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Digital Shapers 2026

Energizers

Sie machen die Gewinnung, Speicherung und Verwendung von Energie effizienter durch die Digitalisierung.

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Digital Shapers: Energizers. KI-Illustration: Tessy Ruppert

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Die Digital Shapers treiben mit ihren Ideen und Projekten die digitale Transformation in der Schweiz voran. In zehn Kategorien werden die Vordenkerinnen und Vordenker aus Wirtschaft, Technologie, Wissenschaft und Gesellschaft vorgestellt. Sie stehen für Innovationskraft, unternehmerischen Mut und den Willen, mit digitalen Lösungen echten Mehrwert zu schaffen. So wird sichtbar, wer die digitale Zukunft der Schweiz aktiv gestaltet und prägt.

LILIANE ABLEITNER, 35

Mitgründerin und CEO Exnation, Zürich
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Stephan Rappo
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Stephan Rappo
Liliane Ableitner gehört zu einer Generation von jungen Unternehmerinnen, die technologische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden. Sie verzichtete auf eine sichere Corporate-Karriere und wagte den Sprung ins kalte Wasser: Nach dem Abschluss ihrer Promotion in Wirtschaftsinformatik an der ETH Zürich gründete sie 2020 das Klima-Tech-Start-up Exnaton. Gemeinsam mit zwei Doktoratskollegen startete Ableitner das Softwareunternehmen mit der Idee, Energieversorgern jene digitalen Werkzeuge zu geben, die es braucht, um Kundinnen und Kunden für die Energiewende zu gewinnen. Heute beliefert Exnaton rund 50 Unternehmen mit Software, die neuartige Stromprodukte am Markt ermöglicht und so den Wechsel zu nachhaltiger Energie vorantreibt. Der Erfolg ist nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich sichtbar: Exnaton konnte namhaftes Risikokapital einwerben – unter anderem von Deutschlands grösstem Venture-Capital-Geber – und beschäftigt inzwischen rund 35 hoch qualifizierte Mitarbeitende. Ableitners Laufbahn ist gespickt mit Auszeichnungen – von der Aufnahme in die «Forbes 30 Under 30»-Liste über den SAP Innovation Award bis hin zu einem TEDx-Auftritt in Zürich. Doch sie selbst misst Erfolg nicht an Trophäen, sondern an der Wirkung ihrer Produkte.
«Wir begeistern Haushalte und Unternehmen für die Energiewende und leisten einen messbaren Beitrag zur Emissionsreduktion. Das ist es, was für mich zählt», sagt Liliane Ableitner. Einen besonderen Schlüsselmoment in ihrer Karriere gab es bisher nicht. Stattdessen spricht sie von den vielen kleinen Herausforderungen des Alltags, die als Gründerin zu leisten sind. Entscheidend sei, diese nicht allein tragen zu müssen: «Meine beiden Mitgründer sind meine engsten Sparringspartner und meine grösste Motivation – zusammen meistern wir alles.» Nach dem erfolgreichen Ausbau des Geschäfts im deutschsprachigen Raum und im Benelux-Raum richtet die 35-Jährige den Blick bereits auf neue Märkte: «Ich werde in meiner Karriere sicherlich noch weitere Unternehmen gründen. Dabei sollen tolle Tech-Produkte entstehen, die echten gesellschaftlichen Nutzen stiften. Exnaton und die Energiewende sind erst der Anfang.»

PIERRE BI, 34

Gründer und CEO Enshift, Baar ZG
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Philippe Rossier
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Philippe Rossier
«2025 war ein Jahr des Durchbruchs für Enshift», sagt Pierre Bi mit der Gelassenheit eines Serial Entrepreneurs, der bereits einen Exit in dreistelliger Millionenhöhe hinter sich hat. Der Gründer und CEO des Zuger Cleantech-Unternehmens hat sein Geschäftsvolumen 2025 vervierfacht und Enshift zum am schnellsten wachsenden Unternehmen im Sektor der dezentralen erneuerbaren Energieanlagen entwickelt. Bevor Bi 2022 Enshift gründete, hatte er sein Start-up Aeris Health 2021 für über 70 Millionen Dollar an iRobot verkauft. Heute will der ETH- und MIT-Absolvent den Gebäudesektor mit einem vollständig integrierten Finanzierungs- und Betriebsmodell für Solaranlagen, Wärmesysteme und Speicherlösungen revolutionieren. Und das klappt sehr gut. Das Team wuchs von 20 auf 50 Mitarbeitende, die Series-A-Finanzierung über 17 Millionen Franken wurde erfolgreich abgeschlossen. Enshift realisiert Grossprojekte für Kunden wie die Schweizerische Post, Holcim, Lego und das Paul Scherrer Institut in Villigen sowie grosse Immobilienfonds im Bereich Wohnen und Gewerbe. Die internationale Expansion nach Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich läuft. Der Ansatz von Bi ist pragmatisch: «Unser Modell zeigt, dass Energietransformation nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch finanziell überzeugend ist.»

Weitere neun Kategorien

FELIX BÜNNING, 35

Mitgründer und VR-Präsident Viboo, Zürich
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Für Felix Bünning ist die Digitalisierung der effizienteste Hebel gegen die Klimakrise. Folglich wartet er nicht auf die Totalsanierung des weltweiten Gebäudebestands, sondern beweist, dass KI-gestützte Betriebsoptimierung in Bestandsgebäuden häufig die wirksamste Sofortmassnahme ist. Der Ansatz des Co-Gründers und CEO von Viboo: Gebäude prädiktiv steuern und damit ganz real den CO2-Fussabdruck von Bestandsbauten senken – bei einem minimalen digitalen Fussabdruck, der nur ein Prozent der Ersparnis ausmacht. Als Disruptor gegen die traditionelle Bauwelt sieht sich Bünning nicht, sondern als deren Partner: «Wir brauchen die klassische Baubranche, da digitale Lösungen nur gemeinsam mit ihr funktionieren.» Digitalisierung sei unerlässlich, um die Transformation zum erneuerbaren Energiesystem bezahlbar zu machen. «Die Umsetzung ist deutlich einfacher, wenn Technik, Installateure und Facility Manager an einem Strang ziehen.»

Partner-Inhalte

SÉBASTIEN CAJOT, 39

Mitgründer und CEO Urbio, Sitten VS
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Daniel Kunz
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Daniel Kunz
Netto null ist keine Frage des Wollens mehr, sondern der Umsetzung. Doch die Realisierung scheitert oft an Komplexität. «Je einfacher das Design emissionsarmer Infrastruktur wird, desto schneller kommt die Dynamik ins Rollen», so die Überzeugung von Sébastien Cajot. Vor sechs Jahren gründete der 39-Jährige Urbio, um die Planung städtischer Energiesysteme radikal zu vereinfachen und zu beschleunigen. Seine Mission ist es, die traditionelle Planung durch eine Software zu ersetzen, die das Unübersichtliche beherrschbar macht. Der Weg dorthin begann vor zehn Jahren während seiner Dissertation an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Dort legte Sébastien Cajot gemeinsam mit dem Mitgründer Nils Schüler das Fundament für Urbio: eine hoch entwickelte und dennoch intuitive Optimierungssoftware, um nachhaltige Szenarien auf Stadtebene zu untersuchen. Das Ziel dabei ist es, Zielkonflikte zwischen Kosten, CO2-Zielen und Ressourcenverbrauch aufzuzeigen und zu überwinden. Heute expandiert Cajot mit seiner Plattform europaweit, um den Ausbau von Fernwärmenetzen mittels KI zu beschleunigen. Er hält fest: «Es ist spannend, an der Schnittstelle zweier riesiger Chancen zu arbeiten: der Dekarbonisierung von Gebäuden und der Digitalisierung des Energiesektors.»

MARTIN EVERTS, 48

Managing Director Amag Energy & Mobility, Zürich
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Er gibt Gas: Martin Everts treibt bei Amag die Transformation vom klassischen Autohändler zum integrierten Anbieter für Mobilität, Energie und Infrastruktur voran. Als Managing Director Amag Energy & Mobility und VR-Präsident von Helion und AutoSense hat er ein Team aufgebaut, das an Lösungen für die Mobilitäts- und Energiewende der Schweiz arbeitet. Es geht um wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle rund um Lade- und Energielösungen für die E-Mobilität – mit messbarem Nachhaltigkeitseffekt. Everts’ prägendste Erkenntnis: «Die digitale Transformation geht weit über Technologie hinaus. Sie ist vor allem eine Frage von Kultur und Zusammenarbeit. Viele Technologien lassen sich leicht einführen, bei uns Menschen braucht Veränderung aber Zeit, Geduld und Vertrauen.» Mit den Amag-Tochtergesellschaften Helion und AutoSense ist der nächste Entwicklungsschritt klar: die intelligente Vernetzung von Fahrzeugen und Energie. Autos sollen dann laden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar und günstig ist. Everts’ Antrieb: «Ich möchte Veränderungen nicht nur vorantreiben und aktiv mitgestalten, sondern Menschen dafür begeistern und ihre Neugier wecken.»

GIAMPIERO FRISIO, 56

Leiter Sparte Elektrifizierung ABB, Zürich
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Jakob und Bertschi – Severin Jakob
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Jakob und Bertschi – Severin Jakob
Als Giampiero Frisio vor dreissig Jahren bei ABB als Testingenieur für Elektroprodukte begann, sah die Welt anders aus. Der Bereich Elektrifizierung breitete sich seither über die Jahre weiter in den Alltag aus. Ob das Elektroauto in der Garage oder die Wärmepumpe im Keller – überall fliesst Strom. «KI transformiert die Branche weiter», sagt Frisio. «Beispielsweise benötigen wir eine höhere Energiedichte auf immer kleinerem Raum, wodurch die Energieeffizienz in Rechenzentren noch wichtiger wird.» Für Frisio, heute Leiter des Geschäftsbereichs Elektrifizierung und damit in der Konzernleitung von ABB, ist das keine Bedrohung. Vielmehr der Moment, die Ärmel hochzukrempeln. «Das Ingenieurwesen ist meine Passion, das hier ist mein Traumjob.» Zu seiner Position gehört auch das Leiten von Teams, der «Energiequelle des Unternehmens», wie er sie nennt. Seinen Führungsstil bezeichnet Frisio als «empowering»: Menschen bekommen, was sie brauchen, um ihre Arbeit bestmöglich zu erledigen – wer eine klare Vision für ein Projekt hat, wird dazu ermutigt, dieses umzusetzen. «Das Ziel eines Chefs sollte es sein, dass seine eigene Rolle eigentlich gar nicht mehr benötigt wird.» Frisios Philosophie zahlt sich aus: Viele der von ihm rekrutierten Personen arbeiten noch heute bei ABB und bekleiden diverse Managementpositionen.

HAGEN LIHL, 31

Mitgründer und CEO UpGrid, Baar ZG
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Hagen Lihl ist CEO der Firma UpGrid, eines Cleantech-Start-ups mit Sitz in Baar ZG. Das Unternehmen hat er 2024 mitgegründet, um eine digitale Plattform zu entwickeln, über die lokal erzeugter Solarstrom transparent geteilt, gehandelt und finanziert werden kann – von Nachbarschaften bis zu Gemeinden und kleinen Unternehmen. Bei UpGrid sind die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Erfordernisse verbunden, sodass darauf basierend Energiegenossenschaften und lokale Energiegemeinschaften realisiert werden können. Der 31-Jährige wird damit gehört und gesehen, davon zeugen mitunter die Anerkennung in Schweizer Start-up-Programmen, die Validierung des Geschäftsmodells im Zünder Accelerator 2025 sowie Nominierungen für Branchenpreise. Bevor der Deutsche – Master in Finance der Universität St. Gallen, Master in internationalem Management der Università Bocconi – UpGrid gegründet hat, war Lihl während über neun Jahren bei Finanzdienstleistern unter Vertrag, darunter Goldman Sachs und Partners Group.

ROBERT PICONI, 55

Mitgründer, CEO und VR-Präsident Energy Vault, Lugano
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Sonne und Wind haben ein fundamentales Problem: Sie halten sich nicht an Arbeitszeiten. Wenn mittags die Sonne auf die Photovoltaik-Felder brennt oder im Winter die Stürme über die Windparks fegen, dann produzieren die Anlagen oft mehr Strom, als das Netz aufnehmen kann. Hier setzt Robert Piconi an. Der Mitgründer und CEO von Energy Vault widmet sich der Schicksalsfrage der Energiewende: Wie lässt sich Energie über viele Stunden oder gar Tage hinweg kostengünstig und ökologisch speichern, wenn herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien an Kapazitäts- und Preisgrenzen stossen? Piconis Antwort liegt in der Schwerkraft. Zur Speicherung von Energie nutzt er tonnenschwere Gewichte, die bei Stromüberschuss mit der zu viel vorhandenen Energie nach oben gezogen werden. Wird Energie benötigt, lässt man die Blöcke kontrolliert absinken, wobei Generatoren den Strom zurückgewinnen. Es ist das Prinzip eines Pumpspeicherkraftwerks, nur ohne Wasser und Berge, realisiert in gigantischen Hochhäusern. Herzstück des Unterfangens ist die Plattform «VaultOS» – eine KI-gesteuerte Software, die als Gehirn des Systems fungiert. Sie analysiert in Millisekunden Wetterdaten sowie Strommarktpreise und entscheidet vollautomatisch, wann die Gewichte bewegt werden müssen. Ohne diese digitale Orchestrierung wäre die präzise Steuerung der tonnenschweren Blöcke unmöglich. Es geht um kritische Infrastruktur, entsprechend gross sind die Anforderungen an die digitale Sicherheit, um die Systeme vor dem Zugriff von Cyberkriminellen zu schützen. Um seine Vision global zu skalieren, führte Piconi die Firma 2022 an die New Yorker Börse. Die Kotierung machte Energy Vault schlagartig zu einem der prominentesten Cleantech-Akteure.
Das Jahr 2024 markierte dabei einen strategischen Wendepunkt. Während Piconi im Vorjahr noch Rekordumsätze von über 340 Millionen Dollar durch den Verkauf grosser Batteriesysteme erzielte, steuerte er das Unternehmen zuletzt in eine neue Phase. Der Umsatz für 2024 belief sich auf rund 46,2 Millionen Dollar, ein bewusster Rückgang, der damit zu tun hat, dass das Unternehmen nun selbst Anlagen baut und betreibt. Dies, um langfristig stabile und hochmargige Erträge aus dem Stromhandel und aus Serviceverträgen zu generieren. Dieser Plan geht auf: Trotz geringerem Gesamtumsatz stieg die Bruttomarge im Jahr 2024 von 5,1 auf 13,4 Prozent. Mit prall gefüllten Auftragsbüchern im Umfang von gegen eine Milliarde Dollar und dem ersten weltweit in Betrieb genommenen Schwerkraft-Grossprojekt in China hat Piconi bewiesen, dass seine Vision die Nische verlassen hat. Er ist heute längst nicht mehr der anfangs belächelte Erfinder eines «ungeheuren Betonturms» als vielmehr der Architekt einer Lösung, die erneuerbare Energien, Schwerkraft und intelligente Software zu einem krisenfesten System verwebt.

DAVID TAYLOR, 38

Mitgründer und CEO Unbound Potential, Thalwil ZH
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Manuela Matt / Tamedia
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Manuela Matt / Tamedia
Wenn David Taylor über die Energiewende spricht, redet er auch über Windräder und Solarpanels, aber noch viel mehr über das Nadelöhr dazwischen: die Speicherung. «Wir planen den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, aber uns fehlt die Infrastruktur, um diesen Strom zu speichern», sagt der CEO von Unbound Potential. Ohne massive Kapazitätssprünge bei Batterien werde die Wirtschaft weiterhin an fossilen Kraftwerken hängen bleiben. Taylor will dieses Problem mit einer Technologie lösen, die das Konzept der Batterie neu denkt. Während herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus das Speichermaterial fest verbaut haben – was die Skalierung teuer und ökologisch fragwürdig macht –, setzt Unbound Potential auf eine radikal vereinfachte Form der Flussbatterie. Das Ziel: ein System, das so skalierbar ist wie ein Pumpspeicherkraftwerk, aber überall installiert werden kann. Und es eilt. «Die Wachstumsrate von KI-Rechenzentren liegt bei 30 Prozent, während der Netzausbau bei mickrigen 0,5 Prozent stagniert», so Taylor. Die Energienachfrage der Tech-Giganten droht das System zu sprengen. Dass Taylor mit Amazon bereits eine Absichtserklärung in der Tasche hat, unterstreicht die Relevanz seiner Lösung. Doch Taylor ist Realist. Er weiss, dass der Markt für Grossspeicher komplex ist und Fachkräfte nicht von den Bäumen fallen. Sein Ansatz ist auf Einfachheit getrimmt. Bis Mitte 2026 soll der erste Pilot beim Gesundheitspark Thalwil zeigen, dass die Technologie im Alltag besteht. Für Taylor ist klar: Nur wer die Energiefrage löst, kann die digitale Transformation sichern – effizient, nachhaltig und vor allem skalierbar.

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YVES ZISCHEK, 51

Managing Director Digital Realty Switzerland and Austria, Zürich
Reportage im Rechenzentrum von Interxion
Urs Jaudas
Reportage im Rechenzentrum von Interxion
Urs Jaudas
«Rechenzentren sind die Dampfmaschinen des 21. Jahrhunderts.» Mit dieser Aussage bezieht sich Yves Zischek auf eine Studie aus Österreich, die belegt, dass Orte, an denen die Dampftechnologie früh eingeführt wurde, bis heute von Vorteilen profitieren. «Und da Rechenzentren heutzutage die Grundlage für KI-Innovation, Digitalisierung und Wachstum bilden, ist der Vergleich berechtigt.» Yves Zischek setzt sich beruflich aber auch mit einer Schattenseite dieser Entwicklung auseinander: dem hohen Stromverbrauch sowie den Wärme- und Treibhausgasemissionen, die Rechenzentren verursachen. Mit Digital Realty verfolgt er grosse Ambitionen: Unter anderem soll der erste Schweizer Rechenzentrencampus entstehen, der hinsichtlich CO2 nicht nur netto null, sondern gar netto minus erreicht. Dies könnte bis 2030 Realität werden, dank verschiedener betrieblicher und technischer Optimierungen. Doch Zischek denkt über die Grenzen einzelner Rechenzentren hinaus. Er ist als Vizepräsident der Swiss Datacenter Association auch politisch aktiv: Mit dem Bundesamt für Umwelt hat er erwirkt, dass hiesige Rechenzentren als Teil der «Winterreserve» ihre Notstromaggregate dazu nutzen können, um Strommangellagen während der kalten Monate auszugleichen. Damit tragen die Dampfmaschinen des 21. Jahrhunderts sowohl zu Wohlstand als auch zu winterlichem Wohlbefinden bei.
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