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Exzessives Gespann: Wie sich Pierin Vincenz und Beat Stocker auseinanderlebten

Pierin Vincenz und Beat Stocker waren ein exzessives Gespann. Ihre Anklage ist das Finale einer Männerfreundschaft.

Dirk Schütz

Pierin Vincenz Beat Stocker
Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz (l.) und sein engster Mitstreiter in allen Lebenslagen: Beat Stocker. Olivia Item/ Somedia Publishing AG, Markus Lamprecht
Mehr als zwanzig Jahre bildeten sie ein enges Gespann mit klarer Rollenverteilung: Der Banker des Volkes vorneweg im Scheinwerferlicht, hinter ihm der Mann im Schatten für die gemeinsamen heimlichen Deals. Doch zum Schluss überholte der Berater Beat Stocker den gefallenen Bankchef Pierin Vincenz in einer ganz speziellen Disziplin: Die Staatsanwaltschaft hat für ihn in ihrer Anklageschrift eine höhere Strafe beantragt. Zwar sollen beide sechs Jahre ins Gefängnis. Doch Vincenz soll zusätzlich nur 9  Millionen Franken zurückzahlen. Bei Stocker sind es 16  Millionen.
Es ist das spezielle Finale der wohl wildesten Männerfreundschaft der jüngeren Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Sie reicht von mutmasslich betrügerischer Bereicherung bis hin zu Aufräumarbeiten in einer zerstörten Suite im Zürcher Nobelhotel Hyatt – nach handfestem Streit zweier Vincenz zugetaner Rotlichtdamen, im engen Umfeld des Ex-Bankchefs als «Kristallnacht» berühmt-berüchtigt.
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