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US-Zwischenwahlen

Die Lehre aus der US-Wahl: Trump bleibt Trump

Die Republikaner verlieren im Abgeordnetenhaus ihre Mehrheit. Doch es ist eine Niederlage, mit der Donald Trump leben kann.

Donald Trump
Im Wahlkampf fรผr die Prรคsidentenwahl 2020 kรถnnte Trump die Demokraten dafรผr verantwortlich machen, wenn nichts mehr vorwรคrts geht. Keystone

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Die Republikaner haben bei der Kongresswahl die Kontrolle รผber das Reprรคsentantenhaus verloren. Dennoch dรผrfte Prรคsident Donald Trump mit mehr Rรผckhalt aus der eigenen Partei in den nun beginnenden Kampf um seine Wiederwahl 2020 ziehen.
Denn viele der Republikaner, die am Dienstag als Verlierer dastanden, gehรถren zum moderaten Flรผgel. Sie hatten im Wahlkampf versucht, sich von Trump und dessen scharfer Rhetorik zumindest etwas zu distanzieren. Am Ende brachte ihnen das nichts.
Im Reprรคsentantenhaus sitzen somit ab Januar zwar weniger Republikaner. Aber es viele von ihnen kommen aus Wahlkreisen, die als sichere Trump-Hochburg gelten. Auch wenn der eine oder andere den Prรคsidenten fรผr die Verluste verantwortlich machen dรผrfte - mit Parteiaufstรคnden muss Trump kaum rechnen, zumal die Republikaner ihre Mehrheit im Senat sogar ausbauen konnten. Kurz gesagt: Trump bleibt Trump.

Noch stรคrker mobilisieren

Mit Blick auf die Prรคsidentenwahl 2020 wird er voraussichtlich jede Gelegenheit nutzen, seine passionierte Anhรคngerschaft noch stรคrker zu mobilisieren. Selbst im Angesicht einer grรถsseren demokratischen Opposition dรผrfte er weiter seine nationalistische ยซAmerica Firstยป-Doktrin pushen, die hochumstrittene Konfliktfelder wie den Kampf gegen illegale Einwanderung und Handelsprotektionismus priorisiert.

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Ihm ist klar, dass die Demokraten kein grรผnes Licht fรผr die Finanzierung der von ihm versprochenen Mauer an der Grenze zu Mexiko geben werden. Das wird ihn aber kaum davon abhalten, das Thema voranzutreiben.
Auch wird es nicht angenehm fรผr ihn, wenn die Demokraten wie angedroht Untersuchungsausschรผsse einsetzen, seine Steuerunterlagen durchleuchten und auf Konfrontation zu Gesetzesvorhaben gehen. Womรถglich spielt aber gerade das Trump in die Hรคnde. Denn mit den Demokraten hat er nun einen Gegenspieler, den er fรผr Blockaden verantwortlich machen kann.

Senatsmehrheit verteidigt

Keine Frage, der Verlust des Reprรคsentantenhauses muss Trump und die Republikaner schmerzen. Aber er war allgemein erwartet worden. Traditionell nutzen die Wรคhler die sogenannten Midterms, also die Abstimmungen zur Halbzeit zwischen zwei Prรคsidentschaftswahlen, als Gelegenheit, mit der Regierungspolitik abzurechnen.
Trump kรถnne die Niederlage somit abtun, sagte unlรคngst der Politologe Christian Lammert von der Freien Universitรคt Berlin der Nachrichtenagentur Reuters. Er kรถnne seine eigene Geschichte spinnen nach dem Motto: ยซJa, so ist das halt. Das passiert immer in den USA.ยป
Als Erfolg kann Trump fรผr sich verbuchen, dass die Mehrheit im Senat nicht nur verteidigt, sondern sogar ausgebaut wurde. Er hatte sich vor der Wahl vor allem fรผr Senatskandidaten in lรคndlich geprรคgten Bundesstaaten stark eingesetzt. Dort sitzen viele Trump-Fans.

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Der 72-Jรคhrige kann fรผr sich reklamieren, dass er als Wahlkรคmpfer in der Lage ist, genรผgend Anhรคnger fรผr einen Wahlsieg zu mobilisieren. Hinzu kommt, dass zwei seiner schรคrfsten und prominentesten parteiinternen Kritiker im Senat, Bob Corker und Jeff Flake, in den Ruhestand gehen.
Und auch der bisherige Prรคsident des Reprรคsentantenhauses, Paul Ryan, der bisweilen Trump kritisierte, nimmt seinen Hut. All das vergrรถssert Trumps Dominanz in der Republikanischen Partei noch mehr als sein Amtsantritt vor zwei Jahren.

Geht die Rechnung auf?

Ob die Rechnung mit Blick auf 2020 aufgeht, ist freilich ungewiss. Denn die Kongresswahl zeigt auch, dass die Demokraten besonders in Vorstรคdten hinzugewinnen konnten. Diese waren einst verlรคssliche Republikaner-Hochburgen.
Mit steigendem Bildungsgrad und Einkommen hat sich das geรคndert. Die Trump-Skepsis ist dort besonders hoch. Die Republikaner haben zudem seit lรคngerem Probleme, auch jenseits ihrer Anhรคngerschaft Wรคhler hinzuzugewinnen. Frauen, Vorstadt-Bewohner und Wรคhler mit hรถheren Bildungsabschlรผssen kommen ihnen abhanden.
Gleichzeitig schaffen sie es nicht, junge Wรคhler und Minderheiten in grossem Masse von sich zu รผberzeugen. Wenn Trump an seinem bisherigen Kurs und seinem Auftreten festhรคlt, kรถnnten sich diese Trends verfestigen.

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Sollte dann auch noch die Konjunktur abflauen, kรถnnte Trump eines seiner wichtigsten Argumente verlieren - die gute Wirtschaftslage, die fรผr Jobs und Wohlstand sorgt.

Blockierter Kongress

Angesichts der zu erwartenden Blockade wird der Kongress wohl in den kommenden zwei Jahren auch keine bedeutenden Gesetzesvorhaben zustande bringen. Die Republikaner kรถnnen dann bei der nรคchsten Wahl auf nur wenige Errungenschaften verweisen.
Die Steuerreform von 2017 wird fรผr viele Wรคhler nur noch eine ferne Erinnerung sein. Die Kandidaten, die mit Trump an ihrer Seite in den Wahlkampf ziehen, dรผrften sich schwertun, ein eigenes politisches Profil zu entwerfen. Womรถglich wollen sie das aber auch gar nicht, denn hรคufig gelingt amtierenden Prรคsidenten in den USA die Wiederwahl.
Und so gibt sich Trump per Twitter in einer ersten Reaktion nach der Kongresswahl auch รผberzeugt, dass der Abend aus seiner Sicht gut gelaufen ist: ยซRiesiger Erfolg heute Nacht. Danke an alle!ยป

(sda/ccr)

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