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Der Liftkonzern ist verschlossen wie nur wenige Firmen in der Schweiz. Ein Blick ins Innere.
Alfred N. Schindler (oben) ist der Patron des Konzerns. Chairman Silvio Napoli war einst sein Assistent.
kornel.ch für BILANZDie Zukunft des globalen Fahrstuhlwesens soll sich in einem Luzerner Vorort aufhalten. Auf dem «Campus» in Ebikon demonstrieren ein «Port Innovation Lab» sowie ein System namens Metacore, wie sich Personenströme in Hochhäusern steuern lassen, wie geschäftlich Anwesende und Bewohner eines Gebäudes getrennt befördert werden können, wie dank einer App auf dem Mobiltelefon eine Software schon vorab einen passenden Lift bereitstellt, was Digitalisierung ganz grundsätzlich zur Beschleunigung und Bereicherung der hausinternen Reisetätigkeit beizutragen vermag. So erzählen es jedenfalls frühere Besucher.
Ebikon LU ist die Heimat der Schindler-Aufzüge und -Fahrtreppen, auch wenn sich die übergeordnete Holding in ein Glaspalästli am Ufer des Vierwaldstättersees verzogen hat. Den Showroom konnten wir nicht persönlich in Augenschein nehmen – einen bereits fixierten Termin sagte der Konzern kurzfristig wieder ab, weil man nichts beitragen wolle zu einem womöglich kritischen, gar «unfairen» Artikel. Und zu Themen abseits technischer Innovationen könne man schon gar nichts sagen.
Dabei wäre die Zeit reif für eine stolze Kommunikationsoffensive. Nach einer tiefen Krise, ausgelöst durch Lieferengpässe, Covid-Wirren und interne Managementfehler, die den Kurs der Partizipationsscheine innert Jahresfrist von 300 Franken bis Herbst 2022 auf einen Tiefstwert von 150 Franken einbrechen liess, haben sich alle relevanten Kennzahlen erstaunlich schnell erholt. 2023 erzielte Schindler neben steigenden Umsätzen wieder eine Gewinnmarge auf Stufe Ebit, die sich den magischen Wert von zehn Prozent von oben anschauen darf, der Aktienkurs ist inzwischen wieder auf 220 Franken geklettert. Schindlers Aufzüge fahren wieder himmelwärts.
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