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Kowalskys Crashtest

Suunto erteilt Apple eine Nachhilfestunde

Endlich eine Sportuhr, die nicht nach Sportuhr aussieht: Die Suunto 9 Peak ist in fast jeder Hinsicht alltagstauglich.

Marc Kowalsky

Crashtest Illustration: Felice Bruno
Hallo, Apple, so macht man das! Felice Bruno fΓΌr BILANZ

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Die Hersteller von Sportuhren gehΓΆren – wenig ΓΌberraschend – zu den Pandemiegewinnern: Um 51 Prozent ist der europΓ€ische Markt im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, schliesslich hatten und haben wir in Zeiten des Homeoffice ausreichend Gelegenheit fΓΌr Joggingrunden und Fahrradtouren.
Profitiert hat davon auch der finnische Hersteller Suunto. Er gehΓΆrt der chinesischen Anta Sports – hierzulande kaum bekannt, aber der weltweit drittgrΓΆsste Hersteller von Sportartikeln. Auch Suunto ist in der Schweiz nicht unbedingt ein Haushaltsname, doch die Sportuhren aus Vantaa nahe Helsinki geniessen in Fachkreisen einen sehr guten Ruf.
MARC KOWALSKY ist ein Early Digital Immigrant. Seit ΓΌber 35 Jahren fΓΌhlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.
Den will Suunto nun weiter stΓ€rken mit ihrem neuen Flaggschiff, der 9 Peak. Mit ihren 52 Gramm ist sie die leichteste Sportuhr, die ich je getragen habe – Titan machts mΓΆglich. Dank des minimalistischen Designs sieht die Peak nicht nerdig aus, sondern macht sich gut auch im Alltag.
Mit 38  Millimetern Durchmesser ist sie aber eher fΓΌr grazile Damenhandgelenke geeignet als fΓΌr krΓ€ftige MΓ€nner wie mich. Der dicke Trauerrand an der LΓΌnette macht das eigentliche Display noch kleiner. Sehr hell ist es auch nicht, was die Lesbarkeit noch mal erschwert. Zwar soll sich die Hintergrundbeleuchtung automatisch einschalten, wenn man den Arm hebt, aber das klappt nur manchmal.

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Und dass man diese Funktion jede Nacht explizit deaktivieren muss, nervt. Wirklich beeindruckt, gerade angesichts der Uhrengrâsse, hat mich der Akku: Über eine Woche hat er bei mir durchgehalten, aufgeladen ist er wieder in einer Stunde. Hallo, Apple, so macht man das!
Die 9 Peak erfasst ΓΌber 80 verschiedene Sportarten, inklusive Nischen wie Jagen, Cheerleading oder Softball. Welche Parameter dabei jeweils angezeigt werden, kΓΆnnen Sie in der App personalisieren, auch ein Brustgurt lΓ€sst sich verbinden.

Suunto 9 Peak Titanium

Suunto 9 Peak
PD
Suunto 9 Peak
PD
Info: https://www.suunto.com/de-ch/
Preis: 769 Franken
Bewertung: β˜…β˜…β˜…β˜…

β˜…β€‰Technoschrott
β˜…β˜…β€‰verzichtbar
β˜…β˜…β˜…β€‰nice to have
β˜…β˜…β˜…β˜…β€‰cool
β˜…β˜…β˜…β˜…β˜…β€‰wegweisend
Auch sonst misst die Peak alles, was nicht niet- und nagelfest ist: den Sauerstoffgehalt des Blutes (wichtig fΓΌr HΓΆhenakklimatisation), den Stresslevel oder die SchlafqualitΓ€t – Letztere aber nicht so aussagekrΓ€ftig wie etwa Googles Nest Hub 2 (siehe BILANZ 6/2021).
Dank GPS wird sogar eine Turn-by-Turn-Navigation geboten, wenn man die Wegpunkte vorher in der App definiert. DafΓΌr fehlen ein Musikplayer und eine Β«Telefon findenΒ»-Funktion. Und mehr als nur eine Weckzeit einstellen zu kΓΆnnen, wΓ€re auch kein Luxus. Gerade bei dem Preis.

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Fazit: Die 9 Peak trΓ€gt sich angenehm, hΓ€lt lange durch, ist alltagstauglich und komplett ausgestattet. Nur das kleine und dΓΌstere Display ist ein Schwachpunkt.
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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