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Machtnetz

Rahul Sahgal – Chef der Swiss AmCham – ist gefordert

Durch Comeback-­Präsident Trump sind die Drähte nach Washington für die Schweizer ­Wirtschaft wichtig wie nie.

Marc Kowalsky

09.08.2024 - Founex - Rahul Saghal, the new CEO of the Swiss-American Chamber of Commerce at his home. Photo Darrin Vanselow © DARRIN VANSELOW FÜR HANDELSZEITUNG

Der 46-jährige Rahul Sahgal übernimmt eine Schlüsselrolle in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA.

DARRIN VANSELOW/HANDELSZEITUNG

Wenn sich für den grössten Exportmarkt massive Umwälzungen ankündigen, läuten bei den Schweizer Unternehmen die Alarmglocken. Genau das ist momentan der Fall, da der designierte US-Präsident Donald Trump für seine zweite Amtszeit einschneidende Massnahmen wie Importzölle von 20  Prozent angekündigt hat. «Klar wachstumshemmend» wäre das, sagt Rahul Sahgal (46), der seit August der Swiss-American Chamber of Commerce (Swiss AmCham) vorsteht. Sein Vorgänger Martin Naville hatte die Handelskammer in seinen 20  Jahren als CEO zum heute wohl mächtigsten Wirtschaftsverband des Landes gemacht. Sahgal ist gefordert: Mit 350  Milliarden Dollar ist die Schweiz der sechstgrösste Direktinvestor in den USA, andersherum sind die USA der grösste hierzulande. Den Standort Schweiz im Transatlantikhandel kompetitiv zu halten, ist Sahgals Hauptaufgabe. Auch beim lang angedachten Freihandelsabkommen oder alternativ bei sektoriellen Vereinbarungen muss es vorwärtsgehen. Und er muss die Revision des Doppelbesteuerungsabkommens möglichst bald unter Dach und Fach bekommen. «Das ist unschätzbar wichtig sowohl für die Schweizer Wirtschaft wie auch für die US-Firmen hier», so Sahgal.

Die Karriere

Rahul Sahgal hat an der HSG studiert, zusammen mit Michael Steinmann, McKinsey-Chef Schweiz, Daniel Kessler, Ex-BCG-Schweiz-Chef, Investor David Braginsky sowie Schindler- und Kühne+Nagel-VR Tobias Staehelin. Als er bei Deloitte doktorierte, wurde er von Rieter unter CEO Hartmut Reuter als Berater für die Indien-Expansion geholt. Unter Reuter sowie dessen Nachfolger Martin Hirzel, heute Swissmem-Präsident, leitete Sahgal später die indische Landesgesellschaft des Rieter-Spin-offs Autoneum. Helene Budliger Artieda, damals HR-Leiterin im EDA und heutige Seco-Staatssekretärin, holte ihn 2013 in den diplomatischen Dienst. Unter Roberto Balzaretti, damals Botschafter in Brüssel und heute in Paris, musste Sahgal der EU die Masseneinwanderungsinitiative erklären. Als stellvertretender Leiter einer Sektion für multilaterale Friedenspolitik kümmerte er sich anschliessend um Mediationsprojekte im Südchinesischen Meer und Abrüstungsgespräche mit der Afrikanischen Union, bevor er für vier Jahre an der Schweizer Botschaft in den USA diente (siehe «Die Washington-Connection» rechts). 2021 holte ihn Daniela Stoffel, Staatssekretärin und persönliche Mitarbeiterin von Finanzminister Ueli Maurer, nach Bern zurück als stellvertretender Leiter der Steuerabteilung im Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF). Mit Maurer hatte Sahgal zu jener Zeit ebenso zu tun wie später mit dessen Nachfolgerin Karin Keller-Sutter. Er kümmerte sich um die Revision des Doppelbesteuerungsabkommens mit den USA und leitete die Verhandlungen zum Fatca-Modellwechsel. Seither hat er auch ein gutes Verhältnis zu AussenministerIgnazio Cassis.

Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda holte Sahgal 2013 in den diplomatischen Dienst.

Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda holte Sahgal 2013 in den diplomatischen Dienst.

Keystone
Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda holte Sahgal 2013 in den diplomatischen Dienst.

Seco-Staatssekretärin Helene Budliger Artieda holte Sahgal 2013 in den diplomatischen Dienst.

Keystone
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Marc Kowalsky

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