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Schlecht für den Wohlstand

Was die Geschichte über Zölle lehrt

Von den USA bis nach Indien: Historische Beispiele zeigen, dass Zölle dem Wohlstand im Weg stehen.

Peter Rohner

SCHWEIZ BOERSE ZUERICH SMI
Börsenkurse auf Talfahrt: Mit dem Wohlstand gehts bergab, wenn der Tariff Man sein Unwesen treibt. Keystone

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Der entzauberte McKinley

Trumps Überzeugung, dass Zölle die USA wohlhabend machen, basiert auf einer vereinfachten Sicht auf die Geschichte. Sein Ideal ist das goldene US-Zeitalter zwischen 1870 und 1913. Seine Bewunderung gilt vor allem William McKinley, dem US-Präsidenten von 1897 bis 1901. Er habe die USA mit Zöllen und Talent sehr reich gemacht. Doch genau betrachtet taugt dieses historische Beispiel nicht als Vorbild für hohe Zölle. Es stimmt zwar, dass sich McKinley als Abgeordneter für höhere Schutzzölle starkmachte. Deswegen wurden die 1890 eingeführten Zölle nach ihm benannt, welche die Zollbelastung importierter Industrieprodukte von rund 38 auf 50 Prozent anhoben. Doch McKinley, der sich im Wahlkampf als Tariff Man bezeichnete, änderte später seine Meinung und war gegen Ende seiner Amtszeit – er wurde erschossen – ein Anhänger von Freihandel und Zollabbau. Auch die Vorstellung, dass das goldene Zeitalter den hohen Zöllen zu verdanken ist, gilt als überholt. Viel wichtiger waren zu dieser Zeit der technologische Fortschritt, der Zugang zu günstigen Bodenschätzen und Rohstoffen sowie die Verfügbarkeit von massenweise eingewanderten Arbeitskräften. Die Zölle behin-derten die Entwicklung sogar eher, denn sie hatten einen negativen Effekt auf die Produktivität, wie neue Studien zeigen.

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