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Pionier

Strom aus CO2: Michael Mayer erforscht Bio-Batterien

Der Biophysiker hat gezeigt, wie eine biologische Batterie funktioniert. Aus Gel gewann er Strom und brachte mit CO2 eine Diode zum Leuchten.

Bastian Heiniger

BILANZ 10/2021 Markets Pionier Prof. Michael Mayer
VISIONร„R: Der Biophysiker Michael Mayer in seinem Bรผro am Adolphe Merkle Institute, das zur Universitรคt Freiburg gehรถrt und sich auf Nanowissenschaften spezialisiert. Michael Buholzer fรผr BILANZ

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โ–บ Person

Prof. Michael Mayer, Chair Biophysics am Adolphe Merkle Institute der Universiy of Fribourg, aufgenommen am Freitag,
Michael Buholzer fรผr BILANZ
Prof. Michael Mayer, Chair Biophysics am Adolphe Merkle Institute der Universiy of Fribourg, aufgenommen am Freitag,
Michael Buholzer fรผr BILANZ
ยซIch dachte eigentlich, ich bleibe in den USAยป, sagt Michael Mayer (53). Er war Professor an der University of Michigan und ist mit einer Amerikanerin verheiratet. 2015 kehrte er doch zurรผck in die Schweiz. An der Universitรคt Freiburg ist er nun Professor fรผr Biophysik. Der Vorteil hier: Am Adolphe Merkle Institute hat er nicht nur eine Forschungsinfrastruktur, die ihresgleichen sucht. Er bekommt von der Stiftung auch jedes Jahr einen stattlichen Betrag, um frei forschen zu kรถnnen. Mayer, der in Braunschweig Biotechnologie studierte, an der EPFL doktorierte und dabei ein Jahr fรผr Novartis arbeitete, zog es 2001 fรผr einen Postdoc nach Harvard. ยซDort lernte ich, auch etwas grรถsser zu denken.ยป Und Projekte anzugehen, die erst unmรถglich erscheinen.

โ–บ Potenzial

Mit weichen Materialien, die stรคndig Strom erzeugen, kรถnnte man dereinst vielleicht eine smarte Kontaktlinse antreiben. Mรถglich wรคre auch, dass man ein stromerzeugendes Gel am Magen anbrรคchte und es antreiben liesse durch die pH-Differenz gegenรผber dem Mageninnern. Mit cleverer Anordnung kรถnnte man so drei Volt abgreifen. ยซEs wรคre eine Stromquelle, die immer vorhanden wรคre.ยป Antreiben liessen sich eventuell kรผnftig Medikamentenpumpen, Sensoren, die den Blutzucker รผberprรผfen, oder gar eine Fingerprothese. Das alles ist natรผrlich Zukunftsmusik. Fรผr wirkliche Innovationen mรผsse man jedoch gross denken.
โ–บ Produkt
Inspiriert wurde Michael Mayer vom Zitteraal. Das Ziel: eine natรผrliche Energiequelle zu finden. Eine Bio-Batterie, die sich in den Kรถrper implantieren lรคsst. 2017 zeigte er auf, wie es funktionieren kรถnnte: Ihm und seinen Forschenden gelang es, mit weichen Materialien wie etwa Gummibรคrchen oder Marmelade Elektrizitรคt zu gewinnen. Mรถglich wird dies durch unterschiedliche Salzkonzentrationen, die beim Ausgleichen รผber die Membran Spannung erzeugen. ยซWir kรถnnen daher mit wasserbasierendem Material Elektrizitรคt generieren und brauchen keine Metalle wie Lithium oder andere unnatรผrliche Stoffe.ยป Doch wie lรคdt man eine solche Batterie auf? Dieses Jahr demonstrierte Mayer das Funktionsprinzip: Allein durch menschliche Atemluft brachten die Forscher ein LED-Lรคmpchen zum Leuchten. Ein Elektroantrieb durch CO2. Als Nรคchstes will er sich damit befassen, wie und wo im Kรถrper man theoretisch eine solche Batterie anbringen kรถnnte.

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