Wer Glenturret, die Γ€lteste schottische Destillerie, betritt, begegnet nicht nur einer ProduktionsstΓ€tte, sondern einem StΓΌck gelebter Geschichte. Seit mehr als 300 Jahren wird hier Whisky gebrannt. Der Duft von frisch gemΓ€lzter Gerste, feuchtem Eichenholz und einem Hauch Torfrauch liegen wie ein unsichtbares Archiv in der Luft. In der NΓ€he hΓΆrt man einen Fluss; frisches, reines SΓΌsswasser ist eine entscheidende Zutat in der Whiskyherstellung. Die rauen HΓΌgel von Crieff, das PlΓ€tschern des Turret im Perthshire-Gebiet der Highlands und das leise Pulsieren der Pot Stills im Innern strahlen BestΓ€ndigkeit aus. Hier sieht und spΓΌrt man, dass Whisky mehr ist als nur ein GetrΓ€nk: Er ist Kulturgut, Prestigeobjekt und Genussmittel. In diesem Jahr steht die Branche vor einer ZΓ€sur: Nach Jahren des Booms stehen die Hersteller unter Druck.
Jahrelang hatten passionierte Sammler und eine wachsende Klientel in Asien Nachfrage und Preise in die HΓΆhe getrieben. Doch nun flaut die Euphorie ab. Inflation, geopolitische Spannungen und ein verΓ€ndertes Konsumverhalten belasten das Whiskybusiness. Produzenten mΓΌssen neue Chancen ergreifen: neue MΓ€rkte in Indien, Afrika und SΓΌdamerika erschliessen und auf Innovationen und nachhaltige Produktionsmethoden setzen. BILANZ begibt sich auf Erkundung, um die Transformation der Welt des Whiskys zu ergrΓΌnden.