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Entzaubert

Wie die Chefs der Bank Bär in den Strudel des Benko-Debakels gerieten

Sie gaben sich als langweilige Vermögensverwalter und entpuppen sich als Risikobanker

Erik Nolmanns

sd
Unheilige Allianz: Romeo Lacher (l.), VR-Präsident, und Philipp Rickenbacher, CEO; im Hintergrund René Benko. Isabel Permuy, Brauer Photos / ATP, Keystone

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Es war ein milder Wintertag, der 3. Februar 2020, und für Philipp Rickenbacher der Tag seines ersten grossen Auftritts vor der Öffentlichkeit. Seit fünf Monaten war er Chef der Bank, und an jenem Montag sollten nicht nur die Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahrs bekannt gegeben werden, sondern auch sein Update zur Strategie. Und der frischgebackene Chef zeigte wenig Bescheidenheit: Nichts weniger als «der am meisten Ebewunderte globale Wealth Manager» solle die Bank werden, das sei seine Ambition für die kommende Dekade.
Heute, knapp vier Jahre später, ist von Bewunderung wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die Bankchefs stehen nach schlecht gesicherten Krediten in Höhe von 606 Millionen Franken an das undurchsichtige Firmenimperium von René Benko als die Gelackmeierten da, die dem windigen Investor naiv auf den Leim gekrochen sind.

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