konditionen lagern und reifen.

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Zehn Jahre danach

Der Schatz wird mit bedacht verwaltet. Flaschen zum Verkosten werden an Fachleute herausgegeben. Das tönt ein wenig nach eingeschworener Gemeinschaft, ist aber nicht so.
Jedes Jahr, am letzten Sonntag im August stehen die Weine nach zehn Jahre Reife im Rahmen des Swiss Wine Tastings in Zürich für jeden zugänglich zur Verkostung bereit. Da tut sich eine Welt auf, die sich nicht nur auf den Wein im Glas beschränkt. Die damaligen Bedingungen in den Rebbergen werden diskutiert und oft erlebt man eine Überraschung, wenn sich vermeintlich schwierige und verschlossene Jahrgänge jugendlich-frisch präsentieren.

Erster Mémoire Summit

Das Mémoire des Vins Suisses widmet sich nicht nur der Vergangenheit. Auch die neue Jahrgänge der Mémoire-Weine werden bei der Arrivage-Verasntaltung präsentiert. Der Ansturm ist jedesmal gross und wer in Ruhe und konzentriert verkosten möchte, geht in dem Gedränge um die Tische ein wenig unter.
Darum wurde dieses Jahr Ende August der erste «Mémoire Summit» durchgeführt. 94 Weine konnten sitzend und in aller Ruhe degustiert werden. Die Reihenfolge bestimmten die Verkostenden selbst.

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