Abo
Innovations-Dilemma:

Das Uhrwerk, das die Schweiz (fast) den Kopf kostete

Japan und die Schweiz lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die erste Quarzuhr. Die Schweizer haben es gewonnen. Und haben dennoch verloren.

Marcel Speiser, Ringier AG

Beta21
Ein Meilenstein der Horlogerie: Das Schweizer Quarzwerk Beta-21 sorgte 1969 für Aufsehen. zVg

Werbung

An der Uhrenmesse Watches and Wonders, die diesen Frühlling in Genf stattfand, spielten Quarzuhren eine kaum wahrnehmbare Nebenrolle. Die noblen Maisons, die in der Palexpo ausstellten, zeigten mit Vorliebe mechanische Horlogerie auf Weltklasseniveau. Denn Uhren mit einem Quarzwerk ticken im Luxussegment heute meist nur noch in kleinen Schmuckuhren, wo Mechanik schlicht zu wenig Platz hätte.
Doch Quarzuhren dominieren den Weltmarkt. China allein exportiert heute mehr als eine halbe Milliarde Uhren, die zu fast 100 Prozent mit Quarzwerken ausgestattet sind. Der durchschnittliche Exportwert liegt bei 4 Dollar. Die Schweiz exportiert gut 15 Millionen Uhren, der durchschnittliche Wert liegt aber bei fast 1700 Dollar. Und natürlich ist die meistverkaufte Uhr der Welt, die Apple Watch, ebenfalls eine Quarzuhr.
Über die Autoren
Marcel Speiser, Ringier AG
Marcel Speiser
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der Luxusgüterbranche.

Werbung