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Schweizer Banken

Eine Branche unter Dauerdruck

Alte Rezepte taugen nicht mehr; mit neuen wird experimentiert. Vermögen, Personalbestand und Aktienkurse sinken, nur die Cheflöhne bleiben hoch.

Erik Nolmans

Passers-by cross Paradeplatz square in Zurich, Switzerland, pictured on July 8, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Passanten gehen ueber den Paradeplatz in Zuerich, aufgenommen am 8. Juli 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bankerzentrum Paradeplatz: Negativzinsen, spärliche Neugelder, wegbröckelnde Jobs – der Kampf im Banking bleibt hart.

Keystone

Uff, noch mal davongekommen. Das war die Reaktion in der Branche nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 19. September. Nicht nur sah Währungshüter Thomas Jordan davon ab, die Zinsen weiter ins Negative zu senken, den Banken wurde gar ein Zückerlein gewährt: die Strafzinsen, welche die Banken der SNB abliefern müssen, werden reduziert, indem Jordan den Freiraum erweitert. Damit liess er etwas Druck aus dem Kessel, denn der war zuletzt arg gestiegen.

Lange war es in der Branche tabu gewesen, die Nationalbank zu kritisieren, aber am Bankentag von Mitte September sprach Verbandspräsident Herbert Scheidt Klartext: Mehr als zwei Milliarden Franken würden die Banken jährlich über Negativzinsen zahlen. Das seien fünf Prozent der Gesamterträge der Schweizer Banken und ein «erheblicher Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich».

Sinkende Margen, steigende Kosten

Ein paar Prozent mehr oder weniger in der Kasse können heute schnell zur Existenzfrage werden. Denn der Spielraum wird immer enger, die Margen sinken, die Erträge fliessen spärlich, während die Kosten aufgrund der verstärkten Regulierung explodieren. Längst fliesst das Geld aus dem In- und Ausland nicht mehr so leicht auf die Schweizer Konten – insgesamt gingen die verwalteten Vermögen laut dem jüngst veröffentlichten Bankenbarometer im letzten Jahr um 4,8 Prozent auf 6943 Milliarden Franken zurück. Die Zahl der Jobs ist seit Jahren am Schrumpfen.

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Erik Nolmans
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