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Superwolkenkratzer: Warum sie selten bleiben

Im Jahr 2010 hat der Burj Khalifa die 600-Meter-Marke geknackt. Nun entsteht im saudischen Dschidda das erste 1000-Meter-Hochhaus. Doch Experten sind sich uneins, ob der Wettlauf weitergehen wird.

Gabriel Knupfer

Diese Superwolkenkratzer sollen 2020 stehen:Der Burj Khalifa war 2010 das erste Hochhaus mit einer HΓΆhe von mehr als 600 Metern. Mit 828 Metern ist der Wolkenkratzer in Dubai bis heute mit grossem Abstand das hΓΆchste Haus der Welt.
Nepenthes/CC/Wikimedia
Im Jahr 2012 wurden die Abraj Al Bait Towers mit dem zentralen Uhrturm fertiggestellt. Direkt neben der grossen Moschee von Mekka ragt das GebΓ€ude 601 Meter in die HΓΆhe.
Keystone
Der Shanghai Tower (l.) im GeschΓ€ftsviertel Pudong ist seit 2015 das zweithΓΆchste Hochhaus der Welt. Mit 632 Meter dominiert der Turm die ultramoderne Skyline von Shanghai.
Ermell/CC/Wikimedia
2016 wurde das Ping An Finance Center in Shenzhen vollendet. Laut dem ArchitekturbΓΌro Kohn Pedersen Fox betrΓ€gt die EndhΓΆhe 600 Meter. UrsprΓΌnglich hΓ€tte eine 60 Meter hohe Antenne auf der Spitze das Haus zum hΓΆchsten von ganz China machen sollen. 
Gabriel Knupfer/HZ
Noch 2017 ist die Vollendung des 636 Meter hohen Wuhan Greenland Center geplant. Ob der Bauplan indes eingehalten werden kann ist noch nicht sicher.
Adrian Smith + Gordon Gill Architecture
FrΓΌhestens 2019 steht dann der Jeddah Tower im saudischen Dschidda. Die EndhΓΆhe ist noch offen, soll aber ΓΌber 1000 Meter betragen. Der Rohbau ragt bisher 26 Stockwerke in den Himmel.
FrΓΌhestens 2019 steht dann der Jeddah Tower im saudischen Dschidda. Die EndhΓΆhe ist noch offen, soll aber ΓΌber 1000 Meter betragen. Der Rohbau ragt bisher 26 Stockwerke in den Himmel.
Ammar shaker/CC/Wikimedia; Kingdom Holding Company
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RMS

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Der Architekt der hΓΆchsten HochhΓ€user der Welt glaubt nicht, dass wir an der Schwelle zu einer Epoche der Superwolkenkratzer stehen. Trotz grosser technischer Fortschritte dΓΌrften HochhΓ€user von ΓΌber 600 Metern HΓΆhe weiterhin dΓΌnn gesΓ€t bleiben, sagte Adrian Smith dem Architekturmagazin Β«DezeenΒ». Als Planer des 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai und des im Bau befindlichen 1000-Meter-Turms im saudischen Dschidda, weiss Smith, dass es fΓΌr die Realisierung solcher Grossprojekte mehr braucht, als die technische Machbarkeit.

Kriegerische Auseinandersetzungen und finanzielle EngpΓ€sse wΓΌrden den Siegeszug der ultrahohen Wolkenkratzer bremsen, so Smith. Der Architekt aus Chicago tritt damit Prognosen des Rats fΓΌr hohe GebΓ€ude und stΓ€dtischen Lebensraum (CTBUH) entgegen, der einen Boom der Megastrukturen prophezeit.

Vier neue Superwolkenkratzer bis 2020

Laut CTBUH wird sich die Zahl der HochhΓ€user jenseits der 600-Meter-Grenze in den nΓ€chsten fΓΌnf Jahren mehr als verdoppeln. Zu den drei fertigen Superwolkenkratzern in Dubai, China und Saudi-Arabien gesellen sich drei weitere TΓΌrme in China und das Prestigeprojekt der Saudis in Dschidda (siehe Bildergalerie oben). Doch die Kosten solcher Bauten stehen in keinem VerhΓ€ltnis mehr zum tatsΓ€chlichen Nutzen.

Adrian Smiths GeschΓ€ftspartner Gordon Gill teilt dessen Skepsis. Zwar werde der Wunsch nach BerΓΌhmtheit durch HΓΆhe sicher weiterexistieren, so Gill. Β«Doch die Investoren werden solche PlΓ€ne genau auf wirtschaftliche und technische Machbarkeit prΓΌfen lassen.Β» Die Aufgabe noch hΓΆher zu bauen, werde zunehmend schwieriger.

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Um ΓΌber 500 Meter geschrumpft

Auch die Saudis mussten sich beim Jeddah Tower zurΓΌcknehmen. Das GebΓ€ude sollte zunΓ€chst rund eine Meile hoch werden (1600 Meter). Wegen dem ungΓΌnstigen Untergrund will man sich aber inzwischen auf eine EndhΓΆhe von knapp ΓΌber 1000 Metern beschrΓ€nken. Das wΓ€re bei der geplanten Fertigstellung im Jahr 2019 aber immer noch ein klarer Weltrekord.

Brian Lee von Smiths und Gills ehemaligem Arbeitgeber Skidmore, Owings and Merill (SOM) glaubt, dass der Wettlauf weitergehen wird. Technische Fortschritte wΓΌrden den Trend zu Superwolkenkratzern weiter befeuern. Und: Β«GebΓ€ude wie der Burj Khalifa dienen nicht nur der Verdichtung, sondern sind auch wirkungsvolle Symbole fΓΌr eine GemeinschaftΒ».

Grosse Fortschritte – aber nicht in Europa

Seit der Fertigstellung der 452 Meter hohen Petronas Towers in Kuala Lumpur im Jahr 1998 wurde der HΓΆhenrekord in weniger als zwanzig Jahren zweimal gebrochen – dies nachdem zuvor jahrzehntelang das Empire State Building und der Willis Tower (damals Sears Tower) an der Spitze standen. Die 600-Meter-Marke wurde erst 2010 mit dem Burj Khalifa geknackt.

Die ehemalige Wolkenkratzer-Nation USA wurde dabei von asiatischen LΓ€ndern ΓΌberrundet. Von den zehn hΓΆchsten HΓ€usern der Welt sind noch zwei in Nordamerika, alle anderen stehen in Asien. In den ΓΌber Jahrhunderte gewachsenen Stadtbildern Europas haben sich Superwolkenkratzer nie durchsetzen kΓΆnnen – das hΓΆchste Haus auf unserem Kontinent steht zurzeit in Moskau und ist gerademal 350 Meter hoch.

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Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS fΓΌr Blick und die Handelszeitung, fΓΌr die er seit zehn Jahren arbeitet.

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