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Neues Jahr, neuer Job

Der SchlΓΌssel fΓΌr den Neustart

Der Job passt nicht mehr – wie weiter? Coach Sacha Johann zeigt, wie der berufliche Neustart klappt.

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Der SchlΓΌssel zum neuen Job besteht aus mehreren Faktoren. Tessy Ruppert / Midjourney (Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen ΓΌberprΓΌft und finalisiert.)

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Gute VorsΓ€tze gehΓΆren zum neuen Jahr. Mehr Sport treiben, gesΓΌnder essen, die SteuererklΓ€rung endlich einmal frΓΌher abgeben. Doch fΓΌr viele steht 2026 ein anderer Punkt ganz oben auf der Liste: sich beruflich zu verΓ€ndern. Denn der RΓΌckblick auf das vergangene Jahr zeigt: Irgendwann ging die Freude an der eigenen TΓ€tigkeit verloren. Schleichend, fast unbemerkt. Der Job ist solide, das Gehalt stimmt, es macht Spass mit den Kollegen. Aber die Begeisterung? Sie fehlt.
Die Aufgaben sind zur Routine geworden, die Meetingthemen wiederholen sich, und von der Leidenschaft, mit der man einst in diese Position startete, ist nur Pragmatismus geblieben. Nun haben die Feiertage Raum fΓΌr Reflexion geboten. Man hatte Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die Erkenntnis: So kann es nicht weitergehen. Also fassen viele im neuen Jahr den Vorsatz, sich beruflich zu verΓ€ndern. Doch das ist leichter gesagt als getan. Folgende Tipps helfen beim beruflichen Neustart im Jahr 2026.

Essen, schlafen, arbeiten

Der erste Schritt klingt simpel, ist aber der anspruchsvollste: herausfinden, was man ΓΌberhaupt will. Wer sein Ziel nicht kennt, scrollt ziellos durch Stellenportale, schreibt halbherzige Bewerbungen und landet im schlimmsten Fall in einem neuen Job, der genauso wenig passt wie der alte.

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Hier setzt Sacha Johann an. Der Luzerner Coach und Unternehmer verfolgte lange Jahre eine Karriere in der Finanzbranche. Doch ihm fehlte irgendwann die ErfΓΌllung in seinem Job. Also hΓ€ngte er seinen Beruf an den Nagel und grΓΌndete die Agentur Premotion. Heute coacht er FΓΌhrungskrΓ€fte, Teams und Einzelpersonen, die auf der Suche nach der nΓ€chsten Herausforderung sind.
Β«Nach dem Schlafen verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens mit Arbeiten – rund einen Drittel. Das ist mehr Zeit, als wir der Familie, den Freunden oder unseren Hobbys widmenΒ», sagt Johann. Β«Da ist es doch zwingend, dass wir den Sinn in dem, was wir jeden Tag ΓΌber vierzig Jahre lang tun, finden und unser Schaffen danach ausrichten!Β»
Sacha Johann Experte fΓΌr Kommunikation, Teamentwicklung, FΓΌhrung & SINNhaftigkeit
PD
Sacha Johann Experte fΓΌr Kommunikation, Teamentwicklung, FΓΌhrung & SINNhaftigkeit
PD
Sacha Johann ist Coach, Sparringspartner und Mitinhaber der Kommunikationsagentur Premotion mit Sitz in Luzern und Standorten in Basel, Mailand und Mallorca. Nach einer Karriere in der Finanzbranche, die Johann als nicht mehr erfΓΌllend erlebte, grΓΌndete er 2002 seine Agentur, die nationale und internationale Unternehmen in den Bereichen Kommunikation, Eventmanagement und Training betreut. Im Zentrum von Johanns Arbeit steht die Frage nach der persΓΆnlichen und kollektiven Sinnhaftigkeit im Berufsleben.
Im Buch Β«Arbeite mit SINN!Β» (Goldegg Verlag, 2024) stellt Johann seine SINN-Formel vor – ein Instrument zur Selbstreflexion fΓΌr alle, die mehr ErfΓΌllung im Job suchen. Mit dem Buch will er die Diskussion rund um den Sinn aus der Β«Feenstaub-EckeΒ» holen. Das Buch richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an FΓΌhrungskrΓ€fte, die sich ein sinnerfΓΌlltes Arbeitsklima wΓΌnschen.

Wissen, wofΓΌr man arbeitet

DafΓΌr entwickelte Johann die SINN-Formel. Sie basiert auf vier Elementen. Das erste umfasst den aktuellen Standpunkt: Wo stehe ich heute? Sind bei mir Leistung, Leidenschaft und Lohn im Einklang? Es geht darum, zu klΓ€ren, ob man noch ErfΓΌllung findet in dem, was man tut, oder ob sich in den Jahren etwas verΓ€ndert hat. Wer seinen Standort kennt, schafft eine starke Basis fΓΌr neue Herausforderungen.

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Das zweite Element ist die innere Haltung, also die persΓΆnlichen Werte und das, was einen antreibt. Β«Was begeistert Sie persΓΆnlich?Β», fragt Johann. Dazu gehΓΆrt auch Leidenschaft, denn: Β«Ohne Leidenschaft fΓ€llt es einem schwer, langfristig motiviert zu bleiben. Leidenschaft ist, wenn ich mich mit etwas beschΓ€ftige, worin ich gut bin und was mir Freude bereitet.Β»
Beim dritten Element, dem Nutzen, geht es darum, zu definieren, welchen Wert man fΓΌr sich und andere stiften will. Im Job gibt es verschiedene Nutzen: Β«FΓΌr manche ist die Arbeit ein Mittel zum Zweck; sie dient dazu, Geld zu verdienen und die Familie zu ernΓ€hren oder sich ein gutes Leben leisten zu kΓΆnnen. Andere sehen den Job als MΓΆglichkeit, etwas zu bewegen, anderen Menschen zu helfen oder sie voranzubringen. Und dann gibt es die Menschen, die sich in ihrem Job selbst verwirklichen wollen.Β» Ob finanzielle Maximierung oder Selbstverwirklichung – der Nutzen muss individuell fΓΌr die Person stimmen.
Das vierte Element ist die Nachhaltigkeit: Grosse Ziele erreicht man nicht ΓΌber Nacht, sondern durch langfristig angelegtes Handeln. Β«Um die Leistungsbereitschaft im Job nachhaltig sicherzustellen, braucht es regelmΓ€ssig neue Ziele, die einen fordern.Β»

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Vernetzen, kommunizieren, Kaffee trinken

Johanns Formel ist ein Kompass. Sie hilft, persΓΆnliche BedΓΌrfnisse und Ziele zu erkennen – und herauszufinden, wie man diese im Arbeitsumfeld umsetzen kann. Der nΓ€chste berufliche Schritt sollte darauf aufbauen. Nur: Der Arbeitsmarkt hat sich verschlechtert. Die Arbeitslosenzahl in der Schweiz steigt.
Ob off- oder online, Networking gehΓΆrt heute zum beruflichen Werdegang dazu.
Ob off- oder online, Networking gehΓΆrt heute zum beruflichen Werdegang dazu.imago images/Imaginechina-Tuchong
Ob off- oder online, Networking gehΓΆrt heute zum beruflichen Werdegang dazu.
imago images/Imaginechina-Tuchong
Im November des vergangenen Jahres erreichte sie mit knapp 139'000 den HΓΆchststand seit Corona 2021. Und auch die Anzahl neu ausgeschriebener Stellen befindet sich seit zwei Jahren im Sinkflug. Dazu kommen Massenentlassungen in Grosskonzernen und Berichte von Bekannten, die sich monatelang mit der Stellensuche herumschlagen.
Β«Wir befinden uns jetzt in einem ArbeitgebermarktΒ», sagte der VergΓΌtungsexperte Urs Klingler. Die Verhandlungsmacht hat sich vom Arbeitnehmer hin zum Arbeitgeber verschoben. Sollte man in dieser Zeit wirklich die KΓΌndigung einreichen? Ist es nicht irrwitzig, den sicheren Job aufzugeben, wenn draussen ein Haifischbecken wartet?

Die Reissleine ist nicht immer die beste Option

Johanns Antwort ist klar: Eine KΓΌndigung muss nicht das Erste sein. Und schon gar nicht die einzige Option. Wer sich am aktuellen Ort grundsΓ€tzlich wohl fΓΌhlt, dem empfiehlt er das GesprΓ€ch mit den Vorgesetzten: Β«Schildern Sie Ihre Situation und bitten Sie um zusΓ€tzliche oder neue Herausforderungen oder fragen Sie, welche Neuorientierungen im Haus mΓΆglich sind.Β» Ein Wechsel in eine andere Abteilung, ein neues Projekt, mehr Verantwortung – all das kann neuen Schwung bringen, ohne dass man den Arbeitgeber wechseln muss.

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Zum Abklopfen der internen MΓΆglichkeiten gehΓΆrt auch der Blick nach aussen: auf Karriereplattformen wie Linkedin, ins eigene Netzwerk und auf Stellenportale. Zapfen Sie Ihr Netzwerk an und fragen Sie Leute mit interessanten Berufen, ob sie Zeit fΓΌr einen Kaffee hΓ€tten. Networking ist ein TΓΌrΓΆffner. Wer wartet, bis die perfekte Stelle ausgeschrieben wird, wartet oft vergebens. Denn Firmen schreiben viele Jobs nicht offiziell aus – sie werden hΓ€ufig durch Kontakte und GesprΓ€che vergeben.
Diese AktivitΓ€ten helfen. Wer merkt, dass im alten Job keine Aussichten bestehen, kann immer noch ins Blaue kΓΌndigen. Aber dann bewusst. Mit dem Wissen, dass man mΓΆglicherweise eine Lohneinbusse in Kauf nehmen muss. Oder dass die nΓ€chste Stelle nicht sofort kommt. Das kann angsteinflΓΆssend sein, gibt aber mΓΆglicherweise auch genau den Anstoss, der nΓΆtig ist, um sich mit dem eigenen Sinn auseinanderzusetzen. Denn am Ende geht es nicht darum, den Β«perfekten JobΒ» zu haben. Sondern den Job, der zu einem passt.

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