Seit den frühen 2000er-Jahren boomte der Kunstmarkt: steigende Preise, früh gehypte Künstler, die auch am Sekundärmarkt heiss gehandelt wurden, Wartelisten, Auktionsrekorde. Getragen wurde der Boom von neuen Sammlern aus Asien, Tech-Milliardären und Käufern aus dem Nahen Osten. Es folgte eine kurze Schwächephase. Doch für 2025 zeigt der Markt wieder leicht nach oben. Laut dem «Art Basel & UBS Global Art Market Report» stieg das Umsatzvolumen um zaghafte vier Prozent auf rund 59,6 Milliarden Dollar. Die Zahlen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Das Wachstum konzentriert sich nämlich auf wenige spektakuläre Verkäufe im obersten Preissegment. Ganz anders sieht es bei kleineren und mittleren Galerien aus. Diese kämpfen mit stagnierender Nachfrage und steigenden Kosten. Nun hat auch noch der Krieg im Nahen Osten Fracht- und Versicherungskosten nach oben getrieben.
«Seit etwa letztem Sommer sind die Verkäufe eingebrochen», sagt der Zürcher Galerist und Kunsthändler Peter Kilchmann. Politische Unsicherheiten und Kriege hätten die Käufer stark verunsichert. Die Lage sei gravierender als 2008 oder während der Pandemie – und ohne klare Perspektive. Während sich global aufgestellte Mega-Galerien Marktanteile sichern, verlieren kleine und mittlere an Boden oder verschwinden ganz. Sogar der asiatische Markt hat an Dynamik verloren.