Die Duftikone J’adore erhält eine neue Facette. J’adore Intense — sinnlich, opulent.
Sara Allerstorfer
J’ADORE INTENSE Die neuste Duftversion von Francis Kurkdjian bekam eine leichtere Amphore aus dünnerem Glas mit zwanzig Prozent recyceltem Klarglas. zVg
Der französische Designer Hervé Van der Straeten entwarf für Dior einen Flacon, der bis heute zu den ikonischsten der Parfumgeschichte zählt: den für J’adore. Seine schlanke Silhouette mit dem goldenen Hals ist längst zu einem Symbol von Eleganz und Charakter geworden. Zur Lancierung von J’adore Intense erinnert sich Van der Straeten im Gespräch mit Frédéric Bourdelier, Direktor Brand Culture and Heritage bei Parfums Christian Dior, an die Entstehung des Designs.
Welches Objekt oder welche Werkreihe begründete Ihren Ruf?
Hervé Van der Straeten Ich fertigte Schmuckkollektionen aus fein vergoldetem, von Hand gehämmertem Messing. Es waren grafische, leuchtende und zeitlose Stücke, die an Frauen umwerfend aussahen. Das führte dazu, dass ich Accessoires für Defilees grosser Couturiers entwarf.
Wer nahm bei Dior damals als Erstes Kontakt mit Ihnen auf wegen des neuen Damenduftprojektes J’adore Dior?
Madame Marie-Christine de Sayn Wittgenstein, Kreativdirektorin von Dior Parfums, kontaktierte mich 1996, nachdem sie meine Arbeit in der Presse entdeckt hatte. Sie wollte bewusst mit einem Designer ausserhalb der Kosmetikwelt zusammenarbeiten. Unser erstes Treffen fand an der Avenue Hoche 33 in Paris statt. Sie verkörperte den Pariser Chic – mit natürlicher Eleganz und einer samtweichen Stimme. Ich war sofort fasziniert.
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HERVE VAN DER STRAETEN gründete 1985 sein eigenes Unternehmen für Möbel, Leuchten und Objekte aus Bronze.Stephan Julliard
HERVE VAN DER STRAETEN gründete 1985 sein eigenes Unternehmen für Möbel, Leuchten und Objekte aus Bronze.Stephan Julliard
Wie verlief der Prozess, der Sie zum finalen Flacon führte?
Man gab mir freie Hand. Die Gestal-tung des Flacons umfasste drei Phasen: die Formgebung, die Integration eines goldenen Elementes und die Platzierung von Namen und Logo. Jeder Schritt brach mit bestehenden Konventionen.
Woher kam die Inspiration für den charakteristischen Hals des Flacons?
Sie stammt von den emblematischen Halsringen der sogenannten Giraffenhalsfrauen des Padaung-Volkes in Myanmar, die John Galliano für eine seiner Shows neu interpretiert hatte. Jahre später sah ich diese Frauen selbst am Inle-See, wo sie ihre berühmten Halsringe mit Stolz trugen, während sie webten.
Was war die grösste Schwierigkeit beim Entwurf?
Die Essenz des Flacons zu bewahren. Ich wollte, dass er wie ein kostbares Objekt wirkt – fast wie ein persönlicher Talisman, den man behält, selbst wenn das Parfum aufgebraucht ist. Doch damals wurden Duftnamen meist sehr prominent auf den Flakons platziert, was die Magie und die Eleganz zerstörte. Schliesslich kam mir die Idee, den Namen wie einen Stempel verborgen im Verschluss zu platzieren. Das brach mit allen Konventionen. Wer würde ein Parfum lancieren, dessen Name versteckt ist? Gerade das machte den Flacon sofort wiedererkennbar – kraftvoll, fast wie ein Kunstwerk.