Statt ständig neue Taschen zu lancieren, kehren einige Marken zu ihren Bestsellern aus den 2000ern zurück. Neu interpretiert von den Kreativdirektoren von heute.
Sara Allerstorfer
BIKERLOOK Le City von Balenciaga, mittlere Grösse, ca. Fr. 2250.-. Baleniaga
Als Nicolas Ghesquière 2001 die Motorcycle Bag für Balenciaga entwarf – später als City Bag bekannt –, brach er mit der Vorstellung davon, wie eine Luxustasche auszusehen hatte. Statt auf Struktur setzte er auf geknautschtes Leder mit Narbung, auf Nieten, geflochtene Griffe und Zipper, an denen nachlässig lange Lederschnüre baumelten. «Ich wollte eine Tasche, die sich anfühlt wie eine Lederjacke», sagte der Designer später. Genau darin lag ihr Reiz: Die City wirkte nie geschniegelt, schon gar nicht kostbar im klassischen Sinn. Sie sah aus, als wäre sie bereits getragen worden, als hätte sie schon ein Leben hinter sich. Vielleicht ist das ihr eigentlicher Luxus – dass sie nicht perfekt ist, sondern mit der Zeit interessanter wird. Balenciaga führt diese Haltung mit einer Neuauflage weiter: Manche Taschen altern eben besser als Trends.
BOHO Mombasa von Saint Laurent, mittlere Grösse, ca. Fr. 3150.-.zVg
BOHO Mombasa von Saint Laurent, mittlere Grösse, ca. Fr. 3150.-.zVg
Saint Laurent
2002 entwarf Tom Ford, damaliger Kreativdirektor, die Mombasa für Yves Saint Laurent – und traf damit den Ton der frühen Nullerjahre. Entscheidend war ihr Griff: ein skulpturaler, halbmondförmiger Stab aus unbearbeitetem Horn, der die weiche Hobo-Form der Tasche wie ein Schmuckstück fasste und sie über Nacht zur It-Bag der sexy Tom-Ford-Ära machte. Nach 25 Jahren kehrt das Modell erstaunlich nah am Original unter Anthony Vaccarello zurück, mit wahlweise glattem Horn- oder Ledergriff. Ein Design, das zeigt: Wahre Ikonen brauchen kein Update.
Partner-Inhalte
Werbung
ELEGANT Baby Veneta von Bottega Veneta, Fr. 2690.-.zVg
ELEGANT Baby Veneta von Bottega Veneta, Fr. 2690.-.zVg
Bottega Veneta
Die Veneta gehört zu den stillen Ikonen von Bottega Veneta. Ihr Ursprung reicht in die 1970er-Jahre zurück, als Mitgründer Renzo Zengiaro eine weiche Sacktasche entwarf – als Gegenentwurf zu den damals verbreiteten starren Handtaschen. 2002 wurde das Modell als Veneta neu lanciert und zum Klassiker. Für Sommer 2026 interpretiert Kreativdirektorin Louise Trotter die Tasche erneut: mit gepolstertem Intrecciato aus ultraweichem Nappaleder, vier Grössen und elf Farben. Luxus zum Fühlen und weniger als Show-off.
MINIMAL Luggage Plat von Celine, ca. Fr. 1500.-.Photo: Gianluca Carraro / Gorunway.com
MINIMAL Luggage Plat von Celine, ca. Fr. 1500.-.Photo: Gianluca Carraro / Gorunway.com
Celine
Manche Taschen erkennt man schon aus der Entfernung. Die Luggage von Celine gehört dazu. Phoebe Philo entwarf sie 2010, gleich zu Beginn ihrer Ära als Kreativdirektorin des Hauses. Mit ihrer ausgestellten Form, den geschwungenen Seiten und der markanten Front wurde sie rasch zu einer der prägenden Taschen ihrer Zeit. Für die Gen Z holt Michael Rider das Modell nach fünfzehn Jahren zurück: mit der Luggage Phantom – weicher und mit noch mehr Volumen – und mit der Luggage Plat, einem ultraflachen Rechteck mit einem gebogenen Reissverschluss, der an unser liebstes Emoji erinnert: den Smiley.