Der Brief lรคsst keine Zweifel offen: ยซDer Verwaltungsrat steht (...) voll und ganz hinter der eingeschlagenen Strategie und auch hinter CEO Markus Schwab, der in den vergangenen Jahren durch seine Arbeit das Vertrauen des Verwaltungsrats erworben hatยป, schrieb der SDA-Verwaltungsratsprรคsident Hans Heinrich Coninx nach den gescheiterten Verhandlungsrunden an die Belegschaft der Nachrichtenagentur, die sich gegen den Personalabbau stemmt.
Aber auch wenn dem nicht so wรคre โ so einfach kรถnnte sich die SDA gar nicht von ihrem Chef trennen. Denn offenbar hat sich Schwab abgesichert, wie es im SDA-Umfeld heisst: Ein neuer Arbeitsvertrag โ abgeschlossen 2016 โ soll ihm fรผr Schweizer Verhรคltnisse unรผblich lange Kรผndigungsfristen zusichern. Nach einer dreijรคhrigen Sperrfrist soll der Arbeitsvertrag jeweils nur auf Mitte Jahr aufgelรถst werden kรถnnen. Und auch da profitiert der CEO von einer Kรผndigungsfrist von 18 Monaten. Das heisst: Der CEO ist bis Ende 2021 geschรผtzt.
Den genauen Inhalt des Vertrags kennen nebst der Personalabteilung nur Coninx, sein Vizeprรคsident, der Verleger der ยซSรผdostschweizยป
Hanspeter Lebrument, sowie Schwab selbst. Die anderen SDA-Verwaltungsrรคte jedenfalls sind nicht im Bild, wie mehrere von ihnen bestรคtigen. Konfrontiert mit Fragen, wollten sich weder Coninx noch Lebrument oder Schwab dazu รคussern โ und liessen via ihre Kommunikationsberater ausrichten, dass die ยซDetails des Vertrags vertraulichยป seien.
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Sie schweigen auch zum Gehalt des CEO, das der Berner Nationalrat und Medienpolitiker Matthias Aebischer auf ยซรผber 400โ000 Frankenยป beziffert hatte. Nicht schlecht fรผr einen Chef eines KMU mit rund 220 Angestellten. Offenbar fรผhrte sein Vertrag aber auch SDA-intern zu Spannungen. Jedenfalls wurde in der Folge die Ausbezahlung der Kaderlรถhne ausgelagert โ an die Treuhandfirma T + R in Gรผmligen bei Bern.
SDA-CEO: Markus Schwab sieht keine andere Mรถglichkeit als den Stellenabbau.RMS
SDA-CEO: Markus Schwab sieht keine andere Mรถglichkeit als den Stellenabbau.RMS
Unsichere Zukunft
Weniger sicher ist die Zukunft der Redaktionsmitarbeiter. 35,6 der 150 Vollzeitstellen sollen abgebaut werden โ รผber etliche Pensenreduktionen, acht Entlassungen, drei Transfers zur Finanznachrichtenagentur AWP sowie zwรถlf ยซFrรผhpensionierungenยป. Die Arbeitnehmerseite spricht hier ebenfalls von Entlassungen, werden doch die รคlteren Mitarbeiter allesamt aufs Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zum Stempeln geschickt. Betroffen sind Mรคnner, die bis Ende 2019 61 Jahre alt werden; bei den Frauen liegt die Grenze bei 60 Jahren. Von der ยซNZZ am Sonntagยป auf diese Systematik angesprochen, sagte Schwab: ยซWir haben jahrelang in die Arbeitslosenversicherung ein- bezahlt. Jetzt mรผssen wir dieses Geld in der Not halt beanspruchen.ยป
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Am Verhandlungstisch sind sich die Sozialpartner nicht einig geworden. Der Verwaltungsrat hat deshalb die eidgenรถssische Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten angerufen, die beim Wirtschaftsdepartement von Johann Schneider-Ammann angegliedert ist.