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Macht Schluss mit Anschreiben!

Das Geflunkere im Motivationsschreiben zu erkennen, ist der neuste Trend. Dabei sind die Schreiben ohnehin ein Relikt der Vergangenheit.

Marcel Speiser, Ringier AG

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Bewerber: Das Anschreiben ist einer der TΓΌrΓΆffner zum VorstellungsgesprΓ€ch. Getty Images

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Es gibt heute Software, die das Geflunkere von Bewerbern in Motivationsschreiben mit hoher Treffgenauigkeit erkennen kann. Grossartig. Doch eigentlich ist ein solches Tool ΓΌberflΓΌssig. Nicht weil Bewerber ihre Leistungen nicht regelmΓ€ssig ΓΌber GebΓΌhr schΓΆnschreiben wΓΌrden, sondern schlicht weil das Anschreiben auf den MΓΌllhaufen der Geschichte gehΓΆrt. Und zwar ein fΓΌr allemal.
Erstens ist es unnΓΆtig: Welcher Recruiter will schon das GesΓΌlze von Bewerbern ΓΌber deren Heldentaten im Beruf lesen? Welche Personalabteilung glaubt heute noch daran, dass ein Bewerber genau bei der Firma x arbeiten will – und nur bei ihr? Substanz statt Geschwafel lautet die Devise – und die findet das HR respektive der vorgelagerte Recruiting-Algorithmus nicht im Anschreiben, sondern in den harten Fakten des Lebenslaufes.
Zweitens ist das Motivationsschreiben ein Hindernis, das es zu beseitigen gilt. Wer heute als Unternehmen Bewerbern nicht den roten Teppich ausrollt, also den Recruitingprozess so einfach wie mΓΆglich gestaltet, hat bald keine Bewerber mehr. Studien zeigen klar: Die grΓΆsste HΓΌrde – und BΓΌrde – bei jeder Bewerbung ist das Anschreiben.
Kurz: Das Motivationsschreiben ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Stellensuchende von den Firmen als Bittsteller wahrgenommen wurden. Also Schluss damit! Welches Unternehmen geht voran?

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Über die Autoren
Marcel Speiser, Ringier AG
Marcel Speiser
Marcel Speiser ist Stv. Chefredaktor bei der Handelszeitung und arbeitet seit 1999 im Wirtschaftsjournalismus. Er gilt als Kenner der Uhrenindustrie und der LuxusgΓΌterbranche.

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