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Big Spender

Finanzmetropole Zürich mit Ausgabenproblem

Einen Rekordschuldenberg, den können sowohl Zürich als auch die USA vorweisen. Derweil stellt sich mit Céline Amaudruz die erste Anwärterin auf die Parmelin-Nachfolge vor.

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Dass die Attacken gegen Céline Armaudruz von SVP-Hardlinern aus der Deutsch-Schweiz kommen, zeigt, dass sie gute Chancen in der Bundesversammlung hat.
Dass die Attacken gegen Céline Armaudruz von SVP-Hardlinern aus der Deutsch-Schweiz kommen, zeigt, dass sie gute Chancen in der Bundesversammlung hat.BILANZ

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Die grosse Schuldenangst mit steigenden Anleihen-Kursen verunsichert die Märkte von New York bis Paris, und normalerweise betrachten wir in der der sicheren Schweiz ja derartige auswärtige Spektakel mit genüsslichem Schaudern. Doch dann das: Der Wirtschaftsmetropole des Landes droht ein Verlust des Top-Ratings AAA, wie der grüne Finanzvorsteher Daniel Leupi diese Woche bestätigte. Die US-Ratingagentur S&P hat den Ausblick ihres Kreditratings für die Stadt Zürich auf AA+ gesenkt. Der Grund: steigende Ausgaben (plus 50 Prozent in den letzten vier Jahren) führten zu einem Anstieg der Verschuldung in fast gleicher Höhe – mathematisch wenig komplex.
Big Spender Leupi, dessen Partei den Schub mit Investitionen in den öffentlichen Verkehr, Wärmeanlagen und Klimamassnahmen massiv befeuert hat, muss plötzlich zurückbuchstabieren. Da sei die ketzerische Frage erlaubt: Wie stark liegt ihm die fiskalische Gesundheit seiner Stadt wirklich am Herzen?
Zum Auszug der Banken Vontobel und Cembra hielt er nur lapidar fest, die Stadt habe halt keine Flächen, die sie zur Verfügung stellen könnte. Und überhaupt: Die Aufregung über den Wegzug der Steuerzahler sei «teilweise auch übertrieben». Klingt nicht nach hartem Standort-Kampf. Gewiss, Zürich kann es sich leisten. Aber das gilt erst recht für Zug – und dort wird dennoch gefightet. Die Stadt kann sogar darauf verzichten, ein Kreditrating einzuziehen: Sie hat es schlicht nicht nötig, Anleihen zu emittieren. Davon kann Zürich nur träumen.

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Doppelter Abgang

Da sind zwei prominente Frauen diese Woche abgetreten, die so viel gemeinsam haben wie Angela Merkel und Madonna: Die deutsche Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas und die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle. Die eine empfand die Reaktion nach dem Tod ihrer Schwiegertochter als zu respektlos, die andere empfand der Präsident im Wahlkampf als zu wertelos.
Ja, wir spitzen etwas zu, aber diese Gemeinsamkeit fällt doch auf: Akuter Anfall von Doppelmoral. Was den respektlosen Umgang mit Parteikollegen angeht, hat die nur vermeintlich links-gutmenschelnde SPD stets einen Spitzenplatz belegt, wie die zahlreichen rüden Abgänge der letzten Jahre zeigen. Und dass Trump bei der von ihm gekürten Botschafterin, vier Jahre Partnerin seines Sohns Donald jr., den Gebrauch eines Privatjets eines griechisch-amerikanischen Geschäftsfreundes als korrupt geisselt, ist eine spezielle Wendung: Er selbst fliegt mit einer Maschine, die ihm die Kataris geschenkt haben, und nach neusten Schätzungen liegt sein Bereicherungs-Stand im Amt bei etwa 3 Milliarden Dollar. Heuchelei von links bis rechts.

Genfer Kandidatin

Und weil noch Ferien sind und in der Firmenwelt diese Woche wenig passiert ist, wenden wir uns einem dritten politischem Thema zu – und da tritt eine Frau an: Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz will Bundesrat Parmelin beerben, wie sie gestern verkündete – und tatsächlich kommt es zu der absurden Debatte, ob sie mit zwei kleinen Töchtern – ein und drei Jahre alt – die Aufgabe bewältigen kann. «Welche Botschaft senden wir damit an Frauen?» zeigt sich die Kandidatin gänzlich ungeheuchelt verärgert.

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Dass die Attacken aus der Deutsch-Schweiz kommen, zeigt nur, dass sie durchaus gute Chancen hat: Die SVP-Hardliner tun sich mit den Romands tendenziell schwer, weil sie schwieriger zu kontrollieren sind, doch das erhöht wiederum ihre Wahlchancen in der Bundesversammlung. Bei ihrem Auftritt sprach die erste offizielle Kandidatin auch Deutsch, Italienisch und Englisch. Der weite Blick ist den Genfern eigen, man denke nur an ihre letzte Bundesrätin Calmy-Rey. Trotz der notorisch-undisziplinierten Genfer Fiskalpolitik bewertet S&P ihren Kanton mit AA+ – wie demnächst auch Zürich. Vielleicht ist der Blick hier nicht immer weit genug.

Nächste Woche: Wunsch nach Patt

Die US-Inflation steigt und mit ihr die Zinsen, und all das bei einem Rekordschuldenberg von mehr als 40'000 Milliarden Dollar – eine ungemütliche Gemengelage. In zweieinhalb Wochen finden endlich die US-Zwischenwahlen statt, und die grosse Frage bleibt: Welches Resultat ist für die Wirtschaft am besten?
Nicht wenige wünschen sich ein entschiedenes Patt – demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, weiterhin eine republikanische Mehrheit im Senat. Auch unsere Gäste vom Bilanz Business Talk, ausgestrahlt am Sonntag und in der Woche (siehe unten)? Schalten Sie ein!

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