«Neureiche» aus Schwellenländern mischen den Markt auf
«Der Boom ist ungebrochen», sagt Carolin Jost, Kunstberaterin der HypoVereinsbank (HVB). Begonnen habe er in den 1980er-Jahren. «Damals hat die Kunst den elitären Insider-Markt verlassen.» Nach einem Rückschlag in der Finanzkrise sei die Begeisterung der Anleger weiter gewachsen. Dies liege zum einen an der lockeren Geldpolitik der Notenbanken, die für reichlich Liquidität sorge. Zum anderen drängten neue, extrem kaufkräftige Sammler aus Schwellenländern oder den Golfstaaten in den bislang von Amerikanern dominierten Kunstmarkt.
Wie zuvor schon die US-Notenbank Fed
pumpt jetzt auch die Europäische Zentralbank mit Staatsanleihekäufen kräftig Geld in den Wirtschaftskreislauf - wohl gut 1,1 Billionen Euro bis Herbst 2016. Die Zinsen sind zudem seit langem nahe null Prozent. Neukunden aus den Arabischen Emiraten geben auf dem Kunstmarkt Petro-Dollar aus, die ihnen aus dem Ölgeschäft zufliessen. Aufstrebende Staaten wie China haben in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten erzielt und so manchem Geschäftsmann zu Reichtum verholfen.
Nachdem die Volksrepublik den USA auf dem Kunstmarkt 2011 schon einmal den Spitzenplatz abgejagt hatte, bauten die Vereinigten Staaten der TEFAF zufolge ihren Anteil 2013 wieder auf 38 Prozent aus. Der chinesische Markt erholt sich nach einem Einbruch 2012 langsam wieder, er lag 2013 mit 24 Prozent auf Platz drei. Das Gewicht der EU schrumpfte auf 32 Prozent.