Abo
Abfolge

So geht es nach der US-Wahl weiter

Der beispiellose Wahlkampf in den USA ist zu Ende. Doch wie geht es jetzt weiter, was steht an, und muss Obama sofort das Weisse Haus verlassen?

usa-voting.jpg
Voting: Der beispiellose Wahlkampf in den USA ist vorbei. Keystone RMS

Werbung

Der beispiellose Wahlkampf in den USA ist zu Ende. Die Übergabe der Macht vom 44. auf den 45. PrÀsidenten wird seit langem vorbereitet. Eine Übersicht, wie es nun weitergeht.

Wie ist die Übergabe geregelt, machen das Barack Obama und sein Nachfolger unter sich aus?

Nein. Schon seit Monaten bereiten sich die Teams des amtierenden und des künftigen PrÀsidenten auf die Übergabe vor. Es gab eine Vielzahl von Treffen, viele weitere werden folgen. Die Regierung kann ja zwischen der Wahl und der Amtsübernahme nicht stillstehen. Und die Aufgabenfülle des Weissen Hauses ist zu gross, um sie mal eben über Nacht zu übergeben. Trump und Clinton wurden ausserdem schon mehrfach grob in den wichtigsten sicherheitspolitischen Fragen unterwiesen.

Und der Atomkoffer, wann wird der ΓΌbergeben?

Der neue PrÀsident ist Herr über die Nuklearcodes, wenn es in Washington am 20. Januar 2017 zwâlf Uhr Mittag ist. Die Übergabe-Teams bereiten alles so vor, dass keine lange Einarbeitung nâtig ist. Der Koffer, der so genannte «Nuclear Football», ist an das Handgelenk eines MilitÀrs gekettet, der immer in der NÀhe des PrÀsidenten ist.

Darf Obama noch mit der Air Force One fliegen?

Unbedingt, er ist ja bis zum Mittag des 20. Januar 2017 PrΓ€sident. Bis dahin ist die Air Force One also sozusagen auch Β«seineΒ» Maschine. Obama hat schon ΓΆfter gesagt, dass er den Luxus, ein solches Flugzeug zur VerfΓΌgung zu haben, von allen Annehmlichkeiten mit am meisten vermissen wird.

Partner-Inhalte

Ziehen die Obamas direkt nach der Wahl aus?

Nein, aber bald. Auch hier gilt, dass das Weisse Haus, der Sitz des PrΓ€sidenten, erst am Β«Inauguration DayΒ» (20. Januar 2017) ΓΌbergeben wird. Ein neues Heim haben die Obamas aber schon gefunden. Sie bleiben bis 2018 in Washington, bis ihre jΓΌngere Tochter mit der High School fertig ist.

In Deutschland sind nach Wahlen Koalitionsverhandlungen normal - in den USA auch?

Nein, das gibt es in Amerika nicht. Das liegt an einem anderen Wahlrecht und einem anderen politischen System als in Deutschland. Der Sieger in den USA bekommt alles, wer PrΓ€sident ist, braucht keinen Koalitionspartner. Aber: Wenn die Partei des PrΓ€sidenten im Senat und im Abgeordnetenhaus keine Mehrheit hat, muss er sich sehr wohl fΓΌr die Gesetzgebung mit der anderen Partei verstΓ€ndigen. Der US-PrΓ€sident kann viel alleine entscheiden, aber lΓ€ngst nicht alles.

Und die Regierungsbildung? Gibt es schon Namen fΓΌr die Neuen im Pentagon oder im Aussenministerium?

Dass zum Beispiel Aussenminister John Kerry wohl aufhΓΆren wird, scheint klar. Bisher sind aber nur sehr wenige Namen fΓΌr zentrale Posten einer neuen Regierung gehandelt worden. Das wird sich jetzt nach der Wahl rasch Γ€ndern. Es dauert dann aber trotzdem noch, denn der Senat muss die Neuen bestΓ€tigen. Das passiert nicht vor Januar.

Werbung

Welche wichtigen Termine stehen an?

Wenn der Verlierer seine Niederlage anerkennt, ist der nΓ€chste Termin der 19. Dezember. An diesem Tag geben die Mitglieder des so genannten Β«electoral collegeΒ» ihre Stimme ab. Das sind diejenigen, die am 8. November gewΓ€hlt wurden - nun geben sie als Vertreter ihres Staates die Stimme fΓΌr den PrΓ€sidenten ab. Am 6. Januar 2017 wird das Ergebnis offiziell im Senat verkΓΌndet. Am 20. Januar wird der neue PrΓ€sident vereidigt und zieht ins Weisse Haus ein.

Was wΓΌrde passieren, wenn der Verlierer die Wahl nicht anerkennt?

Wenn er das Ergebnis nicht anficht, hat das juristisch erstmal keine Folgen. Es kΓΆnnte aber zu Protesten kommen. Um etwas zu erreichen, muss der Verlierer ein oder mehrere Ergebnisse in einzelnen Bundesstaaten juristisch angreifen - zum Beispiel, wenn das Ergebnis Γ€usserst knapp ist oder fragwΓΌrdig erscheint. Dann mΓΌssen die Gerichte entscheiden.
(sda/ccr)

Werbung