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Testfahrt

Der gute Stern: Mercedes-Benz GLC 400 4Matic

Gediegen, entspannt und komfortabel: Beim neuen elektrischen SUV besinnt sich Mercedes auf bewährte Tugenden.

David Schnapp

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Mit dem neuen Mercedes GLC 400 4Matic setzt der Autobauer auf Luxus und Komfort. David Kuenzler

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Einer der bekanntesten Werbeslogans in der Geschichte des Automobils lautet: «Ihr guter Stern auf allen Strassen.» Der Spruch aus den 1950er-Jahren passt hervorragend zum Absender Mercedes-Benz und einer tendenziell etwas konservativen Kundschaft. Das jedenfalls waren, grob zusammengefasst, meine Gedanken, als ich kürzlich am Steuer des neuen Mercedes GLC 400 sass. Dank des elektrischen SUV steigt, so hört man von Autohändlern, das Interesse an E-Autos in den Verkaufsräumen signifikant. Mit bis zu 713 Kilometer Reichweite und allen weiteren technischen Annehmlichkeiten, die moderne Fahrzeuge heute bieten können, wird der GLC zum «Bestseller».
David Schnapp schreibt seit vielen Jahren über Essen und Autos – irgendwie muss man schliesslich das Restaurant erreichen, sagt er.
Ein Grund dafür könnte sein, dass man sich bei Mercedes auf bewährte Tugenden besonnen hat. Das Design etwa ist zeitgemäss, aber bewusst nicht übermässig progressiv wie bei früheren Modellen – einmal abgesehen von der überdimensionierten Bildschirmwand im Cockpit, deren Sinn und Nutzen sich mir einfach nicht erschliessen wollen. Das einzige polarisierende Designelement aussen ist die stark illuminierte Front, die an mit Licht geschmückte Fenster in der Weihnachtszeit erinnert und als Zugeständnis an den Zeitgeist zu sehen ist.
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Im Unterschied zum Konkurrenten BMW, der mit dem iX3 ein vergleichbares, ebenfalls stark nachgefragtes Modell auf den Markt gebracht hat, setzt man beim Mercedes GLC im Übrigen auf luxuriösen Komfort statt auf technizistische Avantgarde. Das ist schon auf den ersten Metern zu spüren: Das Elektroauto mit Stern gleitet über Unebenheiten der Strasse so elegant wie eine Eiskunstläuferin bei der Kür übers Eis. Eine Luftfederung ist in meinem sehr gut ausgestatteten Testwagen ebenso vorhanden wie eine mitlenkende Hinterachse oder Massagesitze. Im BMW hingegen gibt es lediglich ein konventionelles Fahrwerk und keine lenkenden Räder hinten.

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Der GLC 400 4Matic fährt sich exakt so, wie man sich das Fahren eines Mercedes vorstellt, wenn man die Autos nur aus der Werbung, aus Filmen oder den eigenen Vorurteilen kennt: gediegen, entspannt und komfortabel. Wenn ich wie mein Grossvater einen Hut besässe, hätte ich ihn auf die Kofferraumabdeckung gelegt, während ich, die Ellbogen auf der entsprechenden Ablage, das Auto nach einer Landpartie mit einer Hand souverän durch den Zürcher Feierabendverkehr lenke. Dazu laufen die Traveling Wilburys, die Supergruppe mit Dylan, Petty, Harrison und Co. aus den 1990er-Jahren, die gut zu einem Auto passt, das wohl modern ist, aber einfach Klasse hat.

Mercedes-Benz GLC 400 4Matic

Antrieb: zwei Elektromotoren und Allrad
Systemleistung: 489 PS/360 kW
0–100 km/h: 4,3 s
Vmax: 210 km/h Preis: 107 962 Fr.
Wohin? Aufs Land
Soundtrack? «Handle with Care» (Traveling Wilburys)
Mercedes GLC 400 4Matic
David Kuenzler
Mercedes GLC 400 4Matic
David Kuenzler

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