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Testfahrt

VW Golf TDI SCR – Wunderbarer Diesel

Wiederbegegnung mit dem VW Golf, einem der erfolgreichsten Fahrzeuge überhaupt: Auf der Insel Sylt erweist er sich als hocheffizienter Mietwagen.

David Schnapp

David Schnapp düste mit dem Golf TDI über die Nordseeinsel Sylt.
David Schnapp düste mit dem Golf TDI über die Nordseeinsel Sylt.Volkswagen AG

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In den Sommerferien war ich auf der Insel Sylt, wo man als autointeressierter Reisender einiges geboten bekommt. Von der gepflegten Landschaft, der ausgezeichneten Gastronomie und den freundlichen Norddeutschen gar nicht zu sprechen. Aber ich habe noch nie in so kurzer Zeit auf so kleiner Fläche so viele Porsche-911-Modelle (aktuelle und historische) oder Mercedes-G-Modelle gesehen. Die G-Klasse ist so etwas wie eine Louis-Vuitton-Handtasche auf Rädern – jeder weiss, was es ist, und man sitzt in einem fahrenden Preisschild. Aber ganz ehrlich, der gross geratene «G» ist eigentlich völlig unpraktisch für eine Gegend mit oftmals schmalen Strassen, und auf einem Kiesparkplatz braucht man auch keine Geländeuntersetzung.
David Schnapp schreibt seit vielen Jahren über Essen und Autos – irgendwie muss man schliesslich das Restaurant erreichen, sagt er.
Viel praktischer – und, was den Understatement-Faktor angeht, auch attraktiver – erschien mir da ein VW Golf mit Dieselmotor, den ich als Mietwagen reserviert hatte. In den zehn Ferientagen ist mir der kompakte weisse Volkswagen sehr ans Herz gewachsen. Nicht zuletzt wegen seines leicht biederen Unterstatements, das zwischen zwei Porsches einen schönen Kontrast ergibt. Es ist eine Weile her, dass ich dieses immer noch weltweit populäre Modell fuhr. Aber es kann nicht erstaunen, dass es eins der erfolgreichsten Autos überhaupt ist.

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Der Turbodiesel fährt sich angenehm

Auf angenehm kleiner Fläche hat man alles, was das Autofahren heute schön und angenehm macht. Parkplatzsorgen muss man sich dank der vernünftigen Aussenmasse nie machen, und der frontgetriebene Golf fährt sich ausgezeichnet. Das ist eine gute Gelegenheit, wieder einmal auf die Genialität des Dieselmotors hinzuweisen. Eine deutsche Erfindung, die aufgrund des Zeitgeists in der öffentlichen Betrachtung zu wenig gewürdigt wird, wie ich meine. In der Elektro-Euphorie geht bisweilen vergessen, wie effizient und umweltfreundlich ein Aggregat wie der Zwei-Liter-Diesel von Volkswagen mit Russpartikelfilter und AdBlue ist: Mit vollem Tank kommt der Golf gemäss Anzeige 1120 Kilometer weit, der Langzeit-Durchschnittsverbrauch wurde bei meinem Mietwagen mit 4,8 Litern angegeben. Und was die Abgasanlage passiert hat, ist fast so sauber wie die Luft, die vorne angesaugt worden ist.
Das sind gute Argumente für ein kompaktes Auto von lediglich rund 1400 Kilogramm Gewicht. Gerade gegenüber einem rund zwei Tonnen schweren vergleichbaren E-Modell, dessen Batterie mit einem derart grossen ökologischen Fussabdruck geliefert wird, dass man etwa 70’000 Kilometer zurücklegen muss, bis sich der höhere Wirkungsgrad des Elektromotors als Vorteil erweist. Damit es keine Missverständnisse gibt: E-Autos sind grossartig – aber nicht die einzige Möglichkeit, sein Ziel mit dem Auto effizient und umweltfreundlich zu erreichen.

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VW Golf TDI SCR

Antrieb: Turbodiesel mit Vorderradantrieb
Leistung: 150 PS 0–100 km/h: 8,4 s
Vmax: 223 km/h
Preis: ab 43’200 Fr.
Wohin: Sylt
Soundtrack: «An der Nordseeküste» (Klaus und Klaus)

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