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Jaguar XJ V8

Tradition gerettet

Dank Geldern der indischen Tata-Motors ist der Luxus- und Sportwagenhersteller Jaguar eine Alternative zur deutschen Konkurrenz. Beispielsweise mit dem XJ V8.

Michael Rehsche

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Packt zu mit der Kombination von Hochleistung und Luxus: Der Jaguar XJ mit V8-Triebwerk. (Bild: Jaguar) RMS

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Nur wenige Automarken strahlen ΓΌber Generationen Faszination aus. Dazu gehΓΆrt ohne Zweifel Jaguar. Indisches Geld macht es mΓΆglich, dass die britische Traditionsmarke mit dem Sportboliden F-Type, aber auch mit den Luxuslimousinen XF und XJ, dem Flaggschiff, an frΓΌhere glanzvolle Zeiten anknΓΌpfen kann.
Es waren nicht einfach der exotische Name oder die verchromte Wildkatze auf der Motorhaube, die fΓΌr Ausstrahlung sorgten – bei Jaguar war und ist bis heute das Auto als Ganzes die AttraktivitΓ€t. Ein Beispiel: Der vor ΓΌber einem halben Jahrhundert entwickelte MK II. Mit ihm rollte eine neue Fahrzeugklasse – die sportliche Luxuslimousine – auf die Strassen. Denn der Wagen war seinerzeit eine brisante Mixtur aus Luxus, gepaart mit sportlichen Eigenschaften, verpackt in ein einzigartiges Karosseriedesign. Nach dem Wagen drehten sich nur Ignoranten nicht um.
Ebenfalls ein Blickfang war das Interieur mit feinem Leder fΓΌr die Sitze, teurem Walnussholz fΓΌr das Armaturenbrett, mit verchromten, randeingefassten Rundinstrumenten und mit jeder Menge Kippschaltern. Das alles verbreitet, zusammen mit dem Design, ein sportliches Feeling, das heute noch fasziniert. Auch die Fahrleistungen lagen fΓΌr jene Zeit weit ausserhalb des ΓΌblichen Rahmens. Der 3-Liter-Sechszylindermotor gab gegen 230 PS ab. Und schon damals sassen den Briten die Deutschen mit Mercedes und BMW im Nacken. Audi hingegen war noch nicht mit von der Partie.

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Faszination hin oder her – Europas Autowelt hat sich verΓ€ndert. In der politischen Szene haben grosse, sportliche Fahrzeuge nicht mehr viele Freunde. Besser sieht es in dieser Beziehung in Nordamerika und vor allem in Asien aus. Deshalb kommt es nicht von ungefΓ€hr, dass Jaguar/Land Rover, wie der Hersteller der Nobelkarossen heute heisst, nach einer langen Durststrecke, die ΓΌber die Ford Motor Company fΓΌhrte, jetzt zum indischen Tata-Motors-Konzern gehΓΆrt. Was ganz wichtig ist: Tata hat, was Ford nicht hatte, nΓ€mlich genΓΌgend Finanzmittel fΓΌr Neuentwicklungen.
Dank diesem positiven wirtschaftlichen Umfeld mischt Jaguar das Sport- und Luxussegment wieder krΓ€ftig auf. In den letzten Jahren wurden die Modellreihen komplett erneuert. Neben der neuesten Kreation, dem F-Type mit zwei Sitzen, engen PlatzverhΓ€ltnissen, dafΓΌr einem potenten V8-Triebwerk unter der Haube, gehΓΆrt zu den Neuheiten der XF, als Limousine oder Sportbreak (Kombi) lieferbar. Und als Flaggschiff der XJ, mit mehr als 5 Metern LΓ€nge und fast 2 Metern Breite eine mΓ€chtige, aber dennoch elegante Limousine, erstmals mit Allradantrieb.
Diese Eleganz ΓΌber alle Modellgenerationen hinweg zu erhalten, war keine leichte Aufgabe, denn es ist Γ€usserst schwierig, an ein Design erfolgreich anzuknΓΌpfen, welches vor Jahrzehnten gestaltet wurde und heute zu den Klassikern im Karosseriebau zΓ€hlt. Γ„hnlich verhΓ€lt es sich mit der Gestaltung des Interieurs.

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ErwΓ€hnenswerte Γ„nderungen lassen sich auch aus dem technischen Bereich vermelden. Im Top-Modell sorgt ein Achtstufenautomat dafΓΌr, dass der 5-Liter-V8 immer im effektiven Drehzahlbereich lΓ€uft. Eine Start-Stop-Automatik gehΓΆrt in allen Modellen zur SerienausrΓΌstung. Beides spart Treibstoff. Das 3-Liter-Dieselaggregat, frΓΌher in einem Jaguar undenkbar, in einem XJ sowieso, ist trotz seiner 275 PS nicht nur ein Sparmeister fΓΌr diese GrΓΆssenklasse, sondern zeichnet sich auch mit einer fΓΌr einen Jaguar adΓ€quaten Laufkultur aus. Es wurde von Peugeot eingekauft und fΓΌr Jaguar standesgemΓ€ss aufgepeppt. Die Benziner wiederum gehΓΆren in puncto Laufruhe ebenfalls zur Spitzenklasse, genauso wie die Fahrdynamik. Sie ist, neben Design und Luxusausstattung, ein VermΓ€chtnis aus den Anfangsjahren und ein Kernfaktor, der Jaguar zu dem gemacht hat, was die Marke – nach schweren Zeiten – heute erneut reprΓ€sentiert. Und damit ein entscheidender Grund, warum Jaguar wieder als Alternative zur deutschen Konkurrenz gilt.

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