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Wie die meisten Luxusanbieter leidet auch Chanel unter der Krise in der Branche. 2024 verzeichnete der französische Konzern einen Umsatzrückgang um 5,3 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar, der Gewinn schmolz gar um 28,2 Prozent auf 3,4 Milliarden. Liessen sich die Chanel-Besitzer Alain (77) und Gérard Wertheimer (74) 2023 noch eine Dividende von 5,7 Milliarden auszahlen, verzichteten sie diesmal auf eine Ausschüttung. Dafür setzen sie auf die Stärkung des Luxuskonzerns und investieren dazu 1,8 Milliarden Dollar. So erweitert das berühmte Modehaus an der Rue Cambon in Paris das Netz an Boutiquen, beispielsweise an der Fifth Avenue in New York, daneben auch in Nanjing, Chengdu und Tokio. Inzwischen zählt die Marke mit dem verschlungenen Doppel-C weltweit gegen 700 Geschäfte.
Die Gebrüder Wertheimer – Gérard lebt seit Jahren in Genf, Alain in New York – veröffentlichen während des Jahres keine Zahlen. Doch angesichts des Abschwungs in der Luxusbranche darf darauf geschlossen werden, dass das Geschäft auch bei Chanel harzig läuft. Zwar erholt sich der wichtige chinesische Markt, doch die Verunsicherung wegen der US-Zölle drückt auf die Nachfrage.
Die Wertheimers haben ihr Anlageportfolio, das von ihrem Halbbruder Charles Heilbronn über ihr Family Office Mousse Partners verwaltet wird, mit Immobilien und nichtbörsennotierten Unternehmen diversifiziert. So erwarben sie eine Beteiligung von 14 Prozent an The Row; das amerikanische Modelabel wurde von Mary-Kate und Ashley Olsen aufgebaut, die als Olsen Twins berühmt wurden.
Auch Gérard Wertheimers Sohn David (39) tritt als Investor auf. Über seine Private-Equity-Firma 1686 Partners hat er mehrere Luxusunternehmen erworben, so aus den Branchen Uhren, Brillen, Skibekleidung sowie Gastronomie.
(Stand: November 2025)
Entwicklung des Vermögens
Lange hielten sich die Roche-Erben von der Öffentlichkeit fern. Das hat sich geändert. Maja Hoffmann steht als Präsidentin des Locarno Film Festival im Rampenlicht, Roche-Verwaltungsrat Jörg Duschmalé (41, Bild) tritt in einer Fernsehdokumentation auf, und Roche-Vizepräsident André Hoffmann (67) wirbt als Co-Buchautor für einen verantwortungsvollen Kapitalismus. In «Die neue Natur des Wirtschaftens: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Wohlstand» fordert Hoffmann Unternehmen auf, ihren Erfolg nicht nur an Profiten zu messen, sondern auch an ihrem Beitrag zu Umwelt und Gesellschaft.
Dabei gewährt der Familiensprecher auch Einblicke in seine Erfahrungen beim Pharmakonzern Roche. Die Nachfahren von Firmengründer Fritz Hoffmann-La Roche kontrollieren 72,5 Prozent der stimmberechtigten Inhaberaktien des Basler Pharmariesen. Im nächsten Jahr soll die komplexe Aktienstruktur des 1896 gegründeten Unternehmens modernisiert und die veralteten Genuss- in Partizipationsscheine umgetauscht werden.
Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von Diskussionen über Medikamentenpreise und den neuen US-Zöllen auf Pharmaprodukten. Als Reaktion darauf kündigte Roche Investitionen von 50 Milliarden Dollar in amerikanische Produktionsstätten sowie Einrichtungen in Forschung und Entwicklung an. Die US-Tochter Genentech errichtet derzeit für 700 Millionen Dollar ein neues Werk in North Carolina, das Medikamente gegen Fettleibigkeit herstellen wird. Um in diesem boomenden Therapiefeld aufzuholen, übernahm Roche für 2,4 Milliarden Dollar das auf Stoffwechselerkrankungen spezialisierte Biotechnologie-Unternehmen 89bio. Trotz aller Turbulenzen und anhaltenden Unsicherheiten, vor allem in den Vereinigten Staaten, konnten die Roche-Aktien im Jahresvergleich zulegen.
(Stand: November 2025)
Entwicklung des Vermögens
Es war ein wenig erfreuliches Jahr für Klaus-Michael Kühne, den 88-jährigen Doyen der Logistikbranche. Seine beiden Hauptbeteiligungen, die 54 Prozent am Logistikkonzern Kühne+Nagel und die rund 30 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd, gingen im Wert massiv zurück, was auf den beiden Positionen zusammen einen Buchverlust von rund sechs Milliarden Franken bedeutet. Die Sonderkonjunktur der Corona-Zeiten ist endgültig vorbei, die Logistikbranche wird von sinkenden Frachtraten und rückläufigen Gewinnen geprägt. Bei Kühne+Nagel belasteten zusätzlich Währungseffekte, insbesondere die Dollar- und Euroschwäche, das Ergebnis im ersten Halbjahr 2025.
Etwas zulegen konnte indes seine Beteiligung an der deutschen Airline Lufthansa, die er in den letzten Jahren auf knapp 20 Prozent ausgebaut hat. Angesichts der eher schwierigen Marktlage in der Logistik ist es sicher ein Vorteil, dass Kühne auch etwas ausserhalb des angestammten Bereichs investiert hat, etwa 2024 mit der Übernahme des Pharmaherstellers Aenova oder dem Kauf eines substanziellen Anteils am Fernbus- und Bahnbetreiber Flix.
Persönlich lässt es der lange Zeit sehr vitale Unternehmer etwas ruhiger angehen, ist er doch wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr so gut zu Fuss wie auch schon. Nach wie vor mit viel Engagement verfolgt er seine Stiftungsaktivitäten, viele davon im medizinischen Bereich, einem Segment, für das sich auch Gattin Christine sehr interessiert.
Klaus-Michael Kühne engagiert sich aber auch im Kulturbereich. So ist er etwa Hauptsponsor des Lucerne Festival und der Elbphilharmonie in Hamburg und investiert ausserdem Millionenbeträge in den Fussballclub Hamburger SV. Auch das Thema Ausbildung ist ihm ein wichtiges Anliegen. Im Jahr 2010 gründete er die private Hochschule Kühne Logistics University in Hamburg.
(Stand: November 2025)
Entwicklung des Vermögens
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