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Strategie: Neue Methoden machen den Unterschied

Die Strategiewerkzeuge sind allgemein bekannt. Nur wer alternative Wege findet, kann sich heute einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

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Strategie – hΓΆrt sich einfach an, kennt jeder, entwirft jeder, verfolgt jeder. Und trotzdem fΓΌhrt sie oft direkt in die Falle. Michael E. Porter, GrΓΌnder der Monitor Group, kommt im Artikel Β«What is Strategy?Β» zum Schluss: Β«Die Hauptfalle des konventionellen Denkens und Handelns in vielen Unternehmen liegt darin, dass strategisches Denken durch das Verfolgen von Effizienzsteigerungsmassnahmen ersetzt wird.Β»
Es ist leichter, eine weitere Kostensenkungsinitiative, ein zusΓ€tzliches Sourcing-Programm und ein neues Reengineering-Projekt aufzusetzen. Immer unter dem Begriff Β«strategischΒ». Doch da alle Unternehmen dieselben Β«Werkzeuge und MethodenΒ» verwenden, sind viele bald an jenem Punkt angelangt, wo die ProduktivitΓ€t bei allen gleich hoch ist. Einen Wettbewerbsvorteil, der einen nachhaltigen Vorsprung sichert, haben die Massnahmen eben nicht gebracht. Sich abzusetzen von den Wettbewerbern, ist nur durch eine echte Strategie mΓΆglich, die einen nachhaltigen, nicht kopierbaren Wettbewerbsvorteil generiert.
Strategie beginnt mit der Frage, auf welchen MΓ€rkten, fΓΌr welche Kunden und in welchen LΓ€ndern oder Regionen man tΓ€tig sein will. Fast noch wichtiger dabei ist die Entscheidung, wo man nicht tΓ€tig sein will. Ikea hat sich beispielsweise klar fokussiert: Schwerpunkt der Strategie ist die Befriedigung aller EinrichtungsbedΓΌrfnisse fΓΌr die Zielgruppe der mittleren und unteren Einkommensschichten.

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Ein Unternehmen muss ebenfalls eine klare Vorstellung entwickeln, wie man gegenΓΌber den Wettbewerbern in den jeweiligen GeschΓ€ftsfeldern gewinnen kann. Dazu mΓΌssen die BedΓΌrfnisse der Kundensegmente verstanden werden, zum Beispiel, wie der Zielkunde in verschiedenen Situationen einkauft und welche Bedeutung dies fΓΌr die eigene Strategie hat.
NestlΓ© ist unter anderem deshalb so erfolgreich, weil die Marketingverantwortlichen sehr genau wissen, wer ihr Joghurt kaufen soll und wie das Konsumverhalten dieser Zielgruppe funktioniert: Joghurt als Dessert oder Snack zwischendurch oder als Functional Food zur Erhaltung der Gesundheit.
Und es gibt noch weitere Fragen, die beantwortet werden mΓΌssen. Zum Beispiel, ΓΌber welche FΓ€higkeiten ein Unternehmen verfΓΌgt, damit ein einzigartiger, nachhaltiger Wettbewerbsvorteil entsteht. Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann beispielsweise besitzt einen Wettbewerbsvorteil durch hervorragende Abstimmung der Forschungs- und EntwicklungsaktivitΓ€ten, Innovation und Produktentwicklung.
Fragt sich also, warum viele Unternehmen keine Strategie haben oder warum sie nicht implementiert wird. FΓΌhrungskrΓ€fte lassen sich oft blenden durch den kurzfristigen Erfolg von Effizienzsteigerungsmassnahmen. Oder sie verfolgen, angetrieben durch falsche MarkteinschΓ€tzung und Wachstumsdruck, schlichtweg eine falsche Strategie, indem sie versuchen, die BedΓΌrfnisse aller Kunden zu befriedigen. Ebenso kommt es vor, dass einmal gefΓ€llte Entscheidungen ΓΌber MΓ€rkte, Kunden, Regionen und die notwendigen FΓ€higkeiten wieder ΓΌber Bord geworfen werden.

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Ein solcher Schlingerkurs wird oft begΓΌnstigt durch EinwΓ€nde der VerwaltungsrΓ€te, die bei Wettbewerbern etwas scheinbar Interessantes gesehen haben und den CEO fragen, warum Β«wir das denn nicht auch so machenΒ». Ein hΓ€ufiges PhΓ€nomen ist zudem die UnfΓ€higkeit, klare Entscheide herbeizufΓΌhren und durchzuhalten. Dahinter steckt meist die Angst vor Sanktionierung und Messbarkeit der eigenen Handlungen. Dabei ist es die vornehmste Aufgabe des Verwaltungsrates und des Topmanagements, einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil fΓΌr das Unternehmen zu entwickeln.
Ziel des BILANZ-Rankings ist es, jene Unternehmen zu identifizieren, die in ihrer Branche strategisch am besten fΓΌr kΓΌnftige Herausforderungen aufgestellt sind. Die Beurteilung der Strategie basiert, anders als das Finanzranking, auf einer Betrachtung der Zukunft und nicht auf einer Ex-post-Analyse. Daher ist es nicht selten zu beobachten, dass Unternehmen mit einem hohen Finanzranking eine weniger gute Beurteilung, hingegen Firmen mit einem niedrigen Finanzranking eine gute Beurteilung erhalten. Laut unseren Erhebungen sind Novartis, NestlΓ©, Roche und Swiss Re entgegen ihrem finanziellen Ranking strategisch gut aufgestellt. Auch fΓΌr gut positioniert halten wir Actelion, BKW, Straumann, Synthes-Stratec, UBS und Xstrata.

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Die Beurteilung wurde in zwei Schritten vorgenommen: ZunΓ€chst wurden die kritischen Faktoren herausgearbeitet, die ein Unternehmen typischerweise erfΓΌllen sollte, um dauerhaft in der gewΓ€hlten Branche erfolgreich sein zu kΓΆnnen. Diese Faktoren bilden die Basis fΓΌr die Beurteilung der Strategie.
In einem zweiten Schritt erfolgte eine Einzelbetrachtung des Unternehmens auf Basis unserer Definition von Strategie: Wie gut haben die Unternehmen verstanden, was Strategie bedeutet, und wie erfolgreich wurde diese in Anbetracht der Herausforderungen der jeweiligen Branche implementiert? Die Dimensionen Management, Marke und Finanzkraft wurden nicht in die strategische Beurteilung eingeschlossen, weil diese Ebenen im Top-100-Ranking fΓΌr jedes Unternehmen gesondert beurteilt werden.
NaturgemΓ€ss kann eine derartige Betrachtung nur branchenspezifisch erfolgen. Die Einteilung der Branchen ist ein Kompromiss zwischen zu grosser Abstraktion und zu tiefem Detaillierungsgrad. Manche Branchendefinitionen sind daher weit gefasst, zum Beispiel die Definition von Dienstleistung.
Festzuhalten gilt es, dass Unternehmen in derselben Branche hΓ€ufig unterschiedliche Strategien verfolgen. Aus diesem Grund haben wir von einem Vergleich der Unternehmen untereinander abgesehen.

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Die Top-Strategen
Wie einige Schweizer Unternehmen ihre strategische Ausrichtung in den Griff kriegen: die Fallbeispiele.
Actelion Pharma & Biotechnologie
1997 startete Actelion als reines Forschungs- und Entwicklungsunternehmen.
In der Zwischenzeit vertreibt die Biotech-Firma ein nahezu konkurrenzloses Produkt. Hinsichtlich Forschung und Entwicklung ist das Allschwiler Unternehmen also klar wettbewerbsfΓ€hig, was sich auch in der viel versprechenden Pipeline zeigt. Daneben stΓΌtzt sich Actelion auf ForschungsauftrΓ€ge von den Pharmariesen Johnson & Johnson und Merck, die noch bis 2006 laufen. An Ambitionen und Strategien fΓΌr die Zukunft mangelt es nicht: Durch die GrΓΌndung von Tochterunternehmen in einigen europΓ€ischen LΓ€ndern soll eine eigene Vertriebsorganisation aufgebaut werden. In den USA fand sich eine praktikable LΓΆsung mit Roche-Tochter Genentech, welche die Promotion der Produkte ΓΌbernimmt. Einzig die begrenzten finanziellen Ressourcen trΓΌben das Bild ein wenig.
Fazit: Junges, innovatives Forschungsunternehmen mit viel versprechender Produktpipeline.
BKW Versorger
Der Energieversorger BKW ist in der Schweiz, Deutschland und Italien tÀtig. Prinzipiell basiert das Unternehmen auf einer einzigartig komfortablen Position: Im Heimatmarkt Schweiz profitiert BKW vom Gebietsmonopol, im Ausland voraussichtlich vom Abbau von ProduktionskapazitÀten der Wettbewerber und von der vollstÀndigen Marktâffnung. Die Technik für künftiges Wachstum ist vorhanden, verfügt BKW doch über ein weit verzweigtes und leistungsfÀhiges Verteil- und Übertragungsnetz. ErgÀnzend sichern langfristige Bezugsrechte bei Partnerwerken die eigene Stromproduktion.

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Fazit: ZuverlΓ€ssiger und flexibler Versorger mit Gebietsmonopol im Heimmarkt und innovativem Vertrieb.
Kudelski Technologie
Der GeschΓ€ftsbereich des WaadtlΓ€nder Unternehmens zeichnet sich vor allem durch zwei Charakteristiken aus: Zum einen verfΓΌgt Kudelski ΓΌber eine hervorragende Marktposition bei elektronischen Zugangssystemen. Auf der anderen Seite ist dieses GeschΓ€ft sehr zyklisch und bringt eine starke AbhΓ€ngigkeit von den Netzwerkbetreibern mit sich. Durch Β«physische ZugangskontrollenΒ», die zweite BusinesssΓ€ule der Unternehmung, sollen ZyklizitΓ€t und AbhΓ€ngigkeit von der Konsumentenstimmung verringert werden. Technologische Synergien zwischen diesen beiden HauptgeschΓ€ftsfeldern liegen auf der Hand. Allerdings wΓ€chst dieser Markt langsamer und folgt anderen Mechanismen. Positiv zu verzeichnen gilt es, dass die Restrukturierung der Aufbauorganisation, die fΓΌr einige Aufregung gesorgt hatte, nun abgeschlossen ist. Joint Ventures mit Grosskunden und Technologielieferanten ermΓΆglichen langfristige Partnerschaften.
Fazit: Kudelski ist ein innovationsstarkes, effizientes Unternehmen, das intelligent seine FΓ€higkeiten auf zukunftstrΓ€chtigen GeschΓ€ftsfeldern nutzt.
KΓΌhne & Nagel Dienstleistungen

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Das Unternehmen verfΓΌgt ΓΌber eine hervorragende Marktposition in der See- und Luftfracht. Im Aufbau sind die GeschΓ€ftsbereiche Landverkehr und Kontraktlogistik. Ebenso plant KΓΌhne & Nagel, den bisher noch untervertretenen asiatischen Wachstumsmarkt verstΓ€rkt zu bearbeiten. Dies soll durch Zukauf, Partnerschaften und organisches Wachstum erfolgen. Ziel ist es, zum fΓΌhrenden Anbieter des gesamten Spektrums an Speditionsdienstleistungen zu werden. Die Mittel fΓΌr eine aktive Rolle in der weiteren Konsolidierung der SpeditionsmΓ€rkte dazu sind vorhanden. Systematisches QualitΓ€tsmanagement, die aktive Entwicklung von neuen Systemen und Tools zur ErhΓΆhung von Kosteneffizienz und Kundennutzen sprechen fΓΌr den internationalen Spediteur. Der Erfolg im Ausbau des Landverkehrs und der Kontraktlogistik muss sich allerdings erst noch zeigen.
Fazit: Kosteneffizienter, innovativer Anbieter im See- und Luftfahrtbereich.
Swiss Life Versicherungen
Swiss Life als bedeutendster unabhΓ€ngiger Lebensversicherer der Schweiz richtet sich zunehmend auf das reine LebensversicherungsgeschΓ€ft aus. Durch VerkΓ€ufe von anderen GeschΓ€ftsbereichen erfolgt eine zunehmende Fokussierung auf das KerngeschΓ€ft. Das GeschΓ€ftsportfolio ist jedoch noch nicht vollstΓ€ndig bereinigt. Geplant sind zusΓ€tzliche Massnahmen fΓΌr eine konsequente Ausrichtung am Kundennutzen wie Produktgestaltung oder verbesserte Beratungs- und ServicequalitΓ€t. Eine Optimierung des Vertriebs wurde bereits in Angriff genommen. Es ist allerdings fraglich, ob nach all den Negativschlagzeilen in den letzten Jahren das Kundenvertrauen bereits wiederhergestellt werden konnte. Als negativ zu beurteilen gilt klar die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Satz) im Nichtleben-Bereich, die um einiges zu hoch ausfΓ€llt.

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Fazit: VielfΓ€ltige Massnahmen zum Erreichen profitablen Wachstums sind zwar angestossen worden, aber noch nicht vollstΓ€ndig abgeschlossen.
UBS Banken
Die UBS verfΓΌgt ΓΌber eine starke Stellung in den WachstumsmΓ€rkten Asien/Pazifik und Osteuropa. Das Wachstum basiert vor allem auf einer Fokussierung des KerngeschΓ€fts durch Zukauf von Kundenportfolios und den Verkauf von AktivitΓ€ten, die nicht zum KerngeschΓ€ft gehΓΆren. Das Verluste bringende Private-Equity-GeschΓ€ft konnte bislang noch nicht bereinigt werden. Geplant ist zudem, den operativen Aufwand von ZahlungsauftrΓ€gen in der Schweiz zu reduzieren und das IT-System weltweit zu standardisieren. Ebenso soll die Vertriebsorganisation ausgebaut werden.
Fazit: UBS als Global Player ist durch die Ausrichtung auf das KerngeschΓ€ft und diverse Wachstumssegmente, attraktive Produktperformance und Kostenkontrolle gut positioniert.
Julius BΓ€r Banken
In den letzten zwei Jahren blieb kein Stein auf dem anderen bei der Bank Julius BΓ€r. Nach dem Verkauf des verlustreichen Brokerage-GeschΓ€fts wird der Fokus wieder aufs KerngeschΓ€ft gelegt. Im Private-Banking-Bereich kam es zu einem fundamentalen Umbau durch Schliessung unprofitabler GeschΓ€ftsstellen, Reorganisation der Kundenportfolios, Optimierung der Produkte sowie verbessertes Pricing. Das Asset-Management entwickelt mittlerweile ertragsstarke Produkte und besetzt eine profitable Nische mit Private-Label-Funds. Was die Kostenstruktur der grΓΆssten bΓΆrsenkotierten Schweizer Privatbank
betrifft, ist diese noch immer unzureichend – insbesondere durch ein ΓΌberdimensioniertes Corporate Center mit steigendem Investitionsbedarf in ein neues IT-System. Der Neugeldzufluss im Private Banking ist hingegen auf Grund einer eher zΓΆgerlichen Optimierung des Distributionskanals unzureichend.

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Fazit: Die ergriffenen Massnahmen wurden noch nicht vollstΓ€ndig umgesetzt, und die Kostenstruktur insbesondere des Corporate Center ist noch nicht optimal.
Straumann Medizinalprodukte
Straumann ist der zweitgrâsste Hersteller von Zahnimplantaten. Das Wachstumspotenzial ist vor allem in den USA markant, wo halb so hÀufig Zahnimplantate eingesetzt werden wie in Europa. Deshalb soll die US-Vertriebsmannschaft in den nÀchsten zwei Jahren verdoppelt werden. Die aggressive M&A-Strategie mit Übernahmen von Spezialisten bringt eine gute ErgÀnzung der Produktepalette. Positiv sind ferner die schnelle Abfolge von Produktelaunches und ein der Branche angemessenes Budget für Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen eine langjÀhrige enge Kooperation mit einem Netzwerk von Spezialisten und ein Trainingsprogramm für ZahnÀrzte als erfolgreiches Verkaufsinstrument. Verbesserungswürdig ist die Produktionseffizienz.
Fazit: Ein hochprofitables, innovatives Unternehmen mit guter Positionierung in WachstumsmΓ€rkten.
SGS Dienstleistungen
Die SGS ist ein fΓΌhrender Anbieter in den Bereichen Inspektion, Testen und Zertifizierung. Der Markt ist wegen hoher Fixkosten durch zunehmende Konsolidierung gekennzeichnet. Wachstumschancen sieht man in den Bereichen Life-Sciences und Automotive Science. Auf Grund der vorhandenen Mittel ist die SGS bereit, die Konsolidierung der Branche weiter voranzutreiben. Die Konzentration liegt auf den Services; die vorhandene Infrastruktur und das Know-how werden optimal genutzt. Das weit reichende Vertriebsnetz erlaubt es, fΓΌr international tΓ€tige Firmen zu arbeiten. Die hohe Fixkostenbealstung soll durch gezielte ZukΓ€ufe effizienter genutzt werden.

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Fazit: Das Unternehmen hat eine fΓΌhrende Marktstellung mit weit reichendem Netzwerk zur Kundenbetreuung und -akquisition. Die Voraussetzungen, um die Marktkonsolidierung voranzutreiben und dadurch die Auslastung zu erhΓΆhen, sind gegeben.
Unaxis Technologie
Das Unternehmen stellt Hightechkomponenten her und ist in ausgesuchten Nischen fΓΌhrend. In den meisten GeschΓ€ftsbereichen ist der Margendruck stark. Im Zentrum stehen der europΓ€ische Markt und Asien. Sowohl Konkurrenten wie Kunden sind mehrheitlich in Asien ansΓ€ssig. Unaxis hat sich erfolgreich von einem breiten Konglomerat zu einem relativ fokussierten Unternehmen entwickelt, auch wenn die strategische Fokussierung noch nicht ganz abgeschlossen erscheint. Das technische Know-how ist gross – was Forschung und Entwicklung in den eigenen Nischen anbelangt, ist Unaxis fΓΌhrend. Noch sind die Produktionskosten zu hoch. Unaxis plant deshalb die Verlagerung von Produktionsteilen nach Asien sowie Outsourcing.
Fazit: Ein innovativer Anbieter, fΓΌhrend in ausgewΓ€hlten Nischen. Die Fokussierung ist noch nicht abgeschlossen, die Kostenbasis suboptimal.
Novartis Pharma
Novartis, fΓΌnftgrΓΆsster Pharmahersteller der Welt, konzentriert sich auf die Entwicklung innovativer hochprΓ€ziser Medikamente und die Herstellung von High-End-Generika. So will man das auslaufende Massenmedikamente- oder Blockbuster-Modell ablΓΆsen und dem Druck der steigenden Gesundheitskosten entgegenwirken. Relative SchwΓ€chen sind im US-Markt festzustellen. Ein stΓ€ndiger Strom von neuen Produkten in den Bereichen der Generika und der nicht rezeptpflichtigen Medikamenten generiert Wachstum, vor allem in den Bereichen Herz/Kreislauf und Onkologie. Die Projektpipeline ist stark, ebenso die Patentposition. Forschungszentren in den wichtigsten Innovationszentren der Welt, die Zusammenarbeit mit UniversitΓ€ten sowie Biotech-Firmen und einer der grΓΆssten Corporate-Venture-Funds ermΓΆglichen den Zugang zu Innovationen. Mit Partnern erreicht man ΓΌberdies eine gute VertriebsstΓ€rke.

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Fazit: Erfolgreicher Diversifizierung im Generika-Bereich, starke Pipeline und gute Patentposition. Noch schwach im US-Markt.
Swisscom Telekommunikation
Swisscom ist im KerngeschΓ€ft Festnetz- und Mobilkommunikation Schweizer MarktfΓΌhrer, im Mobilbereich zusammen mit Vodafone. Wachstumschancen sind da, aber der Preiskampf wird hΓ€rter. Eine Übernahme durch ein europΓ€isches Unternehmen oder eine Partnerschaft kΓΆnnten zwei Probleme lΓΆsen: die geringe GrΓΆsse im internationalen Vergleich und die Bedrohung im Heimmarkt. Swisscom ist technologisch im Mobilbereich fΓΌhrend, innovativ und hat attraktive Produkte. Problematisch ist die Dreimarkenstrategie (Mobil, Festnetz, Online) – die GeschΓ€ftsbereiche lassen keine konsequente Ausrichtung nach Privat- oder GeschΓ€ftskunden erkennen.
Fazit: Swisscom ist ein innovativer MarktfΓΌhrer mit attraktivem Produkteportfolio. Einsparungen und eine Internationalisierung sind nΓΆtig, die entsprechenden Mittel stehen bereit.
Zurich Financial Services Versicherungen
Die Β«ZΓΌrichΒ» ist ein weltweit fΓΌhrender Schaden- und Lebensversicherer und gehΓΆrt in den verschiedenen Versicherungssparten stets zu den fΓΌnf ersten Anbietern. Sie betreibt nur noch das Β«reineΒ» VersicherungsgeschΓ€ft in klar definierten, meist angelsΓ€chsischen SchlΓΌsselmΓ€rkten. Der Fokus liegt auf dem profitablen GeschΓ€ft im Nichtlebenbereich, im LebengeschΓ€ft ist die optimale ProfitabilitΓ€t noch nicht erreicht. Die Β«ZΓΌrichΒ» hat ein aggressives Kostenmanagement, Personal wurde signifikant abgebaut, und die Rechenzentren wurden konsolidiert.

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Fazit: Die Ausrichtung auf das kosteneffiziente Betreiben des Β«reinenΒ» VersicherungsgeschΓ€fts mit klar definierten SchlΓΌsselmΓ€rkten ist noch nicht abgeschlossen. Das tatsΓ€chliche Ergebnis der Reorganisation wird sich daher erst spΓ€ter zeigen.

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