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Schweizer meiden USA

Donald Trump sorgt für Absturz der USA-Reisen von Schweizern

Die USA-Reisen von Schweizern sind in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen – trotz Fussball-WM.

awp

Hochhäuser in Manhattan, New York City: Schweizer haben derzeit wenig Lust auf Reisen in die USA.
Hochhäuser in Manhattan, New York City: Schweizer haben derzeit wenig Lust auf Reisen in die USA.www.imago-images.de

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US-Präsident Donald Trump sorgt für einen Absturz der USA-Reisen von Schweizern. Nach dem Taucher im Vorjahr hat sich der Sinkflug bei den Buchungen für die Vereinigten Staaten im ersten Semester 2026 beschleunigt.
Von Januar bis Ende Juni reisten noch 120'000 Schweizer in das «Land der unbegrenzten Möglichkeiten». Das sei ein Rückgang von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sagte die Geschäftsführerin des Schweizer Reise-Verbands (SRV), Andrea Beffa, am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Und dies trotz der Fussball-WM.
Damit hält der steile Sinkflug an: Im vergangenen Jahr waren die Einreisen von Schweizern in die USA um 10,6 Prozent auf gut 361'000 gefallen.

Düsterer Blick in die Zukunft

Und für die Zukunft sieht es düster aus: «Wenn sich dieser Trend bis Ende Jahr fortsetzt, ist für 2026 mit rund 300'000 Einreisen aus der Schweiz zu rechnen», sagte Beffa. Das entspreche etwa dm Niveau des Jahres 2007. Damit würde- abgesehen von Pandemiezeiten - der tiefste Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht. Der Umsatz mit USA-Reisen dürfte 2026 um rund 20 Prozent tiefer ausfallen als im Vorjahr.
Wenn sich diese Prognose bewahrheitet, hätten die USA insgesamt in den vergangenen zwei Jahren, also seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump, ein Viertel der Schweizer Touristen verloren. Zum Vergleich: 2024 gab es insgesamt 404'434 Einreisen aus der Schweiz in die USA.

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Gleichzeitig ist auch die Skepsis gegenüber den Vereinigten Staaten gestiegen, wie aus Befragungen des Versicherers Allianz Partners hervorgeht. «65 Prozent planen vorerst keine Reisen in die USA», sagte Pia Bodner, Marketing- und Produktchefin von Allianz Travel in der Medienkonferenz. «Letztes Jahr waren es erst 53 Prozent.»
Zudem gaben 7 Prozent der Befragten Schweizer an, eine geplante USA-Reise stornieren zu wollen. Im Vorjahr waren es erst 2 Prozent. Die Zunahme der Skepsis sei erstaunlich, weil «man sich eigentlich schon daran gewöhnt hat, dass die politische Situation in den USA so ist, wie sie ist», sagte die Allianz-Verantwortliche.
Es gebe nur eine leichte Gegenbewegung: 9 Prozent der unter 30-Jährigen planen vermehrt Reisen in die USA. Das könnte mit den gesunkenen Flugpreisen zusammenhängen, vermutete die Allianz-Managerin.

Nicht nur Tourismus in den USA leidet

Und nicht nur dem Tourismus im eigenen Land hat der US-Präsident geschadet: Mit dem Start des Iran-Kriegs der USA und Israels Ende Februar brachen auch die bis dahin starken Buchungen von Schweizern von Fernreisen nach Asien und in den Indischen Ozean im Frühjahr ein, wie Beffa sagte. Auch die Buchungen für den Nahen und Mittleren Osten sackten ab.
Hinzu kam der heisse Sommer in Europa, der die Nachfrage nach kurzfristigen Sommerbuchungen beeinflusste. Ein weiterer Bremsklotz sind die stark gestiegenen Flugbenzinpreise durch den Krieg im Mittleren Osten. Diese lagen zwischen Juli und September in Europa um 60 bis 90 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau vom Februar 2026.

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«Für die Airlines bleiben die Treibstoffkosten damit ein erheblicher Kosten- und Unsicherheitsfaktor», sagte Beffa. Die Höhe der Treibstoffzuschläge auf Flugtickets variiere stark je nach Fluggesellschaft, Strecke und Reiseklasse.

Reiselust bleibt dennoch hoch

Trotz dieser Faktoren bleibe die Reiselust der Schweizer grundsätzlich hoch. Seit dem Frühling sehe man eine klare und kontinuierliche Erholung der Fernreisen, insbesondere für den Indischen Ozean und Asien, sagte Beffa: «Diese Buchungen haben in den letzten Monaten wieder deutlich angezogen und bewegen sich inzwischen wieder in Richtung Vorjahresniveau.»
Für den Herbst 2026 sowie den Winter 2026/27 zeichnet sich eine steigende Nachfrage mit positiven Buchungseingängen ab. «Die Branche blickt daher zuversichtlich auf das kommende Jahr und rechnet damit, das Vorjahresniveau mindestens erreichen zu können. Nach dem anspruchsvollen Reisejahr 2026 erwartet der SRV einen Nachholeffekt bei der Nachfrage», hiess es.
Dennoch dürfte 2026 noch einen Rückgang erleben: Für das Gesamtjahr rechnet der Reise-Verband mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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