Verschafft ausgerechnet der bekennende Petrolhead Donald Trump (79) den Elektroautos zum Durchbruch? Es sieht ganz danach aus! Denn: Die Spritpreise steigen seit Ausbruch des Iran-Krieges massiv an. Und ein Ende ist nicht in Sicht. So schnell dürfte rund um die Strasse von Hormus keine Normalität einkehren. Das nervt viele Autofahrerinnen und -fahrer beim Tanken – und bringt sie zum Nachdenken. Die zentrale Frage: Fahre ich doch günstiger, wenn ich mir einen Stromer in die Tiefgarage stelle?
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer beantworten diese Frage mit einem Ja: Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zieht hierzulande deutlich an. Erstmals lässt sich diese Entwicklung auch mit Zahlen belegen. Auf der grössten Schweizer Auto-Plattform AutoScout24 stiegen die Suchanfragen nach E-Autos im Januar und Februar noch 8 Prozent über dem Vorjahr. Nach Ausbruch des Iran-Krieges beschleunigte sich das Wachstum von Mitte März bis Mitte April auf 48 Prozent, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Autofahrer informieren sich also markant häufiger über alternative Antriebsformen als noch vor einem Jahr.
40 Prozent mehr Verträge unterschrieben
Dabei klicken sich Interessierte aber nicht nur durch schöne Fotos. Sie treten auch mit Verkäufern von Stromern in Kontakt. Konkrete Anfragen sind wegen des Konflikts im Nahen Osten um 69 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Im Zeitraum Januar/Februar sind sie nur um 19 Prozent höher als im Vorjahr. «Das deutet auf eine höhere Kaufbereitschaft hin», sagt Autoscout24-Direktor Matthias Bischof. Das zeigt sich auch in den tatsächlich unterschriebenen Kaufverträgen. Verkaufsabschlüsse von Stecker-Fahrzeugen sind von Mitte März bis Mitte April im Vergleich zum Vorjahr um satte 40 Prozent gestiegen, wie die Auswertung von Autoscout 24 zeigt. Spannend: Parallel zur Nachfrage wächst auch das Angebot. Händler reagieren auf die steigende Nachfrage und schalten mehr Inserate.
E-Auto-Käufer haben deshalb mehr Auswahl. Nicht zuletzt auch, weil chinesische Anbieter so richtig aufs Gaspedal drücken. Und lokale Vertretungen eröffnen – wie etwa in Winterthur ZH, wo der E-Auto-Gigant BYD Anfang Monat einen Showroom eröffnet hat.
E-Autos werden immer günstiger
«Viele Interessenten haben sich bereits länger mit dem Kauf eines Elektroautos beschäftigt», weiss Matthias Bischof. Sie schlagen jetzt zu und kaufen sich einen Stromer. Denn: «Für viele Haushalte wird Elektromobilität zunehmend zu einer wirtschaftlichen Entscheidung», sagt Bischof. Es geht nicht mehr (nur) um ökologische Aspekte. Interessant: Während die Spritpreise steigen, werden Elektroautos immer günstiger. Das verstärkt dem Effekt zusätzlich und beschleunigt das Umdenken viele Autofahrer in Richtung E-Mobilität.