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Vieles sieht man erst auf den zweiten Blick

Auch wenn die katalanische Hauptstadt beileibe kein Geheimtipp mehr ist, hat sie gerade auch Luxusreisenden einiges zu bieten โ€“ und zwar immer wieder Neues.

Daniel Tschudy

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Das moderne Barcelona: Vor allem das Nachtleben in der Stadt ist legendรคr. RMS

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Nรคchstes Jahr wird es 20 Jahre her sein, seit die Olympischen Sommerspiele in Barcelona stattgefunden haben. Wer erinnert sich nicht an die Turmspringer unter freiem Himmel mit Blick auf die Altstadt oder das amerikanische Basketball-Dream-Team mit Michael Jordan und Magic Johnson?
Olympia als Triebkraft
Neben dem sportlichen Aspekt blieb aber fรผr Barcelona viel Wichtigeres: Die Stadt hat wohl wie keine andere Host City in der Neuzeit von der Ausrichtung der Olympic Games profitiert. Bis dahin lag sie ruhig im Schatten der kรถniglichen Hauptstadt Madrid, etwas unsicher im katalonischen Gedankengut verloren und sich mit ein paar eigenartigen Werten zufriedenstellend, zum Beispiel mit Joan Mirรณ oder dem FC Barcelona. Aber die Olympiade hat die Stadt elektrisiert und letztlich โ€“ nicht politisch, aber identitรคtsmรคssig โ€“ unabhรคngig gemacht. Dass dabei im gleichen Jahr Sevilla die Weltausstellung durchfรผhrte und Madrid die Europรคische Kulturhaupt war, hat den bekanntheitsgrad von Barcelona eher noch gestรคrkt.
Die Neuplanung des Stadtteils am Mittelmeer vom Industrieraum zum attraktiven Naherholungsgebiet mit Wohnungen war neben dem Bau einer Ringstrasse rund um Barcelona der wohl wichtigste Faktor des Erfolgs. Dazu hatte man mit dem bereits 1929 erbauten und praktisch im Zentrum gelegenen Olympiastadion auf dem Montjuรฏc-Hรผgel ein sehr visuelles Souvenir. Um aber Barcelona nicht ausschliesslich mit Sport zu vermarkten (immerhin fanden zehn Jahre zuvor auch mehrere Spiele der Fussball-WM in Barcelona statt), organisierte man 1993 einen sehr erfolgreichen internationalen Kultur-Event, das Mirรณ-Jahr.

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Als direkter Ertrag nach den Spielen entwickelte sich sofort ein neuer Stรคdtetourismus nach Barcelona โ€“ die  katalanische Hauptstadt wurde blitzschnell eine echte Alternative zum etwas trรคgeren Madrid. Und die Zahlen, die Pere Duran, Chef von Turisme de Barcelona, berichtet, sind seit 20 Jahren steigend: ยซ1990, also vor den Spielen, empfingen wir rund 1,7 Millionen Touristen, 1995 waren es bereits 3,1 Millionen und 2009 tolle 6,5 Millionen Ankรผnfte in der Stadt.ยป
Mรถglich war dieses Wachstum nur mit dem Ausbau an Unterkรผnften. Die Zahl der Hotels verdoppelte sich innert 20 Jahren auf รผber 320 Hรคuser. ยซInteressant ist auchยป, so Duran, ยซdass der Anteil der Ferienreisenden gegenรผber den Geschรคftsreisenden am Gesamtkuchen der Ankรผnfte von rund 22 Prozent auf fast 50 Prozent anwuchs. Das beweist, dass Barcelona eine absolute Erholungs- und Vergnรผgungsstadt geworden ist.ยป
Immer mehr zu bieten
Auch wenn Barcelona beileibe kein Geheimtipp mehr ist, es bietet gerade auch fรผr Luxusreisende sehr viel. Kultur kann dabei ganz zuoberst auf der Liste stehen: Mehrere Museen sind ein Muss, wie das Museu del Temple Expiatori de la Sagrada Familia (die seit 1882 im Bau befindliche Kirche ist mit jรคhrlich rund 2 Millionen Eintritten die meistbesuchte Sehenswรผrdigkeit Barcelonas ) oder, ebenfalls von Antoni Gaudรญ geschaffen, das wohl bekannteste Wohnungsmietshaus Europas: La Pedrera.

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Wenn man mehrere Tage in der Stadt ist, kann man auch einen Tagesausflug machen, zum Beispiel mit dem Zug in gut 100 Minuten nach Figueres zum dortigen Dalรญ-Museum. Figueres war Salvador Dalรญs Heimatstadt. Geschichtlich interessiert sind vor allem das Museu dโ€™Histรฒria de Catalunya oder auch das Archรคologische Museum. Und wer Barcelona noch immer primรคr mit Fussball verbindet, hat wohl auch Spass am Museum des FC Barcelona in seinem Heimstadion Camp Nou.
Unterkรผnfte gibt es in Barcelona in allen Klassen und ganz speziell auch im Fรผnfsternebereich; die Hotels sind quer durch die Stadt verteilt und man braucht wirklich nicht direkt an der lรคrmigen Einkaufsmeile Ramblas zu logieren. Obwohl, ganz in der Nรคhe versteckt im gotischen Quartier am Plaza Sant Felip Neri liegt ein erstes Bijou: Das Boutiquehotel Neri. Es bietet im teilweise warm ist, eine gemรผtliche Terrasse.
Etwas ganz anderes offeriert das neue Luxushotel W, unten am Fussweg La Barceloneta direkt beim Hafen: 473 grosse und helle Lifestyle-Zimmer mit Sicht auf Meer oder Stadt. Dazu kommen Restaurants, Einkaufsmรถglichkeiten und Abendunterhaltung โ€“ diese vorzugsweise in der Eclipse Bar im 26. Stock. Freilich gerade ruhiggeht es dort an Wochenendnรคchten nicht zu. Die Bar gehรถrt derzeit zu den fรผhrenden Nachtklubs Barcelonas.

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Hausberg mit Weitblick Wer einen Gesamteindruck รผber die Stadt erhalten will, muss den 512 Meter รผber Meer gelegenen Tibidabo-Berg besuchen (auch zu Fuss mรถglich und sonst per Zahnradbahn und Taxi), der sich im Stil des Zรผrcher Uetlibergs hinter Barcelona erhebt. Auf der Spitze offenbart sich einem Kirchliches und Unterhaltendes in ziemlich touristischer Form, aber die Aussicht ist fantastisch.
Wer dies etwas lรคnger geniessen will, kann sich im Grand Hotel La Florida einmieten; das Fรผnfsternehaus gehรถrt zu den fรผhrenden Luxusherbergen der Welt. Das ยซFloridaยป ist ein eher konservatives Haus mit viel Geschichte und Geschichten, aber die 70 Zimmer und Suiten bieten Ruhe vom Rummel. Genauso der Schwimmpool, ebenfalls mit toller Sicht.
Tipp: Je spรคter der Abend, desto besser die Bars
Nightlife Barcelonas Nachtleben ist legendรคr, aber man muss sich schon darauf einrichten, dass die Katalanen erst nach 22 Uhr zu Nacht essen. Entsprechend spรคter haben die vielen Nachtklubs auch richtig Betrieb.
Insider Schon etwas frรผher kann man das Nachtleben in der Bankers Bar im Mandarin Oriental Barcelona geniessen oder โ€“ und das ist nun ein Geheimtipp โ€“ in der Musikbar La Garrafa dels Beatles, einer kleinen mit Beatles-Memorials vollgestopfte Bar, die ausschliesslich Musik der Pilzkรถpfe auflegt und wo der Chef zu spรคter Stunde selber zur Gitarre greift und ยซHey Judeยป vortrรคgt.

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Homepage Turisme de Barcelona, das Fremdenverkehrsamt der Stadt, fรผhrt eine separate Luxusreisen-Homepage: www.barcelonapremium.com. Noch ist die Website neben der Landes- und Lokalsprache erst in Englisch, Franzรถsisch oder Russisch verfรผgbar.
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