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Rechtslage

Wenn Mensch und Roboter vor dem Gesetz gleich sind

Wenn ein Roboter einen Schadenfall verursacht, ist die Rechtslage unklar. Zumindest noch. Eine Idee sieht nun vor, Maschinen vor dem Gesetz wie Menschen zu behandeln. Was das bedeuten wΓΌrde.

Julia Fritsche

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Pepper: Sollen Roboter wie Menschen Steuern zahlen? Keystone RMS

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Roboter und Software halten auf breiter Front Einzug in unser Leben – und kΓΆnnen mitunter grossen Schaden anrichten. Erst vor Tagen forderte ein selbstfahrendes Auto ein Todesopfer – die Nachricht erschΓΌtterte und ging um die Welt. Doch wer trΓ€gt die Schuld in FΓ€llen wie diesem – Fahrer, Autobauer oder der Softwareanbieter? Nicht nur bei selbstfahrenden Autos sondern bei Robotern im Allgemeinen ist die Rechtslage heute oft unklar.

In der EuropΓ€ischen Union soll sich der Aufstieg der Roboter in Zukunft auch im Recht spiegeln. Nach dem Vorschlag einer parlamentarischen Kommission kΓΆnnte fΓΌr Maschinen eine neue Kategorie geschaffen werden: Der Status einer Β«elektronischen PersonΒ» soll dabei fΓΌr die am weitesten entwickelten und autonomen Roboter gelten. Damit wΓ€ren sie mehr als ein blosses Produkt, bei dem in ProblemfΓ€llen die Produkthaftpflicht zu tragen kommt.

Europaweites Roboterregister

Wie Menschen sollen also auch Roboter Rechte und Pflichten zugeschrieben bekommen. So etwa mΓΌssten sie fΓΌr verursachte SchΓ€den aufkommen. Europaweit sollen Roboter zudem in einem Register erfasst werden. Und: Roboter sollen dem Vorstoss zufolge auch Steuern zahlen mΓΌssen. Die Unternehmen sollen im Namen der Roboter die Kosten entrichten. Was zunΓ€chst etwas absurd klingen mag, ist ebenfalls eine Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung.

Schon heute heute setzen Unternehmen in der Produktion immer hΓ€ufiger auf Roboter statt Menschen – etwa an der Detailmarktkasse, in der VermΓΆgensverwaltung oder beim Autobau. Und dieser Trend dΓΌrfte zunehmen: Je nach Branche kΓΆnnten bis 2025 mehr als 40 Prozent der Herstellungsarbeit von Robotern erledigt werden, schΓ€tzen die Experten der Boston Consulting Group. Jeder zweite Arbeitsplatz kΓΆnnte durch eine Maschine ersetzt werden, prognostizieren die Γ–konomen von Deloitte.

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Entsprechend sollen Unternehmen

Entsprechend sollen diese Maschinen nach dem Wunsch der Politik auch in die Sozialsysteme einzahlen. Denn sinkt die Zahl der ArbeitskrΓ€fte, sinken auch die Einnahmen. Markus Koch, Partner bei Deloitte Consulting, ist skeptisch. Gesamtwirtschaftlich betrachtet seien die Auswirkungen der Automatisierung positiv, sagt er. Β«Die ProduktivitΓ€t steigt, die Preise sinken und die Wirtschaft wΓ€chst.Β»

Als Konsequenz dΓΌrften mehr neue Stellen entstehen, als alte wegfallen, prognostiziert er. Auch Unternehmensgewinne sollten sich nicht kurzfristig dramatisch verΓ€ndern. Entsprechend stelle sich die Frage, ob der Staat ΓΌberhaupt SteuerausfΓ€lle zu befΓΌrchten habe. Probleme sieht Koch auch auf administrativer Ebene. Denn Roboter kΓΆnnen sowohl Maschinen, Androide als auch kΓΆrperlose Software sein. Wie ein Register gerade letztere erfassen soll, scheint alles andere trivial.

WettbewerbsfΓ€higkeit in Gefahr

Die Frage der Abgrenzung stellt sich fΓΌr den Industrieverband Swissmem ebenfalls: Β«Was ist ein hochentwickelter Roboter und was ist β€Ήnurβ€Ί eine Produktionsanlage oder eine hochentwickelte Software?Β» Heute sei es deutlich zu frΓΌh, im Bezug auf Roboter neue Gesetze zu erlassen.

Zudem warnen die Experten vor einer Benachteiligung des Wirtschaftsstandorts, sollte die Schweiz Γ€hnliche ErwΓ€gungen wie die EU anstellen. Steuern dieser Art kΓΆnnten Innovationen hemmen und die Firmen gegenΓΌber der Konkurrenz in den USA oder Asien einen Nachteil haben.

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KostensparΓΌbung wird teurer

Zwar ist es kaum wahrscheinlich, dass Roboter in nΓ€chster Zukunft tatsΓ€chlich eine SteuererklΓ€rung ausfΓΌllen mΓΌssen – selbst wenn das EU-Parlament Roboter zu elektronischen Personen erklΓ€ren wΓΌrde. Denn rechtlich bindende Entscheide fΓ€llt das Parlament nicht. Die Diskussion dazu wird aber unabhΓ€ngig vom EU-Parlament weitergehen. Der tΓΆdliche Autounfall in den USA ist ein Beispiel dafΓΌr. Und auch in der Schweiz steigt die SensibilitΓ€t: An der UniversitΓ€t Basel startet im Herbst das Doktoratsprogramm Β«Law & RobotsΒ».

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