Der Signature Drink von James Bond hat ganz schön Kante. Die Kadenz, mit der er die Drinks kippt, lässt so einige Fragen über den Durst von Agent 007 offen.
Um die Trinkgewohnheiten des Agenten 007 zu erörtern, führte kein Weg an einer kuriosen Situation an der Bar vorbei. Ich bestellte zwei Wodka Martini, einen geschüttelt und den anderen gerührt. Der Abend sollte dem Durst eines gewissen Bond, James Bond, auf den Grund gehen. Um das Erlebnis auch originalgetreu zu halten, bestellte ich nicht irgendeinen Wodka Martini, sondern den Vesper Martini – jenen legendären Drink aus dem 1953 erschienenen Roman «Casino Royale». Ein Gerücht besagt, dass er für den Autor Ian Fleming selbst kreiert wurde. Im Buch aber wird er nach Vesper Lynd benannt, der einzigen Frau, die Bond je liebte. Spoiler: Bitter wie der Cocktail ist auch ihre Liebesgeschichte. Vesper stirbt.
Kurze Zeit später stehen vor mir zwei Champagnergläser. Die Flüssigkeit im einen Glas ist etwas trüber mit leichtem Schaumkranz. Ansonsten ist äusserlich kein Unterschied erkennbar. Auch in der Nase dominiert die Garnitur mit der Zitronenzeste gleich stark. Ganz original lässt sich der Drink leider nicht mehr geniessen, denn der darin enthaltene Kina Lillet wird nicht mehr hergestellt. Heute kam der leichtere, süssere Lillet Blanc ins Glas. Der «normale» Wodka Martini kombiniert Wodka und Wermut. Die Vesper-Variante lässt den Wermut auf der Seite und kombiniert den Wodka mit Lillet und Gin.
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Der Unterschied liegt in den Prozenten – und die knallen. Der erste Schluck des geschüttelten Vespers zieht alles in mir zusammen. Der Drink hat Kante. In der Mixologie werden Drinks geschüttelt, wenn sie Eiweiss oder Zitruskomponenten enthalten. Das Schütteln lüftet die Flüssigkeiten, kombiniert sie und vermischt diese gleichzeitig mit Eis. Das kühlt – und verdünnt den Drink unweigerlich. Harte Drinks wie Martini und Manhattan werden deshalb nicht geschüttelt. Das Eis würde den Alkohol überverdünnen. Tatsächlich mundet der gerührte Vesper um einiges mehr; er ist stimmiger im Gaumen und weicher im Abgang.
Der Agent, der über den Durst trinkt
Über Geschmack lässt sich streiten. Aber die Kadenz, mit der Bond die Drinks kippt, muss kritisch beäugt werden. Forscher der University of Nottingham analysierten und dokumentierten jeden Drink in den 14 Romanen. Das Ergebnis ist happig: Bond konsumiert pro Woche 92 Alkoholeinheiten. Eine Einheit entspricht einem Standardglas à 10 bis 12 Gramm Alkohol. Bonds Durst liegt etwa viermal über der von der britischen Regierung als sicher eingestuften Menge. Heute wäre James Bond wohl ein diagnostizierter hochfunktionaler Alkoholiker.
Wieso aber trinkt Bond den Martini «falsch» zubereitet? Eine Theorie lautet, dass er den Drink so schneller kippen kann, falls er weg muss. Eine andere Theorie besagt, dass Bond aufgrund seines Alkoholkonsums vielleicht einen Tremor entwickelt hat und deshalb den Drink schlicht nicht mehr rühren kann. Da stellt sich mir die Frage: Mit wie viel Promille verliert man die Lizenz zum Töten?
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Der klassische Barlöffel.zVg
Der klassische Barlöffel.zVg
Typisch
Mit dem sogenannten Barlöffel, Cocktaillöffel oder Rührlöffel lassen sich Zutaten abmessen, cremige Cocktails schichten und Martinis und Manhattans umrühren. Die Flüssigkeiten fliessen entlang dem getwisteten Stiel und mischen sich perfekt im Glas. Mit der Länge von 30 Zentimetern eignet er sich auch für Longdrinks.