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Inside Bahnhofstrasse

Wohlriechende Rendite

Givaudan gilt auch in schwierigen Zeiten als stabiles Investment; Nokia will mit dem Kauf von Alcatel-Lucent dem Preiskampf Paroli bieten; Valoras langer Umbau hat sich noch nicht bezahlt gemacht.

Frank Goldfinger

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Lockt mit Givaudan selbst Grossinvestoren wie Bill Gates an: CEO Gilles Andrier.Keystone RMS

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Die AktienmΓ€rkte werden dieser Tage krΓ€ftig durcheinandergerΓΌttelt. Allerdings glaube ich nicht, dass dies bereits die grosse Korrektur ist – die steht uns noch bevor. Dennoch ist es Zeit, vermehrt auf Firmen zu setzen, die wenig konjunkturabhΓ€ngig sind. Dazu zΓ€hle ich Givaudan. Der WeltmarktfΓΌhrer fΓΌr Aromen und Riechstoffe liefert, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Jahr fΓΌr Jahr bessere Resultate. Und Jahr fΓΌr Jahr wird die Dividende erhΓΆht, aktuell bereits zum vierzehnten Mal – in Folge, notabene. CEO Gilles Andrier (54) will alles versuchen, um die AusschΓΌttung weiterhin jedes Jahr zu erhΓΆhen.
Die Aussichten dazu sind gut. Obwohl das laufende Jahr kaum ΓΌberwΓ€ltigende Resultate bringen dΓΌrfte. Die FrankenstΓ€rke belastet auch Givaudan; Umsatz und Ertrag von 2014 werden mit hΓΆchster Wahrscheinlichkeit nicht erreicht. Immerhin lag das Umsatzwachstum von 0,4 Prozent im ersten Quartal 2015 ΓΌber den Erwartungen der Analysten. Wachstumstreiber waren einmal mehr die SchwellenmΓ€rkte.
LΓ€ngst sind auch Grossinvestoren aus Übersee auf den Konzern aus Vernier GE aufmerksam geworden. So hΓ€lt Bill Gates, der dank Microsoft zu einem VermΓΆgen von 80 Milliarden Dollar gekommen ist, ΓΌber seine William H. Gates III Foundation 13,9 Prozent der Aktien, Gegenwert: 2,2 Milliarden Franken. Und was fΓΌr Gates recht ist, kann fΓΌr den Privatinvestor eigentlich nur billig sein. Doch weil die Titel beliebt sind – ΓΌber die letzten drei Jahre hat sich der Wert verdoppelt –, weisen sie ein stolzes Kurs-Gewinn-VerhΓ€ltnis von 25,6 auf. VorΓΌbergehend schlechte Zahlen kΓΆnnten heftige VerkΓ€ufe auslΓΆsen. Givaudan sind attraktiv, allerdings nur auf lange Sicht. Es lohnt sich, mit dem Einstieg zuzuwarten, bis sich die Verwerfungen an den BΓΆrsen gelegt haben.

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Keine Leuchte

Β«Wer Zeit und etwas Mut aufbringt, sollte auf Philips setzenΒ», schrieb ich vor gut einem Jahr. Seither haben die Kurse heftig ausgeschlagen, im Jahresvergleich aber notieren die Aktien unverΓ€ndert. 2014 war ein RΓΌckschlag fΓΌr den von CEO Frans van Houten (55) skizzierten Marschplan einer baldigen Besserung; der Umsatz ging zwar nur leicht zurΓΌck, doch brachen das Ebit um drei Viertel und der Gewinn um zwei Drittel ein. Im Auftaktquartal dieses Jahres haben die VerkΓ€ufe zwar deutlich zugelegt, die Ertragslage hat sich jedoch nochmals verschlechtert.
Die Gewinneinbusse wird vom niederlΓ€ndischen Elektronikkonzern unter anderem auf die Kosten fΓΌr die geplante Aufspaltung zurΓΌckgefΓΌhrt. Bekanntlich will Philips die Lichtsparte abspalten und in einem Jahr an die BΓΆrse bringen. Das Vorbild dazu liefert die Abspaltung von Osram durch Siemens. Seit der Kotierung im Sommer 2013 haben Osram ΓΌber 50 Prozent zugelegt. Philips konzentriert sich nach der Aufteilung auf die Sparten Medical Systems und Consumer Lifestyle, die auf rund 15 Milliarden Euro Umsatz kommen. Ich bleibe bei meiner EinschΓ€tzung: Die Philips-Valoren benΓΆtigen Zeit und Risikofreude.

Neues Leben

Lange Zeit das Mass aller Dinge bei Mobiltelefonen, hat Nokia vor einer Dekade die Entwicklung bei den Smartphones verschlafen, wurde von Apple und Samsung an die Wand gedrΓΌckt. Die Aktien des finnischen Unternehmens schmierten bis im Sommer 2012 um 94 Prozent ab. Seither wurstelt sich die Firma durch. Smartphones der Marke Nokia gibt es zwar noch, doch dieses KerngeschΓ€ft wurde von Microsoft ΓΌbernommen. Heute ist der Konzern, seit einem Jahr vom Inder Rajeev Suri (47) dirigiert, vorwiegend als AusrΓΌster drahtloser Netzwerke tΓ€tig.

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Mitte April sorgte Nokia wieder für Schlagzeilen. Überraschend wurde bekannt gegeben, dass man den franzâsischen Konkurrenten Alcatel-Lucent für 15,6 Milliarden Euro übernehmen wolle. Die GesprÀche befÀnden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. WÀhrend die Nokia-Valoren ein Viertel an Wert verloren, schossen Alcatel zuerst hoch, um dann ebenfalls zu tauchen. Das Misstrauen der Bârse ist verstÀndlich. Alcatel-Chef Michel Combes (53) hat zwar dem Konzern ein Fitnessprogramm verschrieben, die Franzosen steuern wieder profitablere GewÀsser an. Auch ergÀnzen sich die beiden Firmen bestens. Nur herrscht im Markt seit Jahren ein harter VerdrÀngungswettbewerb. Vor allem Chinas Konzerne Huawei und ZTE drücken in Europa auf die Preise.
Es ist erfreulich, dass Nokia wieder Lebenszeichen von sich gibt. Auch die Aktien der Finnen erscheinen in einem positiveren Licht, viele Analysten raten zum Kauf. Ich warte einmal zu, bis sich geklΓ€rt hat, ob es wirklich zum Zusammenschluss kommt.

Endlos-Umbau

Seit bald einmal zehn Jahren wird bei Valora umstrukturiert, die Strategie neu ausgerichtet, Firmen werden versilbert, andere dazugekauft. Und die Topmanager geben sich die TΓΌrklinke in die Hand. Alleine die Deals der vergangenen zwei Jahre sind aufsehenerregend: Abgestossen wurden der Pressevertrieb und die Warenlogistik, zum Verkauf steht die Division Trade, der Vertrieb von Markenartikeln. Akquiriert wurden dafΓΌr der Westschweizer Kioskbetreiber Naville, der LaugenbΓ€cker Ditsch/BrezelkΓΆnig oder die deutsche Kioskkette Convenience Concept. Nur war bislang kein Erfolg festzustellen; der Umsatz ging ΓΌber die letzten drei Jahre um 31 Prozent zurΓΌck, das Ebit brach um 57 Prozent ein, und vom Gewinn blieben 2014 KrΓΌmel ΓΌbrig. Diese Entwicklung spiegelt sich im Aktienpreis: Seit vier Jahren hΓ€ngt der Kurs bei 220 Franken fest.

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GemΓ€ss CEO Michael Mueller (43), der es seit 18 Monaten als Chef versucht, sei das Ende des Umbaus in Sicht. Es ist durchaus mΓΆglich, dass die neue Strategie – RΓΌckzug aus dem Grosshandel, Konzentration auf den kleinflΓ€chigen Detailhandel – greift. Doch bei Valora wurde zu oft das Blaue vom Himmel versprochen. Bevor ich auch nur im Entferntesten an einen Kauf der Valoren denke, muss das Muttenzer Unternehmen mehrere Quartale lang bessere Zahlen liefern – und zwar deutlich bessere. Das Einzige, was mir an den Aktien gefΓ€llt, ist die saftige Dividendenrendite von 6,0 Prozent. Nur steht es in den Sternen, ob die AusschΓΌttung gehalten werden kann.
Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfΓ€ltig ausgewΓ€hlt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion ΓΌbereinstimmen.
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