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Equity Index Value als effizienter Diversifikationsfaktor

Mit gleichem Ansatz kann auch eine langfristige Performance auf Indexebene erzielt werden, mit geringer Korrelation zu anderen Faktoren.

Joshua Seager

SCHWEIZ ZUERICH FINANZPLATZ
Finanzwelt ZΓΌrich: Indizes sind besonders dort von Bedeutung. Keystone

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Value ist eine der bestuntersuchten RisikoprΓ€mien und bezeichnet die Strategie, Long-Positionen in Β«gΓΌnstigenΒ» Anlagen und Short-Positionen in Β«teurenΒ» Anlagen einzugehen. Value wurde erstmals als eine effektive Strategie fΓΌr Einzeltitel anerkannt. Seitdem hat sich jedoch erwiesen, dass die Strategie ebenso fΓΌr Aktienindizes, WΓ€hrungen, Staatsanleihen und Rohstoff-Futures geeignet ist. Anders gesagt, wenn Value in einer Anlageklasse gut abschneidet, neigt er im Durchschnitt auch in anderen Anlageklassen zu guten Ergebnissen und umgekehrt. Dieser Stil wurde auch von einigen der grΓΆssten Investoren verwendet: Eine aktuelle Studie zeigte insbesondere, dass Warren Buffets Alpha durch ein hohes, konstantes Exposure zu einem Β«ValueΒ» Faktor erklΓ€rbar ist.
Dass eine scheinbar so einfache Idee (Anlagen gΓΌnstig kaufen und teuer verkaufen) historisch so stark und fΓΌr alle Anlageklassen so verbreitet war, scheint verblΓΌffend, aber die Ursachen einer Β«ValueΒ» PrΓ€mie wurden eingehend untersucht.

Verhaltensmuster und Risiken erklΓ€ren die Existenz der PrΓ€mie

Verhaltensbasierte ErklÀrungen besagen, dass Value-Anlagen zu billig sind, weil die Anleger entweder Angst vor ihnen haben oder sich nicht für sie interessieren. Risikobasierte ErklÀrungen gehen von der Annahme aus, dass Value-Anlagen riskanter sind: Es kann sich um notleidende Anlagen handeln und/oder Anlagen mit volatilen Aussichten, und die Value-PrÀmie ist die Vergütung für die Übernahme dieses Risikos. Ein besonders attraktives Merkmal von Value-Strategien ist, dass sie tendenziell eine geringe bis negative Korrelation mit Momentum- oder Trendfolgestrategien aufweisen.

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Value Investing in Aktien: Einzeltitel vs. Indizes

WΓ€hrend das zugrunde liegende Prinzip des Value-Faktors fΓΌr Einzeltitel und Aktienindizes gleich ist, gehen die Strategien sehr unterschiedliche Exposures ein. Um ein Single Stock Value-Portfolio zu erstellen, ordnet man das Aktienuniversum nach einer Reihe von Bewertungskriterien ein und geht Long-Positionen in den gΓΌnstigsten und Short-Positionen in den teuersten Aktien ein. Angestrebt wird ein Exposure in den Value-RisikoprΓ€mien bei mΓΆglichst geringem Marktrisiko. Daher sind diese Strategien in der Regel sektor- und regionenneutral aufgebaut und haben wenig bis gar kein Markt-Beta.
Eine Equity Index Value-Strategie ist vΓΆllig anders. Indizes im Anlageuniversum werden nach Β«ValueΒ» bewertet, man geht in billigen MΓ€rkten Long-Positionen und in teuren MΓ€rkten Short-Positionen ein, was letztendlich zu geografischen Engagements fΓΌhrt. Im Gegensatz zu Single Stock Value dΓΌrfte Equity Index Value Renditen aus der relativen Performance regionaler Aktienindizes generieren. Dies stimmt zuversichtlich, dass die Strategien theoretisch nicht den gleichen Risiken ausgesetzt sind.

Wie verhΓ€lt sich Equity Index Value mit anderen RisikoprΓ€mien?

Backtests zeigen, dass diese Strategie eine geringe oder negative Korrelation zu anderen RisikoprΓ€mien aufweist. ErwartungsgemΓ€ss schneidet Equity Index Value in Zeiten von Marktstress am schlechtesten ab. Dieses Verhaltensmuster lΓ€sst sich auch bei Single Stock Value beobachten. Die Korrelationen zwischen den beiden Equity Value-Implementierungen sind jedoch sehr gering. Es gibt viele Faktoren, mit denen Investoren bestimmen, wie riskant ein Aktienmarkt ist; der offensichtlichste ist der politische und wirtschaftliche Hintergrund im Land des Aktienmarktes. Damit sind die Treiber dieser Value-Strategie vΓΆllig getrennt von denen des Single Stock Value, nΓ€mlich makroΓΆkonomisch im Gegensatz zu unternehmensspezifisch.

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Simulierte Wertentwicklung

Die Backtest-Analyse des Equity Index Value zeigt, dass sich die Strategie in der Vergangenheit gut entwickelt hat. Betrachtet man das makrophasenbedingte Verhalten, so stellt man fest, dass die Strategie in den meisten Perioden gut abschneidet, ausser bei Marktstress. Eine schlechte Performance in Phasen angespannter MΓ€rkte ist logisch, da Value-Strategien tendenziell in riskantere Anlagen investieren. Die gute Performance in Zeiten der Rezession scheint weniger intuitiv zu sein, es steckt jedoch eine gewisse Logik dahinter.
Value-Strategien funktionieren oft gut, wenn sich die MΓ€rkte erholen und wenn Anleger erkennen, dass die Situation vielleicht nicht ganz so schlecht ist wie befΓΌrchtet und sich von Anlagen abwenden, die bei angespannten MΓ€rkten teuer geworden sind, hin zu Anlagen, die preiswert geworden sind. Da Rezession und angespannte MΓ€rkte nicht immer ΓΌbereinstimmen, profitieren Value-Strategien von Phasen, in denen die Wirtschaft noch relativ schwach ist, sich der Markt aber erholt.
Verlustphasen zeigen, dass diese relativ begrenzt sind. Diese geschieht sowohl in Phasen, in denen sich Aktien gut als auch schlecht entwickeln. Infolgedessen gibt es keine eindeutige Korrelation zwischen der Strategie und den AktienmΓ€rkten. Einheitlicher sieht es bei Anleihen aus, die in Verlustphasen fΓΌr die Strategie stets eine starke positive Rendite erzielt haben.

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Ein diversifizierende Renditequelle

Value auf Indexebene kann mithilfe wichtiger Bewertungssignale erfolgreich identifiziert werden. WΓ€hrend sowohl der Equity Index Value-Faktor als auch der Single Stock Value-Faktor bei Marktstress am schlechtesten abschneiden, weisen beide eine geringe Paarkorrelation auf.
Die StΓ€rke des Equity Index Value zeigt sich als Diversifikator. Insgesamt sind die langfristigen Renditen trotz der jΓΌngsten MarktprΓ€ferenz fΓΌr Wachstumswerte attraktiv, die Strategie zeichnet sich insbesondere in Zeiten der makroΓΆkonomischen Erholung aus.
DarΓΌber hinaus ergibt die Drawdown-Analyse eine geringe oder negative Korrelation zu traditionellen RisikoprΓ€mien, insbesondere Anleihen. Equity Index Value bietet Anlegern Zugang zu einer differenzierten und diversifizierten Renditequellen, der mit einer breiten Palette anderer alternativer RisikoprΓ€mien kombiniert werden kann, um liquide, kostengΓΌnstige Renditen bei geringer Korrelation zu traditionellen RisikoprΓ€mien zu erzielen.
*Joshua Seager, Portfoliomanager, Cross Asset Solutions bei Unigestion

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