Die Falken steigen und die Seele baumeln lassen. Das ist Gleneagles in Schottland, ein Luxushotel mit Sternerestaurant und Golfplatz.
Urs Heller
Weltklasse: Die drei Championship-Plätze (der King’s Course, der Queen’s Course und der PGA Centenary Course) machen «Gleneagles» zur Kultadresse für Golferinnen und Golfer. HO Byline Fotograf / In
Der 28. September 2014 war kein schlechter Tag für den irischen Golfprofi Paul McGinley. Der Captain gewann mit dem Team Europa und Stars wie Rory McIlroy und Sergio García den Ryder Cup – im Golfsport das Spiel aller Spiele. Jamie Donaldson hämmerte den Ball auf Bahn 15 mit einem Zauberschlag an die Fahne. Die Entscheidung. Erst flossen die Tränen. Dann der Champagner. Ort des Geschehens: der von Jack Nicklaus designte PGA Centenary Golf Course des Gleneagles Hotel. Auch der Kontinentalwettkampf der Frauen (Solheim Cup) wurde hier im schottischen Gleneagles ausgetragen. Beide Events auf demselben Platz – das hat noch kein Golfclub geschafft.
Hideaway de luxe: 233 Zimmer, Sterneküche, drei Golfplätze und «Downton Abbey»-Feeling: Das ist das «Gleneagles».GLEESONPAULINO
Hideaway de luxe: 233 Zimmer, Sterneküche, drei Golfplätze und «Downton Abbey»-Feeling: Das ist das «Gleneagles».GLEESONPAULINO
Die Stars zogen weiter, die Spielbahnen gehören wieder den Freizeitgolfern. Und die haben die Qual der Wahl: King’s Course, Queen’s Course oder PGA Centenary Course. Alle drei 18-Loch-Schlaufen haben ihren Reiz. Auf dem Centenary Course kommen Erinnerungen an Ryder Cup und Co. hoch. Auf dem Queen’s sind die Spielbahnen kürzer, dafür stehen die 89 Bunker genau dort, wo man sie als Spieler nicht so gern sieht. Hier schlugen auch schon VIPs ab: Golflegende Seve Ballesteros. «Mister Bond» Sean Connery. Oder Astronaut und Commander Alan Shepard, der 1971 ein Eisen 6 an Bord der Apollo 14 geschmuggelt hatte und zum Entsetzen seiner Chefs in der Nasa-Bodenstation tatsächlich auf dem Mond ein paar Bälle schlug. Ein kleiner Schlag für Shepard, ein grosser Schlag für die Golf spielende Menschheit; das entsprechende Youtube-Video wird noch heute häufig angeklickt.
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Der King’s Course wurde bereits 1919, also fünf Jahre vor dem Bau des Hotels, eröffnet. Er gilt als Masterpiece von Designer James Braid. Ein typisch schottischer Links-Golfplatz mit präzis geschnittenen Fairways und erhöhten Greens mit traumhafter Aussicht. Üben kann man auf Gleneagles auch – auf dem PGA National Academy Course (9 Loch), auf der grosszügigen Driving Range (mit Trackman-Überwachung), unterstützt von erstklassigen PGA-Golflehrern. Das «Gleneagles» ist vom Flughafen Edinburgh in 45 Minuten zu erreichen. Wer im Luxushotel absteigt, kommt unkompliziert und ohne Handicapvorgabe zu den gewünschten Tee-Times. Die 54 Spielbahnen sind das ganze Jahr über geöffnet, mit der kleinen Einschränkung «subject to weather». Doch Schotten spielen eigentlich bei jedem Wetter.
The Century Bar Im «Gleneagles» beginnt der Abend an der Bar. Whiskys sind die Spezialität des Hauses.HO Byline Fotograf / In
The Century Bar Im «Gleneagles» beginnt der Abend an der Bar. Whiskys sind die Spezialität des Hauses.HO Byline Fotograf / In
Der Golfklub ist eine Ikone. Das Hotel ebenso. Das «Gleneagles» wurde am 7. Juni 1924 eröffnet, als Hideaway für die High Society. Die Schlagzeilen damals: «The Palace in the Glen», «A Riviera in the Highlands», «The Eighth Wonder of the World». Die Aufregung hat sich unterdessen etwas gelegt, der Glamour ist geblieben: 233 luxuriöse Zimmer und Suiten mit antikem Touch, noble Gesellschaftsräume, eher Privathaus denn Hotelkasten, eigene Falknerei. Und klar: Herzstück des Resorts ist eine Bar, The Century Bar. Man trinkt Whisky. Das «Gleneagles» hat eine beeindruckende Auswahl an besonders alten und besonders raren Flaschen. Berühmt ist auch «Auchterarder 70», die Craft-Beer-Bar im legendären Clubhaus. «Auchterarder 70» – das war früher die Telefonnummer des Hotels. Berühmtestes Restaurant: «Andrew Fairlie». Der Name ist eine Hommage an den bekanntesten schottischen Koch. Der Michelin rückte für die handgetauchten Jakobsmuscheln und den «Home-smoked Scottish lobster» zwei Sterne raus. Das schafft in Schottland nur noch einer: Chef Mark Donald auf «Glenturret», einen Katzensprung vom «Gleneagles» entfernt. Destillerie, Restaurant und das neue noble Gästehaus Aberturret Estate House gehören zur Lalique-Gruppe des Basler Unternehmers Silvio Denz.
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Landsitzeleganz Ein «Estate»-Zimmer im Hauptgebäude des «Gleneagles».HO Byline Fotograf / In
Landsitzeleganz Ein «Estate»-Zimmer im Hauptgebäude des «Gleneagles».HO Byline Fotograf / In
Five for the road
Mit Edelweiss ganzjährig nach Edinburgh, der Golfbag fliegt gratis mit. Flyedelweiss.com
«Gleneagles»: 233 Zimmer/ Suiten, 10 Restaurants und Bars. DZ ab 620 Fr. Gleneagles.com
«The Dormy»: Treffpunkt nach der Golfrunde im Klubhaus – mit Comfort-Food und Kaminfeuer.
Harris’s Hawks: als Golf-Alternative beim Falkner den Wüstenbussard steigen lassen, reiten, Tennis.
«The Glenturret»: Besuch in der ältesten aktiven Whiskybrennerei, Zweisterneküche. Theglenturret.com Infos: Tui.ch, Tel. 0848 848 444