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Mit beachtlicher Konsequenz hat sich Italiens Anzug-Ikone von der Businessuniform emanzipiert. Doch nicht überall agiert die italienische Modegruppe so zukunftssicher.
Glamorous Business: Modeschau der Gruppe am historischen Sitz in Trivero.
Getty ImagesDrei gekreuzte Elastikbänder sind die Superstars des Milliardenkonzerns. Denn was manchen Herstellern nie gelingt, hat die Zegna-Gruppe geschafft, und das ausgerechnet im nicht gerade unterversorgten Markt für Sneakers: Der Triple Stitch, ein Freizeit-Turnschuh für distinguierte bis grau melierte Stadtbewohner, ist Zegnas selbst ernannter «Rekrutierungs-König»: Mehr als jeder dritte Erstkunde des Unternehmens steigt mit dem Kauf des Triple Stitch in die Zegna-Markenwelt ein. Luxuriöses Understatement, das ohne Logo auskommt, weil Kenner den Schuh ohnehin sofort zuordnen können. Das Umsatzziel von 100 Millionen Euro, vor einigen Jahren halb verschämt und halb übermütig ausgegeben, dürfte der Schlüpfer längst überschritten haben. Und warum auch nicht: Zum Sommer gibt es den Sneaker als Espadrilles mit Jutesohle für besinnliche 1050 Franken. Immerhin inklusive Schuhbeutel.

Der Sneaker Triple Stitch: Riesenerfolg und Umsatzkanone. Gehört zur Casual-Herrenuniform.
PD
Der Sneaker Triple Stitch: Riesenerfolg und Umsatzkanone. Gehört zur Casual-Herrenuniform.
PDDie Anzug-Ikone Zegna ist in Wahrheit längst eine Marke für Casual- oder Freizeitmode, mehr als die Hälfte des Geschäfts stammt inzwischen aus der sogenannten «Leisure Wear», klassische Büro-Outfits machen nur noch ein Viertel aus. Auch, weil Anzug, Krawatte und Oxford am Fuss nicht mehr Bürgerpflicht sind; Edoardo Zegna, Sohn des aktuellen Clanchefs Ermenegildo «Gildo» Zegna, hat am WEF in Davos beobachtet, dass immer «mindestens ein Redner den Triple Stitch trägt».
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