Schweizer werfen im Durchschnitt 117 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Dabei gibt es viele einfache Wege, um Verschwendung einzudämmen: Sechs Tipps, was jeder gegen Food Waste tun kann.
Cynthia Castritius
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Privathaushalte sind die grössten Verschwender überhaupt. Pro Jahr schmeisst jeder Schweizer 117 Kilogramm an noch brauchbaren Lebensmitteln weg. Mit diesen alternativen Lösungen kann jeder die Wegwerfmentalität eindämmen.RMSAblaufdatum prüfen Mit dem Mindeshaltbarkeitsdatum ist es so eine Sache. Ein belieber Twitter-Spruch bringt es auf den Punkt: «Liebe Verbraucherinnen und Verbraucher, es heisst «mindestens haltbar bis» und nicht «ganz sicher tödlich ab»! Danke.» Daher sollte man immer auch dem eigenen Geruchssinn und Sehvermögen vertrauen: Riechen die Produkte noch gut und haben keinen Schimmel? Joghurt ist meist mehrere Tage nach Ablaufdatum noch in Ordnung und Zucker sogar mehrere Jahre!RMSRezepte für Reste Übriggebliebenes vom Vortag aufwärmen ist kein grosses Geschmackserlebnis für den Gaumen. Wer aber im Internet nach speziellen Rezepten zum Wiederverwerten der Essensreste sucht, wird auf vielen Food-Plattformen fündig – beispielsweise beim Blog von Oliver Baroni: «Nie wieder Essen wegschmeissen!» oder auf den Websiten der grossen Handelsketten.RMSHightech nutzen Wer gerne mal vergisst, was er noch alles im auf Lager hat, kann sich die Technologie von smarten Kühlschränken zunutze machen. Solche Hightech-Geräte sind zwar teuer, melden aber dank intelligenter Software über das Smartphone, woran es fehlt, was bald abläuft und wie die Temparatur dem Inhalt angepasst werden sollte.RMSZweite Chance für Backwaren und Co. Warum sollten belegte Brote und Gebäck vom Vortag in der Tonne landen? Für den halben Preis finden sie bei Projekten wie der «Äss-Bar» reissenden Absatz. Foodtrucks holen Übriggebliebenes bei Partner-Bäckereien ab und bieten es der Kundschaft «frisch von gestern» an. Sogar ein Lieferservice kann angefragt werden. Gibt es in Zürich, St.Gallen, Winterthur, Freiburg und Bern.RMSLast Minute fürs Restaurantessen Im Restaurant essen und Nahrungsabfälle vermeiden? Eine britische App macht das möglich: Essen, das in der Gastronomie oder beim Bäcker übrig geblieben ist, kann über «Too good to go» ausgewählt werden und für einen symbolischen Preis kurz vor Ladenschluss abgeholt werden. Dieses Konzept bewahrt zubereitete Speisen vor dem Abfall und satt sollen die Nutzer von den Portionen auch werden.RMSSharing Economy für Lebensmittel Der Trend des Teilens erfasst auch Nahrungsmittel: Wer zum Beispiel vor dem Urlaub seinen Kühlschrank leeren möchte, ohne Verwendbares wegzuwerfen, kann es zum Beispiel über
«Foodsharing.ch» verschenken.
ZVG/CC/KeystoneRMS
Die Zahlen sind alarmierend: Pro Jahr werfen die Schweiz fast zwei Millionen Tonnen an einwandfreien Nahrungsmitteln weg. Das zeigen Erhebungen des WWF. Am umfangreichsten ist die Verschwendung demnach in Privathaushalten, 45 Prozent der vergeudeten Lebensmittel werden daheim entsorgt. Zum Vergleich: bei der Herstellung werden 13 Prozent der Nahrungsmittel verschwendet, während Gastronomie und Detaihandel jeweils einen Anteil von 5 Prozent verantworten.
Pro Kopf kommt also jeder Schweizer auf täglich 320 Gramm Nahrung, die er im Müll entsorgt. Das summiert sich im Jahr auf 117 Kilogramm. Dabei gibt es längt erprobte Möglichkeiten, um die Essensverschwendung auch im privaten Bereich einzudämmen und bewusster mit Ressourcen umzugehen.
Resteessen und Foodsharing
Die einfachste und kostengünstigste Art ist die Resteverwertung. Bei all den Foodblogs, die das Internet überschwemmen, gibt es immer mehr Blogs und Plattformen ab, die gerade Rezepte für Übriggebliebenes anbieten und das Essen vom Vortag so wieder schmackhaft machen.
Längst hat die Sharing Economy auch die Lebensmittel erreicht: Viele gemeinnützige Projekte sammeln übriggebliebene Waren bei den Händlern ein und bieten sie kostenlos über digitale Essenskörbe oder an speziellen frei zugänglichen Stationen in Schweizer Städten wie etwa Basel an – Fair-Trailer heissen diese Hotspots.
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Beliebt in Dänemarkt, Deutschland und Grossbritannien sind inzwischen auch Apps, die überschüssigem Essen in Kantinen und Restaurants eine zweite Chance zum halben Preis geben: Der Nutzer wählt bei einem der Partnergastronomen aus, was er kurz vor Ladenschluss für einen günstigen Preis von den Resten mitnehmen möchte und holt sie dann ab. Eine Win-Win-Situation für alle.
Welche weiteren Möglichkeiten jeder Einzelne hat, um selbst weniger Lebensmittel zu verschwenden, zeigt die Bildergalerie.