Am südlichsten Zipfel der mexikanischen Halbinsel Baja California treffen Welten aufeinander: die raue, karge Wüste und der tiefblaue Pazifik, die internationale High Society und die genügsamen Locals, «los cabeños», geschäftiges Treiben und endlose Stille. Los Cabos ist kein einzelner Ort, sondern eine Region, bestehend aus San José del Cabo mit seinem kolonialen Charme, dem Partymekka Cabo San Lucas, dem ursprünglichen Cabo del Este und dem weitgehend unberührten Schutzgebiet Cabo Pulmo. Es ist die am dichtesten bevölkerte Gegend von Baja California.
Was heute als luxuriöse Feriendestination gilt, war lange ein abgelegener Aussenposten Mexikos, unbeliebt, unwegsam, geformt von Isolation und Naturgewalten. Indigene Gruppen wie die Pericú lebten hier eine bescheidene Existenz, Jäger und Sammler, angepasst an ein Leben fast ohne Wasser und mit minimalen natürlichen Ressourcen. Mit der spanischen Kolonialisierung im 17. Jahrhundert entstanden erste Missionen, die fortan als religiöse und landwirtschaftliche Zentren dienten. Doch die Region blieb wirtschaftlich unbedeutend. Piraterie, Naturkatastrophen und Krankheiten verhinderten eine nachhaltige Entwicklung, und bis weit ins 20. Jahrhundert war Los Cabos vor allem eines: weit weg von allem. Ein Nachteil. Und ein Reiz.