Mit «Factfulness» hat der schwedische Mediziner, Statistiker und Aufklärer Hans Rosling ein Werk geschaffen, das unsere Wahrnehmung der Welt grundlegend infrage stellt. Ausgangspunkt des Buchs ist eine simple Beobachtung: Die meisten Menschen haben ein zu negatives und verzerrtes Bild von der globalen Entwicklung. Rosling zeigt anhand von zehn typischen Denkfallen – von der Dramatik- über die Angst- bis zur Generalisierungsfalle –, wie unser Gehirn, verstärkt durch Medien und Schlagzeilen, dazu neigt, die Welt düsterer zu sehen, als sie in Wirklichkeit ist. Daten aus jahrzehntelanger Forschung belegen hingegen, dass Armut abnimmt, Bildungschancen wachsen und die Lebenserwartung weltweit steigt. Der zentrale Gedanke des Buchs ist, dass eine optimistischere und realistischere Sicht auf den Fortschritt der Menschheit entsteht, wenn man sich auf Fakten stützt.
Für mich ist «Factfulness» ein Mut machendes Buch. Besonders gefällt mir, dass Rosling aufzeigt, wie wichtig eine faktenbasierte Weltsicht ist. Nachrichten und soziale Medien vermitteln oft den Eindruck, die Welt sei in einem schlechten Zustand. Tatsächlich geht es der Menschheit in vielerlei Hinsicht besser, als wir meinen. Das Buch öffnet die Augen dafür, wie stark die Wahrnehmung unsere Meinungsbildung prägt.