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Testfahrt

Mit dem Porsche GT3 auf den Gipfel

Im Porsche GT3 mit Handschaltung etwas anderes tun zu wollen, als zu fahren, ergibt wenig Sinn.

David Schnapp

Im Porsche GT3 etwas anderes tun zu wollen, als zu fahren, ergibt wenig Sinn.
Im Porsche GT3 etwas anderes tun zu wollen, als zu fahren, ergibt wenig Sinn. Porsche Schweiz AG

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Die Welt ist zweigeteilt, wenn man in den Rückspiegel des Porsche GT3 schaut. Es gibt ein Unten und ein Oben, in der Mitte steht – wie eine klare, unverrückbare Linie – der prominente Heckspoiler. Direkt darunter arbeitet der Boxermotor mit sechs Zylindern, knapp vier Litern Hubraum und einem Drehzahlbereich von bis zu 9000 Umdrehungen pro Minute. Dieses kompakte Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst ist zunächst eine hörbare Erinnerung daran, dass Auto fahren ein Erlebnis sein kann und nicht bloss eine Notwendigkeit ist, um von A nach B zu gelangen.
Insofern ist das zweigeteilte Rückspiegelbild ein schönes Symbol für die beiden sich heute bietenden Möglichkeiten der Fortbewegung auf vier Rädern: Zur Wahl stehen die Welt der Mechanik und des bewussten Erlebens sowie die eher praktisch ausgerichtete Überwindung von Distanzen. Wer sich in den Porsche GT3 setzt, kann nicht dem Auto die Arbeit überlassen. Der Zweisitzer verlangt höchste Aufmerksamkeit und belohnt einen dafür mit einem Erlebnis für alle Sinne.
Lackiert in feurigem Indischrot und ausgestattet mit dem carbonlastigen Weissach-Paket, ist mein Testwagen – optisch wie akustisch – ein Plädoyer für die bewährten Tugenden des sportlichen Fahrens. Es gibt auf dem Markt nur noch wenige Möglichkeiten, 510 PS über ein manuelles Getriebe zu verwalten. Und nirgends ist das so erfüllend wie im GT3. Im zweiten Gang auf einer Autobahnauffahrt mit aufheulendem Motor zu beschleunigen, bis gelbe Leuchthinweise den Moment des nächsten Gangwechsels ankündigen, ist ein Erlebnis, das keinen Autoliebhaber unberührt lassen kann.

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Es gibt leistungsstärkere und sogar schnellere Sportwagen als diesen Porsche. Aber kein anderer bietet diese Kombination aus Dynamik und Unmittelbarkeit. Da gilt es, sich als durchschnittlicher Fahrer einzugestehen, dass die eigenen Grenzen viel früher erreicht werden als jene des Autos. Das Fahrwerk lässt einen die Strasse spüren, als würde man sie mit der eigenen Hand ertasten. Und dann der Motor! Er brummt, röhrt, schreit, röchelt und vermittelt einem auf der Tonspur das Bild sich bewegender Metallteile, das sich im Kopf zu vollendeter Schönheit zusammensetzt.
David Schnapp, Senior Editor GaultMillau-Channel
David Schnapp schreibt seit vielen Jahren über Essen und Autos – irgendwie muss man schliesslich das Restaurant erreichen, sagt er.Thomas Buchwalder
David Schnapp, Senior Editor GaultMillau-Channel
David Schnapp schreibt seit vielen Jahren über Essen und Autos – irgendwie muss man schliesslich das Restaurant erreichen, sagt er.Thomas Buchwalder
Im Porsche GT3 etwas anderes tun zu wollen, als zu fahren, ergibt wenig Sinn. Der einzige Moment, in dem ich Musik hörte, war im Stau. «I take you higher», heisst die Zeile aus dem Depeche-Mode-Song. Dabei geht es nicht um Sportwagen, aber sie passt trotzdem gut zum hochdrehenden Boxer und zum Hochgefühl, das man am Steuer erlebt. Zu anderer Gelegenheit nahm ich in diesem Sinne den Albulapass und erreichte gewissermassen den Gipfel des Fahrvergnügens in diesem aussergewöhnlichen Auto.

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