> POTENZIAL
Wie gut die Adipositas-Behandlung funktioniert, will Fumagalli in einer Studie aufzeigen, die er 2022 in einer medizinischen Zeitschrift veröffentlichen will. Die Studie basiert auf etwa 10 000 Patientinnen und Patienten, die während 15 Jahren von rund 30 Ärztinnen und Ärzten behandelt wurden und durchschnittlich 20 Kilogramm in 180 Tagen abnahmen. Fumagalli, der 2004 die Firma Sinomedica gründete und schweizweit sieben Praxen betreibt, sieht aber auch auf anderen Gebieten grosse Chancen. Etwa bei Krebsbehandlungen. So könnten mit Akupunktur schwere Nebenwirkungen gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.
> PRODUKT
Massimo Fumagalli spricht nicht von Meridianen oder Yin und Yang. «Als philosophische Konzepte hinter der Akupunktur sind sie zwar interessant», sagt er. Mit der medizinischen Wirkung hätten sie aber nicht viel zu tun. Wichtiger sei, dass die in 5000 Jahren entwickelten 780 Akupunkturpunkte in der Praxis funktionierten. Das von ihm entwickelte Abnehm-Konzept kombiniert Fumagalli mit einer «sehr strikten» Diät. «Ein Patient muss sein Idealgewicht erreichen, ansonsten nimmt er rasch wieder zu.» Schuld daran sind die in Ungleichgewicht geratenen Hormone Ghrelin und Leptin. Während Ghrelin den Hunger anregt, sorgt Leptin für ein Sättigungsgefühl. Bringt man zu viele Kilos auf die Waage, blockieren sich die Leptine. Man verbrennt schlechter und hat mehr Hunger. «Ein Teufelskreis.» Mit seiner Akupunkturtechnik bringt Fumagalli die beiden Hormone wieder ins Gleichgewicht. Das extreme Hungergefühl wird abgemildert und die Diät erträglicher.