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Testfahrt

Gepflegte Raserei

Der Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid ist ein Beweis dafür, dass die besten Autos der Welt immer noch aus Deutschland kommen.

David Schnapp

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Der Super-Panamera zeigt, was die Plug-in-Hybrid-Technologie kann. PR

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Die besondere Kategorie der Hochleistungslimousine ist eine der auffälligen Spezialitäten der deutschen Automobilindustrie. Der praktische Viertürer mit 700 PS – es darf auch ein bisschen mehr sein – ist in der Regel «made in Germany». Nun kann zu Recht die Frage gestellt werden, warum man überhaupt ein bequemes, grosses Auto auf Steroiden fahren sollte, das mehr Leistung mobilisieren kann als die meisten Sportwagen. Die Antwort ergibt sich von selbst, wenn man einmal einen Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid auf der linken Spur einer deutschen Autobahn, zum Beispiel der A81 Richtung Stuttgart, bewegt hat: weil es möglich ist.
Diese Art der kultivierten, gepflegten Raserei beherrscht die Limousine von Porsche auf beeindruckend souveräne Art. Der Super-Panamera zeigt das heute technisch Machbare der Plug-in-Hybrid-Technologie, indem ein V8-Biturbo mit 441 kW mit einer Elektromaschine kombiniert wird. Diese ist vollständig in das Gehäuse und in den Kühlkreislauf des Getriebes integriert und leistet 140 kW. In der Summe ergibt das 782 PS Systemleistung und 1000 Nm Drehmoment sowie die Möglichkeit, in 2,9 Sekunden von null auf 100 zu beschleunigen und 325 km/h schnell zu werden. Das sind natürlich absurde Werte, aber gleichzeitig auch faszinierende – und, zugegebenermassen, auch eher kostspielige.

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David Schnapp schreibt seit vielen Jahren über Essen und Autos – irgendwie muss man schliesslich das Restaurant erreichen, sagt er.
Im Alltag, wo ich in der Regel nicht auf der linken Spur deutscher Autobahnen, sondern auf Kurz- und Mittelstrecken durch die Schweiz unterwegs bin, verbraucht der Panamera Turbo S weniger als sechs Liter auf 100 Kilometer, wenn man die Batterie regelmässig auflädt. Das ist ein beeindruckender Wert. Ob man den Porsche als gemütliche elektrische Kutsche oder als grollendes Biest bewegen will, entscheidet eine Drehung am Wählrad, das traditionell am Lenkrad angebracht ist. Gut 70 Kilometer lassen sich rein elektrisch zurücklegen, wenn einem der Sinn nach Entspannung und Effizienz steht.
Und im Vergleich etwa mit dem BMW M5 (727 PS Leistung) hat Porsche für den Panamera ein Abstimmungskonzept gewählt, das der Natur des Autos ausgezeichnet entspricht. Während BMW auf eine sportlich-straffe Abstimmung des konventionellen Fahrwerks setzt, hat Porsche eine brillante Lösung im Spannungsverhältnis zwischen Leistung und Komfort gefunden. Ermöglicht vom «Active Ride»-Luftfederfahrwerk, das jedes Rad einzeln ansteuern kann, was für eine Limousine von immerhin 2,3 Tonnen erstaunliche Resultate bringt. Öffnet man die Türen, hebt sich das Auto blitzschnell um 55 Millimeter, um in die Jahre gekommenen Rasern wie mir das Einsteigen zu erleichtern. In jeder Hinsicht vereint diese Überlimousine das Beste aus zwei Welten.

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  • Antrieb: V8-Biturbo mit Elektromaschine
  • Leistung: 782 PS (575 kWh)
  • 0–100 km/h: 2,9 s
  • Vmax: 325 km/h
  • Preis: ab 289'800 Fr.
  • Wohin: A81 Richtung Stuttgart
  • Soundtrack: «Thunderstruck» (AC/DC)

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