Guten Tag,
Der Swatch-Chef über Casino-Börsen, Aktionärsprämien, Trump-Hoffnungen – und seinen Vorstoss zur CS-Rettung.
Unbeirrbar: Nick Hayek folgt bei der finanziellen und personellen Führung der Swatch Group dem Pfad des Vaters und ist überzeugt ultrakonservativ.
Paolo Dutto für BILANZIm Zentrum meiner Bemühungen stehen unsere Angestellten und unsere Kunden und nicht die Personen, die mit dem Aktiengeschäft Geld verdienen. Die können natürlich ihre Meinung haben. Wenn sie derzeit unzufrieden sind, verstehe ich das. Ich bin ja auch Aktionär und hätte gern einen höheren Kurs.
Die Finanzcommunity war mit mir schon vor unserer Konferenz im Januar nicht zufrieden. Wir kennen deren Vertreter doch und erleben jedes Jahr das Gleiche. Ihr Geschäftsmodell ist es, Aktien zu verkaufen, meines ist es, schöne Uhren herzustellen und zu verkaufen. Für mich als Unternehmer spielt es keine Rolle, ob ein Analyst eine positive Meinung zur Aktie hat oder nicht, für unser Businessmodell oder die Strategie ist das irrelevant. Das ist die übliche Diskussion. Sie blieb auch im Januar langweilig anständig, bis sich ein Herr einschaltete, der gar nicht dabei sein sollte, da er kein Analyst war, sondern ein Fondsmanager mit einem relativ kleinen Portfolio von Swatch-Group-Aktien.
Er behauptete, die Aktionäre seien frustriert, und tat so, als würde er für alle Aktionäre sprechen. Das hat mich verärgert. Ich habe ihn energisch unterbrochen und darauf hingewiesen, dass ich selbst mit der Familie Hayek ein sehr grosser Aktionär bin. Ich gab ihm aber recht, dass die Aktie stark unterbewertet ist. Zumal unsere Bilanz unglaublich solid ist: kein Goodwill in den Büchern, keine Schulden, ein Immobilienportfolio mit null Hypotheken. Aber das scheint für die Börse irrelevant zu sein.
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