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Warum Edelweiss auf externe VR-Mitglieder verzichtet

Edelweiss, die kleine Schwester der Swiss, hat nun einen komplett vom Konzern dominierten Verwaltungsrat. Was steckt dahinter?

Dirk-Ruschmann

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Tochter oder Schwester? Edelweiss ist formal eine Tochter der Lufthansa, also Schwester der Swiss. Doch die Einbindung nimmt zu. Keystone

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Auf den ersten Blick ist es eine unscheinbare Personalie: Im Verwaltungsrat der Schweizer Ferienfluglinie Edelweiss kommt es zu Neubesetzungen. Der neue Swiss-CEO Dieter Vranckx ersetzt den scheidenden Thomas KlΓΌhr als Edelweiss-PrΓ€sident, dazu zieht Swiss-Finanzchef Markus Binkert in den VR ein. Dort sitzt ausserdem weiterhin Karl Ulrich Garnadt, ein hoch respektierter Lufthansa-Topmanager im Ruhestand.
Auf den zweiten Blick stellen sich diverse Fragen. Warum hat man den bisherigen Verwaltungsrat, dem Binkert folgt, den frΓΌheren Flughafen-CEO Josef Felder, nicht frΓΌher ersetzt? Felder hatte Edelweiss, von aussen unbemerkt, schon im vergangenen FrΓΌhling verlassen. Ein Insider sagt, Felder habe nach zwΓΆlf Jahren etwas anderes sehen wollen.
Neu soll er, der von Luzern aus arbeitet, in den VR der SGV Holding einziehen, die unter anderem die Schifffahrt auf dem VierwaldstΓ€ttersee betreibt. Doch warum verzichtet der Lufthansa-Konzern kΓΌnftig auf die oft wertvolle Perspektive eines externen VR-Mitglieds?
Offiziell sagt die Swiss, in der aktuellen Luftfahrt-Krise stΓΌnden vor allem finanzielle Themen im Vordergrund, deshalb mache die Berufung von Swiss-CFO Binkert Sinn. Und dass die Swiss gleich zwei Vertreter in den Edelweiss-Verwaltungsrat entsende, habe es auch frΓΌher schon gegeben.

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Normales Passagiervolumen schon 2022

Beides nicht falsch – doch die festere Umarmung der Edelweiss dΓΌrfte noch weitere GrΓΌnde haben. Zum einen als Zeichen der WertschΓ€tzung fΓΌr Binkert, der als logischer Nachfolger von KlΓΌhr galt, aber Vranckx den Vortritt lassen musste.
Zum anderen und Wichtigeren aber, dass Airlines nun verstΓ€rkt auf das GeschΓ€ft mit Touristen setzen – Luftfahrtexperten von Bernstein Research etwa gehen davon aus, dass das Passagiervolumen im Segment Β«LeisureΒ» schon 2022 wieder auf das Vor-Corona-Niveau steigen wird, wΓ€hrend es bei den lukrativen GeschΓ€ftsreisen mindestens bis 2025 dauern dΓΌrfte – wenn ΓΌberhaupt. Denn viele Firmen ersetzen wohl teure Dienstreisen dauerhaft durch Videokonferenzen.
Auch deshalb konzentriert sich Lufthansa-Boss Carsten Spohr derzeit darauf, die touristischen Flugangebote in Deutschland, derzeit auf mehrere Lufthansa-TΓΆchter verteilt, unter dem Dach der Eurowings zu zentralisieren.
In der Schweiz arbeiten Swiss und Edelweiss unter CEO Bernd Bauer bereits eng zusammen. FlugplΓ€ne werden abgestimmt, das Ertragsmanagement wird aus einer Hand erledigt, Swiss fungiert mit ihren Kurzstrecken als Zubringer fΓΌr die Langstrecken der Edelweiss, vertritt sie in Konzerngremien.

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Doch da geht noch mehr. Und zudem plant die Swiss schon lΓ€nger, fΓΌr die beiden Airlines einen gemeinsamen Jahresabschluss vorzulegen, sicherlich unter FΓΌhrung der grossen Schwester: Da ist der Weg zu gemeinsamer Finanzplanung nicht weit. Binkert lΓ€uft sich fΓΌr alle FΓ€lle warm.
Brussels Airlines CFO Dieter Vranckx pictured after an Extraordinary Works Council of Brussels Airlines, Tuesday 12 May 2020 in Zaventem. Brussels Airlines flights are suspended till June 1st in the ongoing corona virus crisis. Staff applied for temporary unemployment. BELGA PHOTO THIERRY ROGE
Markis Binkert
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Dieter Vranckx: AlsΒ neuer CEO der Swiss prΓ€sidiert er traditionell den Verwaltungsrat der Touristik-Schwester. BELGA
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