Erstens ist es unnötig: Welcher Recruiter will schon das Gesülze von Bewerbern über deren Heldentaten im Beruf lesen? Welche Personalabteilung glaubt heute noch daran, dass ein Bewerber genau bei der Firma x arbeiten will – und nur bei ihr? Substanz statt Geschwafel lautet die Devise – und die findet das HR respektive der vorgelagerte Recruiting-Algorithmus nicht im Anschreiben, sondern in den harten Fakten des Lebenslaufes.
Zweitens ist das Motivationsschreiben ein Hindernis, das es zu beseitigen gilt. Wer heute als Unternehmen Bewerbern nicht den roten Teppich ausrollt, also den Recruitingprozess so einfach wie möglich gestaltet, hat bald keine Bewerber mehr. Studien zeigen klar: Die grösste Hürde – und Bürde – bei jeder Bewerbung ist das Anschreiben.
Kurz: Das Motivationsschreiben ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Stellensuchende von den Firmen als Bittsteller wahrgenommen wurden. Also Schluss damit! Welches Unternehmen geht voran?
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der Luxusgüterbranche.
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der Luxusgüterbranche.