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Toyota Supra: Japans bestes Fotomodell

Er tritt mit einem grossen Namen an, ist aber der verkappte Bruder eines teutonischen Premium-Cabrios. Egal: Der Kompaktsportler macht gute Laune.

Dirk-Ruschmann

Toyota Supra
Zieht die Blick auf sich: Toyota Supra. zvg

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Eine Kinderkrippengruppe im GΓ€nsemarsch, in Zweierreihe und HΓ€ndchen haltend, passiert kΓΌrzlich meine Strasse entlang dem ZΓΌrichsee. Ein Kopf nach dem anderen ruckt herum, darunter erstaunlich viele MΓ€dchen. Flache Silhouette, lange Front und kurzes Heck, garniert mit satter RΓΆhre, das weckt offensichtlich nach wie vor urtΓΌmliches Verlangen – intellektuell verarbeitetes Interesse kann es bei den Kleinen in ihren Warnwesten noch nicht sein.

Das also als ideologiefreie Feldstudie zum Thema Β«Die jungen Leute mΓΆgen keine Autos mehrΒ». Solche oder artverwandte Expertisen lese ich immer hΓ€ufiger in hiesigen Tageszeitungen und spΓΌre gelegentlich AnflΓΌge von Resignation – da tut so ein Ausflug in die Wirklichkeit gut. Vorerst transportiere ich meinen Jutebeutel noch nicht mit dem Liegefahrrad.

Niedriger, schmaler, leichter und lΓ€nger

Beim neuen Toyota Supra kann man tatsΓ€chlich schwach werden. Benannt nach einer japanischen Sportwagenlegende ist der neue Supra ein verkappter, optisch heiss gemachter BMW Z4. Die Hersteller entwickelten gemeinsam, innen blubbert jeweils einer der famosen BMW-Reihensechszylinder. Die Bayern bauen ein Cabrio, die Japaner ein CoupΓ©. Trotz identischer Basis ist der Supra niedriger, schmaler, leichter und lΓ€nger als der Z4, wirkt zudem aussen im Design etwas nervΓΆser, sprunghafter vielleicht.

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Bei der Front mit ihrem fetten, dreiteiligen Lufteinlass und der Nase zwischen den zusammengekniffenen Β«AugenΒ» (vulgo Scheinwerfern) fΓΌhlte ich mich an ein aggressiv blickendes Insekt erinnert – der Vergleich ist positiv gemeint. Sogar Mechaniker konkurrierender Marken, bei denen ich vorfuhr, waren begeistert. Die Kommentare reichten von Β«coole SchleuderΒ» bis Β«Darf ich mal reinsitzen?Β».
Volante Automotive 2018 // all rights reserved // Do not use without permission
zvg
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Ein Auto, das mehr liefert

Im Interieur erkennt man die BMW-Schule sofort, am Motor ohnehin: Der Supra fΓ€hrt sich wie ein echter Sportler. Beim Preis herrscht praktisch Gleichstand, bei der FertigungsqualitΓ€t ohnehin – beide Modelle laufen bei Magna Steyr vom Band.

Da kΓΆnnte der kleine Image-Vorsprung des Premium-BMW gegenΓΌber Japans Massenmarke ein Vorteil sein. DafΓΌr kann der Supra 70 Kilo mehr GepΓ€ck zuladen, und hinter den Sitzen ΓΆffnet sich eine praktische Durchreiche in den Kofferraum.

Alles in allem wirkt der Z4 etwas gediegener. Der Supra springt dafΓΌr regelrecht ins Auge: An der vorletzten Ampel, vor der RΓΌckgabe an den Toyota-Importeur, wurde ich (genauer: das Auto) sogar noch fotografiert. Mit wie vielen anderen Modellen passiert das schon? Wie ich letztes Mal versprochen hatte: Ein Auto, das mehr liefert, als man braucht, nΓ€mlich Spass! MΓΆgen Sie Spass? Dann los!

Toyota Supra
Antrieb: 3-Liter-Benziner, Sechszylinder
Verbrauch: 7,5 Liter Super
Leistung: 340 PS (250 kW)
0–100 km/h: 4,3 s
Vmax: 250 km/h
Preis: ab 79 900 Franken







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