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Patric Sandri

Dieser KΓΌnstler bringt Farben zum Schweben

Patric Sandris Werke balancieren zwischen Bild, Rauminstallation und Skulptur. Sammler sind fasziniert.

Brigitte Ulmer

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Patric Sandri erschafft einzigartige Kunstwerke, die Licht und Farbe neu interpretieren. Sebastian Magnani

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Wer sich einem Werk von Patric Sandri nΓ€hert, erkennt zunΓ€chst klassische Zutaten: FlΓ€che, Farbe, Keilrahmen. Doch schnell zeigt sich, dass er die Vorstellung davon, was ein Bild ist, auf den Kopf stellt. Sandris Werke sind keine GemΓ€lde im herkΓΆmmlichen Sinn – sie sind ReflexionskΓΆrper und Raumexperimente. Die Farbe scheint nicht auf der Leinwand zu liegen, sondern darin zu schweben. Β«Meine Werke sehe ich als persΓΆnliche Antworten auf meine Fragen zur KunstgeschichteΒ», sagt er.
1979 in Uster geboren, faszinierten Sandri schon als Kind LichtphΓ€nomene. Ein inspirierender Zeichenlehrer fΓΌhrte ihn in die Welt der Kunst ein, spΓ€ter studierte er an der UniversitΓ€t der KΓΌnste in Luzern und machte einen Master am Royal College of Art in London. Seither pflastern Preise, KΓΌnstlerresidenzen und Ausstellungen im In- und Ausland seinen Weg.
Statt der Vorderseiten bemalt Sandri oft die RΓΌckseiten und Kanten seiner LeinwΓ€nde bunt und verwandelt sie so in LeuchtkΓΆrper, die das Licht nicht nur reflektieren, sondern es selbst abstrahlen.  Licht, Farbschichten und die Bewegung des Betrachters verwandeln jedes Werk in ein dynamisches Feld, das auf jeden Schritt reagiert.
Untitled, Acryl auf Holzkonstruktion hinter transparentem Trevirastoff, 90 × 60 × 6 cm, 2025.
Patric Sandri in seinem Atelier.
Untitled, Acryl auf Holz, transparentes Polyestergewebe, je 160 × 90 × 9 cm, 2024. Ausstellungsansicht, ReflektiΒ­onen/RΓ©flexions, Die Mobiliar, Bern (CH), 2024.
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Untitled, Acryl auf Holzkonstruktion hinter transparentem Trevirastoff, 90 × 60 × 6 cm, 2025. PR

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In seinen jΓΌngsten Arbeiten bespannte Sandri den Keilrahmen statt mit klassischer Leinwand mit durchscheinendem Voile-Stoff. Auf den ersten Blick entsteht eine FlΓ€che, doch die Farben leuchten von innen, wΓ€hrend die Rahmenkonstruktion sichtbar bleibt. Das farbige Strahlen entsteht durch Neonpigmente in Rot, Gelb und Blau auf den Innenkanten des Keilrahmens, die einen Schimmer an die Wand hinter dem GemΓ€lde werfen. Β«Die Farben werden zur LichtquelleΒ», erklΓ€rt Sandri. Β«Die OberflΓ€chen sΓ€useln mit visueller Reibung, wenn man sich auf das Werk zubewegt. Das Bild weigert sich, sich zu fixieren.Β» Die konsequente Arbeitsweise erzeugt ΓΌberraschende sinnliche Effekte – und beschert Sandri Erfolge in Galerien im In- und Ausland. Seine Arbeiten waren unter anderem in ZΓΌrich, Innsbruck, Wien, Neapel, Berlin und MΓΌnchen zu sehen und sind in bedeutenden Sammlungen vertreten – unter anderem in der Kunstsammlung der Stadt ZΓΌrich, der Esposito Collection in Neapel und der Collezione Imago Mundi in Mailand.
Die Preise liegen zwischen 2000 und 30’000 Franken. Atelierbesuche ΓΌber info@patricsandri.com. Mehr Infos: www.patricsandri.com.

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Dieser Artikel ist im MillionΓ€r, einem Magazin der Handelszeitung, erschienen (Dezember 2025).

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