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Luxusreisen

Boutiquehotels, Kunst und Kulinarik: So entdecken Schweizer Barcelona neu

Die katalanische Hauptstadt ist längst kein Geheimtipp mehr, trotzdem hat sie gerade Luxusreisenden einiges zu bieten.

Dave Glarner

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Die Kirche Sagrat Cor auf dem 512 Meter hohen Tibidabo, mit der Skyline von Barcelona. Shutterstock

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Overtourismus beschäftigt die Menschen in Spaniens Hotspots, auch Barcelona kam in die Medien – und das, was die Einwohnerinnen und Einwohner darüber denken: Sie stören sich an den Massen, die sich ohne kulturelle Wertschätzung beispielsweise durch die berühmt-berüchtigte La Rambla drängen. Auch die rasant zunehmenden Reisen mit Kreuzfahrtschiffen, die jeweils für ein paar Stunden in Barcelona anlegen und deren Passagiere die Stadt überfluten, haben die Situation für die 1,7 Millionen Einheimischen nicht verbessert.

Katalanisches Lebensgefühl

Und dennoch, Barcelona ist mehr als nur eine Reise wert. Qualitäts- und kulturbewusste Besucher sind in der geschäftstüchtigen katalanischen Hauptstadt durchaus herzlich willkommen. Es ist eine Stadt mit einem besonderen und sympathischen Flair. Der Schriftsteller Paulo Coelho hat das so formuliert: «Barcelona ist nicht nur ein Ort; es ist ein Gefühl, das noch lange nachklingt, nachdem man gegangen ist.» Eigentlich fast schade, dass die Olympischen Spiele von 1992 so erfolgreich waren und darum fast ein wenig zu viel Werbung für Barcelona auslösten. Seither hat sich die Stadt stark entwickelt und ist aus dem Schatten Madrids in die Liga der weltweit attraktivsten City-Destinationen aufgestiegen.

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Outdoor-Barcelona

Wer sich Zeit nimmt – man muss ja nicht unbedingt über ein kurzes Weekend reisen –, der findet in Barcelona ruhige Plätze, lokale Märkte, einheimische Restaurants und authentisches Handwerk. So lernt man die kulturelle Identität der Katalanen kennen und schätzen, ihre Geschichte, ihre Sprache und ihren Stolz. Einen geografischen Überblick erhält man auf dem 512 Meter hohen Tibidabo (Bild oben); man kann den Berg zu Fuss oder mit der Zahnradbahn erreichen. Open Air ist auch El Petó, das bekannte Fotomosaikwandbild an der Plaça d’Isidre Nonell. Es besteht aus Tausenden von kleinen Fotos, die über Freiheit und Liebe reflektieren – aus der Distanz bilden sie zwei küssende Lippen. Und auch die mit Graffiti bemalten Industriegebäude in Poblenou gehören zum künstlerischen Erbe der Stadt. Poblenou liegt im Nordosten Barcelonas und hat sich mitten im Wohngebiet zu einem Hotspot für Kreativität und Technologie entwickelt. Speziell sehenswert sind die ehemalige Chemiefabrik La Escocesa sowie die Strassen d’Espronceda und de la Selva de Mar. Traditionelle Kunst wird natürlich auch geboten, die Kirche Sagrada Família des Künstlers Antoni Gaudí etwa, aber da tummeln sich immer viele Touristen. Etwas ruhiger geht es in den Museen Picasso und Fundació Joan Miró zu; beide stellen Kunstwerke ihrer Namensgeber vor.

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Flugangebote ab Zürich gibt es genügend: Die spanischen Fluggesellschaften Iberia und Vueling bedienen die katalanische Hauptstadt ebenso wie die Swiss. Jetzt gilt es nur noch, ein passendes Luxushotel zu finden; es könnte das «Mandarin Oriental» sein oder das «Arts». Aber viel persönlicher sind die beiden Häuser «Ohla Eixample» und «Cotton House». Das «Ohla» ist ein Fünf-Sterne-Boutiquehotel im Herzen des Eixample-Viertels. Es zeichnet sich durch sein zeitgenössisches Design aus und bietet Michelin-Gastronomie. Sein Alleinstellungsmerkmal ist jedoch der ganzjährig beheizte Rooftop-Pool mit herrlichem Stadtblick. Das «Cotton House» zählt zur Autograph Collection und bietet ebenfalls ein schönes Boutique-Erlebnis, verpackt in kolonialem Charme. Das Hotel ist in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert untergebracht, das Thema hier war dazumal Baumwolle und wird im ganzen Haus noch heute dekorativ gelebt. In der Bibliothek kann man über die spanische Baumwollindustrie nachlesen. Auch das Cotton House verfügt über weniger als hundert Zimmer und bietet ebenfalls einen Aussenpool, aber nur in den Sommermonaten. In beiden Hotels wird die Ruhe geschätzt.
Bilder für Luxusreisen-Special HZ07/2026
zVg
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Das Sterne-Restaurant Aürt.

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Zum Schluss zwei kulinarische Tipps: Das «Aürt» ist ein exklusives Sterne-Restaurant, in dem Küchenchef Artur Martínez ein 15-Gänge-Menü aus katalanischen Produkten zubereitet. Der Clou dabei ist, dass die Gäste praktisch in der Küche sitzen. Auch das «Slow & Low» macht Spass, ein trendiges Lokal unweit des Sant-Antoni-Markts; hier zelebriert man lateinamerikanische und südostasiatische Küche.

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