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Familiär

Wie Ivanka Trump ihrem Vater zum Sieg verhalf

Von vielen anfangs belächelt hat sich Donald Trump bei der US-Wahl doch durchgesetzt. Nicht zuletzt dank seiner Geheimwaffe: Tochter Ivanka.

Corinna Clara Röttker

Donald Trump inszeniert sich gerne im Kreise seiner Familie. Hielt sich der Nachwuchs während der Wahlkampfkampagne anfangs noch zurück, nahmen die Sprösslinge nach und nach eine zentralere Rolle ein. Mittlerweile fungieren sie als enge Berater und sollen grossen Einfluss auf Donald Trump haben. Die Familienmitglieder im Überblick:
Donald Trumps dritte Ehefrau, Melania Trump, ist Model, Mutter und Unternehmerin. Beim Parteitag in Cleveland trat die 46-Jährige erstmals richtig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit: Teile ihrer Rede soll sie bei Michelle Obama abgekupfert haben. Bis dato agierte sie eher im Schatten des Immobilienmoguls. Die Erziehung ihres gemeinsamen Sohnes Barron laste sie genug aus, so Melania Trump.
Stattdessen stand während des Wahlkampfes seine älteste Tochter Ivanka Donald Trump zur Seite. Die eloquente 34-jährige Unternehmerin und dreifache Mutter gilt als Lieblingskind von «The Donald». Mit ihrem Auftreten als moderne Mutter und erfolgreiche Geschäftsfrau sollte sie im Wahlkampf vor allem Wählerinnen für ihren Vater gewinnen.
Auch Ivankas Ehemann, Jared Kushner, ist involviert. Der 35-jährige Immobilienunternehmer und Zeitungsverleger agierte als Wahlkampfmanager und sprang immer dann in die Bresche, wenn Trump Antisemitismus vorgeworfen wird. Denn Kushner stammt aus einer orthodoxen jüdischen Familie.
Donald Trump junior ist der älteste Sprössling des Milliardärs und zusammen mit seinen Geschwistern Ivanka und Eric Vize-Präsident des Trump-Unternehmens. Am Parteitag in Cleveland verkündete der 38-Jährige mit den Worten «Gratuliere, Dad. Wir lieben dich» das Erreichen der notwendigen Stimmenzahl.
Eric Trump (im Bild mit seiner Ehefrau Lara) ist der jüngste Sohn aus erster Ehe. Seit dem Jahr 2006 arbeitet er im Familienunternehmen. Im Sommer 2015 haben die drei Geschwister de facto die Leitung der operativen Geschäfte übernommen, nachdem Donald Trump seine Kandidatur zur US-Präsidentschaftswahl 2016 angekündigt hatte. Zudem hat Eric Trump eine eigene Wohltätigkeitsorganisation gegründet.
Tiffany Trump spielte im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch hielt die jüngste und unbekanntere Trump-Tochter eine Rede am Parteitag in Cleveland. Es war ein Auftritt, den die 22-Jährige souverän meisterte. Sie ist das einzige Kind aus Donald Trumps zweiter Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples und hofft auf eine Karriere als Sängerin. Anders als ihre Geschwister wuchs sie von ihrem Vater entfernt in Kalifornien auf. Bilder: Keystone
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Donald Trump inszeniert sich gerne im Kreise seiner Familie. Hielt sich der Nachwuchs während der Wahlkampfkampagne anfangs noch zurück, nahmen die Sprösslinge nach und nach eine zentralere Rolle ein. Mittlerweile fungieren sie als enge Berater und sollen grossen Einfluss auf Donald Trump haben. Die Familienmitglieder im Überblick: RMS

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Es ist eine Meldung, die es in sich hat: Donald Trump wird 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Milliardär triumphierte in vielen Schlüsselstaaten, in denen der Ausgang lange auf Messers Schneide stand. Ein Bundesstaat nach dem anderen votierte schliesslich für Trump – selbst in Gebieten, die eigentlich seine Kontrahentin Hillary Clinton fest für sich eingeplant hatte.
Der 70-jährige politische Quereinsteiger strafte damit Experten ab, die Clinton im Vorteil sahen. Doch Trump war kein normaler Kandidat. Er verkörpert für seine Fans die Hoffnung, dass etwas ganz anders werden möge, dass er in Washington «aufräumt». Dass der Glanz der alten Supermacht wieder bis in die leeren Fabrikhöfe Ohios oder Montanas strahlen möge.

Von vielen belächelt

Noch zu Beginn des Jahres hatte kaum jemand einen Sieg des wegen seiner markigen Sprüche bekannten Milliardärs für möglich gehalten, geschweige denn, seine Ambitionen wirklich ernst genommen. Doch spätestens mit seinem Erfolg bei den parteiinternen Vorwahlen um die Kandidatur der Republikaner wuchs weltweit die Sorge, dass Trump tatsächlich Präsident werden könnte.
Eine besondere Rolle im Wahlkampf nahm seine Familie ein: Neben seiner Frau Melania sollten vor allem seine Kinder Ivanka, Donald junior, Eric und Tiffany, das Image des Vater aufpolieren. Sie wurden gezielt in Szene gesetzt, verteidigten ihren Vater in der Öffentlichkeit, wenn er wieder einmal mit kontroversen Äusserungen auffiel und übten im Hintergrund viel Einfluss auf seine Wahlkampfstrategie aus. Beim Parteitag der Republikaner im Juli traten sie gemeinsam auf und hielten hingebungsvolle Reden über ihren Vater.

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Tochter Ivanka als Wunderwaffe

Die herausragendste Rolle an der Seite Trumps nahm seine älteste Tochter Ivanka sein. Kaum einen Auftritt absolvierte Trump im Wahlkampf ohne sie. Die 34-Jährige stammt aus Trumps erster Ehe mit dem tschechischen Model Ivana Trump. Ivanka studierte erfolgreich Wirtschaftswissenschaften, ist Geschäftsfrau und Vizepräsidentin des Trump-Unternehmens, dass sie gemeinsam mit ihren Brüdern leitet. Das wichtige Immobiliengeschäft ist unter ihrer Aufsicht. Zudem ist sie Mutter von drei Kindern und hat eine eigene Schuh- und Schmuckkollektion.
Im engsten Kreis des Trump-Wahlkampfteams zieht Ivanka die entscheidenden Fäden. Laut US-Medien soll sie dafür verantwortlich sein, dass Donald Trump seinen Wahlkampfmanager Corey Lewandowksi gefeuert hat.

Besonnenheit, Cleverness und Warmherzigkeit

Ivanka gilt als Wunderwaffe und Lieblingskind ihres Vaters. Es heisst, ohne sie hätte Trump die Wahl verloren. Denn immer wenn Trump sich von seinem Temperament leiten lies, holte ihn Ivanka aus der aussichtslosen Ecke wieder raus, indem sie mit dem richtigen Ton geschickt die Attacken ihres Vaters abwehrte.
Dabei besticht sie mit ihrer Professionalität und inszeniert sich gerne als moderne Mutter und erfolgreiche Geschäftsfrau. So kam ihr im Wahlkampf eine eindeutige Rolle zu: Sie verlieh ihrem Vater das, was diesem offenbar fehlt – Besonnenheit, Cleverness und Warmherzigkeit. Hinzu kam die Botschaft: Wer so eine Tochter hat, kann kein Frauenfeind sein. Eine Strategie, die aufgehen sollte.

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(mit Material von reuters)

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