In Genf hat die Uhrenmesse SIHH ihre Tore geöffnet. Die Branche wurde im letzten Jahr von zahlreichen Problemen geplagt. Trotzdem sind die Hersteller für 2016 verhalten optimistisch.
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Am Montag hat der Genfer Uhrensalon seine Pforten geöffnet.RMSDie 26. Ausgabe des Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) soll zeigen, dass der Luxusmarkt die Krise überwinden wird.RMSDie Uhrenindustrie demonstriert Einigkeit und Stärke in schwierigen Zeiten.RMSWie andere Industriezweige kämpft auch die Uhrenbranche mit sinkenden Exportzahlen.RMSFür das abgelaufene Jahr 2015 rechnet SIHH-Präsidentin Fabienne Lupo mit einem Rückgang von 4 bis 5 Prozent.RMSSelbst das Luxussegment wird Rückgänge von etwa 3 Prozent hinnehmen müssen.RMSZudem entwickeln sich die Verkäufe wegen der Unsicherheiten in China auch in Asien schleppender.RMSIn Europa drücken die Attentate in Paris auf die Kauflaune der Konsumenten.RMSVor diesem Hintergrund treten die Uhrenmarken in Genf bescheidener auf.RMS«Weniger übermütig», wie Lupo sagt. Im Vordergrund stehe wieder das Handwerk.RMSDie Zahl der Aussteller hat sich aber nicht etwa zurückentwickelt, sondern ganz im Gegenteil auf 24 erhöht.RMSZum ersten Mal nehmen neben den grossen Vorzeige-Marken auch kleinere unabhängige Manufakturen teil.RMSDazu zählen unter anderem Urwerk, Moser&Cie, Christophe Claret oder auch MB&F sowie HYT.RMSGeplant sei eine Ergänzung durch kleinere Hersteller bereits länger gewesen. «Doch nun ist der richtige Zeitpunkt», sagt Lupo.RMSZwar haben kleinere Manufakturen, Branchenneulinge und traditionelle Luxushäuser nicht die gleichen Ausgangslagen, doch gerade für kleinere Marken hat der Auftritt an der Messe auch Signalwirkung.RMSGrosse Namen wie A. Lange & Söhne...RMS... Piaget...RMS... und Cartier dürfen natürlich nicht fehlen.RMSAuch Prominenz ist vertreten: Die Schauspieler Hugh Jackman (z.v.l.) und Guei Lun-Mei staunen ebenso wie Charlotte Casiraghi, die Prinzessin von Monaco.RMSDie Messe richtet sich an ein Fachpublikum. Erwartet werden etwa 15'000 Händler und 1'200 Journalisten.
Text: SDA/AWP Bilder: Gabriel Knupfer/Pascal Scheiber/HZ/KeystoneRMS
Mit kreativen Innovationen und unternehmerischer Vorsicht wappnen sich die Hersteller von Luxusuhren gegen die schleppende Konjunktur. Am Montag eröffneten die grossen Produzenten den Internationalen Uhrensalon in Genf (SIHH).
Pünktlich um 9 Uhr öffnete der Hersteller Roger Dubuis seinen aufwändig inszenierten Stand. In einem Raum mit rotem Teppich lenkt eine Hostesse den Blick des Besuchers auf vier Schaufensterpuppen, die rund ein Dutzend Uhrenmodelle zeigen. Darunter sind solche aus hochwertigem Schmuck, besetzt mit Diamanten von insgesamt über 52 Karat. Kostenpunkt pro Uhr: mehr als eine Million Franken.
«Ich wurde verschont»
Im Jahre 2015 hatte die Genfer Uhrenmesse ihre Tore erst wenige Tage nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geöffnet. Ein Jahr später steht fest, dass das Luxussegment weniger stark vom Einbruch der Exporte getroffen wurde als preisgünstigere Uhren.
«Ich wurde verschont», sagte Richard Mille, der Gründer und Leiter der gleichnamigen Marke im jurassischen Breuleux der Nachrichtenagentur sda. Wegen der Frankenstärke und des daraus resultierenden Nachfragerückgangs mussten einige Uhrenhersteller ihre Preise nach oben anpassen. «Ich erwartete viele Beschwerden, aber es gab nur eine, von einem französischen Händler», erklärte Mille.
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Sein Rezept lautet: eine gleichmässige Verteilung der Einnahmen zwischen Europa, Asien und Amerika. Zudem achtet er darauf die Schwelle von 5 Prozent Umsatz in China nicht zu überschreiten, daher traf ihn das schwächelnde Wirtschaftswachstum in diesem Land nicht so stark. Als eigentlicher «Hit» hat sich laut Milles das im November in Shanghai neu eröffnete Ladengeschäft erwiesen.
Alles in Bewegung
Auf Produktebene scheint alles in Bewegung zu sein. In diesem Jahr ist das Haus mit Airbus eine Partnerschaft eingegangen, um Uhrenmodelle herzustellen, die hauptsächlich aus Materialien konstruiert werden, die in der Luftfahrt verwendet werden. Die Kunden «wollen Kunstwerke», heisst es.
Bei Greubel Forsey zeigt man sich ebenfalls zufrieden. «Wir hatten pessimistischere Ziele als diejenigen, die wir erreicht haben», sagte der Produktmanager der Uhrenmarke aus La-Chaux-de-Fonds, Patrick Graells.
Neun Unabhängige
«Wir haben uns stärker auf die Herstellung neuer Modelle konzentriert, weil wir wissen, dass sie sich besser verkaufen», sagte er. Wenn für Richard Mille der Uhrensalon vor allem der Pflege von Kundenkontakten dient, so gibt er anderen Häusern wie Greubel Forsey Hinweise auf die Marktentwicklung.
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Zum ersten Mal nehmen neun unabhängige Manufakturen am Uhrensalon teil. Ansonsten ist Richemont mit seinen Marken A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Montblanc, Panerai, Piaget, Roger Dubuis, Vacheron Constantin und Van Cleef & Arpels vor Ort. Auch Audemars Piguet, Parmigiani, Greubel Forsey und Richard Mille stellen ihre Modelle aus. Auf 40'000 Quadratmetern werden bis Freitag an der SIHH rund 15'000 Fachbesucher erwartet.